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       #Post#: 11686--------------------------------------------------
       Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der betriebliche
       n Vorsorge
       By: Ilmen Date: March 27, 2016, 4:18 pm
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       Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der
       betrieblichen Vorsorge
       Es ist ein Schock für viele Rentner. Wird ihre betriebliche
       Lebensversicherung ausgezahlt, langt die Krankenkasse zu. Dass
       Sozialbeiträge fällig sind, weiß kaum einer. Die Folgen sind
       dramatisch.
       Mindestens 70 Prozent der Betroffenen wissen nicht, was auf sie
       zukommt, wenn die Auszahlung ansteht.....Merten Larisch -
       Altersvorsorgespezialist der Verbraucherzentrale Bayern
       Christiane M. aus dem Landkreis München war voller Vorfreude.
       Sie hatte schon genau geplant, wie sie die 120.000 Euro aus
       ihrer Direktversicherung ausgeben wollte: Ein neuer Wintergarten
       sollte es werden, den Rest wollte die Neu-Rentnerin in einen
       Kleinwagen stecken und bei einer Kreuzfahrt verjubeln. Doch es
       kam anders. Kurz nach der Auszahlung im Januar hielt die
       Krankenkasse die Hand auf.
       Von der Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge forderte sie
       mehr als 21.600 Euro ein, fast ein Fünftel. Christiane M. konnte
       es nicht fassen. Wie Millionen andere Arbeitnehmer hatte die
       frühere Verlagsmanagerin nicht im Traum damit gerechnet, dass
       von der Summe Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen
       werden – und sie damit viele Tausend Euro einbüßt.
       In den Mitteilungen ihres Versicherers war davon in all den
       Jahren nie die Rede gewesen. "Mindestens 70 Prozent der
       Betroffenen wissen nicht, was auf sie zukommt, wenn die
       Auszahlung ansteht", warnt Merten Larisch,
       Altersvorsorgespezialist der Verbraucherzentrale Bayern. Das
       System der betrieblichen Altersvorsorge entpuppt sich für viele
       Beschäftigte, die gesetzlich krankenversichert sind und oft
       jahrzehntelang über die Firma in eine Direktversicherung
       eingezahlt haben, als böse Überraschung.
       Zum einen, weil die Lebensversicherung wegen des Dauerzinstiefs
       und der Neuregelung der Bewertungsreserven lange nicht die
       prognostizierte Rendite abgeworfen hat. Zum anderen, weil am
       Ende aktuell mehr als 18 Prozent Sozialbeiträge fällig werden,
       wenn das Geld auf einen Schlag ausgezahlt wird. Doch dieser
       finanzielle Hammer am Laufzeitende hat sich offenbar immer noch
       nicht herumgesprochen.
       2004 änderte der Staat die Spielregeln
       Viele Rentner fühlten sich nach dem Schock schlicht abkassiert,
       berichtet Larisch. Besonders bitter: Hätten die Betroffenen eine
       Lebensversicherung privat und nicht über den Chef als
       Versicherungsnehmer bespart oder wären sie privat
       krankenversichert, würden sie von den Sozialversicherungen nicht
       zur Kasse gebeten.
       Bei Vertragsabschluss konnten ältere Sparer auch noch davon
       ausgehen, dass sie ihre Auszahlung beitragsfrei bekommen. Der
       Staat hatte sie mit Steuer- und Abgabenvorteilen in die
       betriebliche Altersvorsorge (bAV) gelockt. Doch seit 2004 ist
       alles anders. Damals hat der Gesetzgeber plötzlich rückwirkend
       die Spielregeln geändert.
       Seit 2004 müssen alle gesetzlich Krankenversicherte auch auf
       eine Kapitalabfindung den vollen Beitragssatz zahlen, also
       sowohl den Anteil des Arbeitnehmers wie des Arbeitgebers
       berappen. Egal, ob sie pflicht- oder freiwillig versichert sind.
       Derzeit liegt er bei durchschnittlich 15,7 Prozent für die Kasse
       plus 2,35 Prozent für die Pflegeversicherung (für Kinderlose
       2,6). Und die Tendenz steigt.
       Der nachträgliche Abzug erfolgt nicht nur auf die gezahlten
       Beiträge, sondern auf die gesamte Auszahlsumme. Damit die
       Beitragsbemessungsgrenze (2016 lag sie bei 50.850 Euro) nicht
       greift, wird das Geld auf zehn Jahre gestreckt und jeden Monat
       vom Konto des Rentners abgebucht. Das haut rein, warnt Elke
       Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale
       Nordrhein-Westfalen.
       Versicherer melden Rekordzahl bei Verträgen
       Das Beispiel von Christiane M. macht den Ärger deutlich: Die
       Höhe der Sozialabgaben wird so kalkuliert, dass ihre 120.000
       Euro auf 120 Monate umgelegt werden. Es wird also so getan, als
       bekomme die Münchnerin zehn Jahre lang 1000 Euro im Monat.
       Darauf muss sie monatlich 157 Euro für die Krankenversicherung
       und 23,50 Euro für die Pflegeversicherung abstottern.
       Vom Abzug betroffen sind nicht nur Betriebsrenten aus der
       Direktversicherung, sondern auch aus Versorgungswerken,
       Pensionsfonds oder Riester-Verträgen, die über den Arbeitgeber
       laufen. Trotzdem meldet der Gesamtverband der deutschen
       Versicherungswirtschaft (GDV) ein neues Rekordhoch von derzeit
       mehr als 15 Millionen betrieblichen Altersvorsorgeverträgen,
       davon allein gut 7,6 Millionen Direktversicherungen.
       Jeder Beschäftigte kann seit 2002 bis zu vier Prozent seines
       sozialversicherungspflichtigen Bruttogehalts durch eine
       Entgeltumwandlung in einen Vertrag investieren, den der Chef für
       ihn abschließt – also noch bevor er darauf Steuern und
       Sozialabgaben zahlen muss. 2016 fördert der Staat
       Arbeitnehmerbeiträge von bis zu 4776 Euro im Jahr. Das zieht
       offenbar. Der Arbeitgeber spart dabei seinen Anteil an den
       Sozialabgaben.
       Erboste Rentner laufen Sturm
       Was für die Einzahlungsphase so verlockend klingt, werde im
       Alter meist zum Draufzahlgeschäft, sagt Merten Larisch. Wer
       garantiert immer profitiert, sind die Arbeitgeber und
       Versicherer. Bei Sozialverbänden, Gewerkschaften und
       Verbraucherzentralen häufen sich denn auch die Beschwerden
       erboster Rentner.
       Vereine wie der Verband der Direktversicherungsgeschädigