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       #Post#: 2106--------------------------------------------------
       Verfassungsreform
       By: hellboy Date: June 11, 2014, 6:48 pm
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       eine verfassungsreform darf keine revolution sein, wie sie von
       diversen extremisten und fanatikern gefordert wird. und sie darf
       auch nicht von einem hochnotwichtigen konvent von angeblichen
       experten erarbeitet werden, wo eh wieder nicht klar ist, wer die
       bestimmen soll nach welchen kriterien, sondern muß transparent
       unter berücksichtigung aller ideen und argumente aller
       interessierten entstehen.
       die wichtigsten punkte:
       PARLAMENTSREFORM
       die regierung wird bei einem gemeinsamen, öffentlichen hearing
       beider parlamentskammern zusammengestellt. der
       parlamentspräsident erhält dieselben mittel wie das kanzleramt,
       um die interessen beider häuser zu koordinieren (könnte auch
       direkt gewählt werden). eu-abgeordnete haben rederecht vor
       beiden häuserrn, können von diesen aber auch zu fragestunden
       vorgeladen werden.
       Nationalratsreform
       - aufstockung auf 200 abgeordnete, jedes halbe % bei der wahl
       bringt ein mandat. keine %hürden, überhangmandate und anderen
       bevorzugungen der großen parteien mehr
       - nur noch geheime wahlen und verbot des klubzwangs
       - ständige kontrollausschüsse bei rechnungshof, nationalbank und
       ähnlichen institutionen
       - untersuchungsausschüsse werden minderheiten- bzw
       oppositionsrecht, und bekommen mehr rechte
       Bundesratsreform
       - vetorecht gegenüber dem nationalrat
       - abschaffung der landesregierungen, stattdessen br- abgeordnete
       mit entsprechenden kompetenzen
       - hälfte der br-sitze an kammern und öh, sozialpartnerschaft
       endlich als offizielle institution
       Reform der Präsidentschaft
       - zusammenlegung der präsidentschaftskanzlei mit dem
       aussenministerium
       - präsident wird "super-aussenminister" als direkt gewählter
       aussenvertreter der bevölkerung
       Reform der direktdemokratischen Beteiligung der Bevölkerung
       - erfolgreiche volksbegehren müssen endlich verpflichtend zu
       volksabstimmungen führen
       - bei volksbefragungen müssen beide seiten die gleichen
       möglichkeiten der information der öffentlichkeit über ihre
       standpunkte haben, fragestellung muß bilateral abgestimmt werden
       - briefwahl auch online möglich machen, mit kombination von
       pgp/gpg und onlineformular mit postalischer wahlkarte:
  HTML http://partypiratesat.createaforum.com/tfdemokratiereform/verbindliche-online-abstimmungen-evolution-der-briefwahl/
       das ist jetzt nur mal die grobe auflistung. ich mach noch zu
       jedem punkt einen eigenen thread, außer es ist wer anderer
       schneller.
       ahoy
       hellboy
       #Post#: 3013--------------------------------------------------
       Re: Verfassungsreform
       By: hellboy Date: December 18, 2014, 4:19 pm
       ---------------------------------------------------------
       Tage der Demokratie
       Es gibt bei uns keine Herbstferien, und im Zuge unseres
       Programmpunktes Laizismus fordern wir auch die Abschaffung
       diverser kirchlicher Feiertage zugunsten welcher ohne religiösen
       Bezug. Hier soll es aber nicht um die Benennung der Tage gehen,
       sondern darum, wozu man sie noch nutzt. Der Plan ist, an einem
       Wochenende im Herbst fixe Termine für verbindliche
       Volksabstimmungen und Wahlen zu haben. An den freien Tagen der
       Woche davor sollen Infoveranstaltungen und Campagnen zu den
       abzustimmenden Themen stattfinden, damit die Wahlberechtigten
       endlich auch darüber informiert sind, worüber sie abstimmen.
       Der Befürchtung, die Beteiligung an den politischen
       Entscheidungen könnte gering sein, weil die Leute lieber Ferien
       machen, kann entgegengewirkt werden. Wenn die Menschen über
       wichtige Dinge abstimmen können, dann tun sie es auch. Wenn es
       dann die Umsetzung der verbindlichen Onlineabstimmungen
  HTML http://partypiratesat.createaforum.com/tfdemokratiereform/verbindliche-online-abstimmungen-evolution-der-briefwahl/<br
       />den Leuten auch noch ermöglichen würde, noch ortsungebundener
       als bei der Briefwahl abzustimmen, wäre sogar noch eine
       Steigerung der Beteiligung möglich. (Was nach der Beteiligung
       bei den letzten Urnengängen leider keine große Kunst ist)
       ahoy
       hellboy
       #Post#: 3023--------------------------------------------------
       Re: Verfassungsreform
       By: hellboy Date: December 19, 2014, 6:35 pm
       ---------------------------------------------------------
       Hab die Diskussion über die Abschaffung kirchlicher Feiertage in
       die TF:Laizismus verschoben.
  HTML http://partypiratesat.createaforum.com/tflaizismus/abschaffung-kirchlicher-feiertage-zugunsten-nichtreligioser/
       Weil: "Hier soll es aber nicht um die Benennung der Tage gehen,
       sondern darum, wozu man sie noch nutzt."
       Den Teil der Diskussion, der hier her gehört:
       [quote author=GOLEMXIV link=topic=515.msg3021#msg3021
       date=1419019491]
       [quote='helly']
       Hier soll es aber nicht um die Benennung der Tage gehen, sondern
       darum, wozu man sie noch nutzt. Der Plan ist, an einem
       Wochenende im Herbst fixe Termine für verbindliche
       Volksabstimmungen und Wahlen zu haben. An den freien Tagen der
       Woche davor sollen Infoveranstaltungen und Campagnen zu den
       abzustimmenden Themen stattfinden, damit die Wahlberechtigten
       endlich auch darüber informiert sind, worüber sie abstimmen.
       [/quote]
       Sinn? Wahlen sind immer an einem Feiertag, genannt "Sonntag".
       Davon gibt es jedes Jahr 52-53, daher hohe Beweglichkeit für
       Termine.
       [quote='helly']
       Weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist, und sich die Leute nach
       wenigen Jahren merken, wann das mit der Demokratie ist.
       Beweglichkeit für Termine bei Lemmingen nix gut. Und die Tage an
       denen informiert wird sind auch was neues, und das gehört
       jedenfalls ausprobiert.
       [/quote]
       Was sind "Tage, an denen informiert wird"? Zwangsfernsehen, so
       wie beim Orwell in der Macintosh-Werbung?
       [/quote]
       Wie es im eröffnungsposting hier steht: "- bei volksbefragungen
       müssen beide seiten die gleichen möglichkeiten der information
       der öffentlichkeit über ihre standpunkte haben, fragestellung
       muß bilateral abgestimmt werden". Das heißt, daß es im Fernsehen
       mal nicht die 40. Wiederholung von columbo gibt, sondern
       infosendungen und Diskussionen zu den abzustimmenden Themen, bei
       denen beide Seiten gleich viel Geld und Zeit zur Verfügung
       haben.
       [quote author=GOLEMXIV link=topic=515.msg3021#msg3021
       date=1419019491]
       [quote='helly']
       Wenn die Menschen über wichtige Dinge abstimmen können, dann tun
       sie es auch.
       [/quote]
       Davon merke ich nichts.
       [quote='helly']
       Wie denn auch? Erinnere Dich an den Spruch "wenn wahlen und
       Abstimmungen was ändern würden, wären sie verboten", weil es so
       ist. Über wichtige Dinge wird nicht abgestimmt. Schon garnicht
       verbindlich. Also wie solltest du das merken können, wenn es das
       garnicht gibt?
       [/quote]
       Wählen ist nicht das einzige politische Mittel. Es gibt noch
       andere, z.B. ...
       [quote='helly']
       Ja, und? Es gibt eben auch Wahlen und Abstimmungen, die in einer
       Demokratie unbedingt dazu gehören, und die, wie man an der
       mangelnden Beteiligung sieht, in der Krise sind. Dagegen muß was
       unternommen werden. Dies hier ist ein Ansatz dazu.
       [/quote]
       Ich glaube, wir sind nicht in einer Krise, weil keiner wählen
       geht. Wir sind in einer Krise, weil Konsumtrottel sich nicht in
       ihre eigenen Angelegenheiten einmischen.
       [/quote]
       Das glaube ich eben nicht. Viele Leute merken nur, wenn sie dazu
       instrumentalisiert werden sollen, mit pseudodemokratischen
       Abstimmungen direkte Demokratie vorzugaukeln, und machen deshalb
       nicht mit. Wie da die prozentuelle Aufteilung aussieht, muß sich
       zeigen. Von der jetzigen Situation auf das Potential zu
       schließen geht jedenfalls nicht.
       [quote author=GOLEMXIV link=topic=515.msg3021#msg3021
       date=1419019491]
       [quote='helly']
       Wenn es dann die Umsetzung der verbindlichen Onlineabstimmungen
       den Leuten auch noch ermöglichen würde, noch ortsungebundener
       als bei der Briefwahl abzustimmen, wäre sogar noch eine
       Steigerung der Beteiligung möglich. (Was nach der Beteiligung
       bei den letzten Urnengängen leider keine große Kunst ist)
       [/quote]
       Wählen ist nicht das einzige politische Mittel. Es gibt noch
       andere, z.B.
       - ziviler Ungehorsam, z.B. Massenkiffen
       - Streik, z.B. Generalstreik -- lässt sich auch für politische
       Ziele einsetzen, die nichts mit Arbeit zu tun haben, z.B. NSA
       - auf die Straße stellen und "wir wollen einen U-Ausschuss!"
       brüllen
       - Mahnwache, z.B. für Kiffer, die im Gefängnis schmachten müssen
       - Infotische
       Das ist mehr wert als wählen, aber dafür kann man kaum jemanden
       mobilisieren.
       [quote='helly']
       Na wenn man noch weniger dafür mobilisieren kann als für Wahlen,
       was ist es dann Wert?
       [/quote]
       Die wenigen, die man mobilisieren kann, sind mehr wert als
       Wähler.
       [/quote]
       Wert wofür? Doch auch nur, um weiter zu mobilisieren, was am
       Ende des Weges in einer Demokratie wieder nur zu einer
       Abstimmung oder Neuwahlen führen kann.
       [quote author=GOLEMXIV link=topic=515.msg3021#msg3021
       date=1419019491]
       [quote='helly']
       Nicht daß ich den Wert dieser demokratischen Werkzeuge
       anzweifle, die acta-Proteste haben bewiesen, daß man wenn's um's
       Eingemachte geht spät aber doch auch dafür mobilisieren kann.
       [/quote]
       Ein paar tausend Leute ist nicht viel. Die Ursula Stenzel bringt
       mehr Leute auf ihr Stadtfest. Und wie oft kann man einen Protest
       abhalten? Einmal pro Jahr und Thema. Das ist fast so wenig wie
       Wahlen.
       [/quote]
       Die Stenzel muß aber Leute bezahlen, die für sie herumkaspern,
       und zwar nicht zu knapp, damit Leute kommen. Bei den drei (!)
       acta-Demos sind Tausende hingegangen, ohne daß es was gratis
       gab. Und zusammen mit dem Druck online und medial hat das
       gereicht, um acta vorerst zu stoppen. Aber wirklich geändert hat
       sich nix, weil es weder verbindliche Abstimmungen noch neue
       Mehrheitsverhältnisse gibt. Nur dadurch könnte sich aber
       wirklich was ändern. Da sich aber die Piratenbewegung selbst
       zerlegt hat, wegen null Abwehrkräften gegen linksradikale
       Spinner, hat sich die Bewegung zerlaufen, und jetzt kommt das
       selbe wie acta von den selben Leuten unter neuer Abkürzung immer
       wieder. Eine verbindliche Abstimmung, in der ein Beschluß der so
       formuliert gewesen wäre, daß all die Überwachungsmechanismen von
       acta künftig nicht zulässig sind, hätte das verhindern können.
       [quote author=GOLEMXIV link=topic=515.msg3021#msg3021
       date=1419019491]
       [quote='helly']
       Es ist einfach was anderes, und alle diese Mittel für die
       Bevölkerung sich politisch einzubringen, müssen nebeneinander
       bestehen und gestärkt werden.
       [/quote]
       Was heißt "nebeneinander bestehen"? Einander nicht auf die
       Nerven gehen?
       [/quote]
       Nein, sich ergänzen.
       Die Tage der Demokratie allein werden es nicht lösen, aber in
       Verbindung mit den anderen Maßnahmen wie verbindlichen
       Volksabstimmungen usw ist das der richtige Weg.
       ahoy
       hellboy
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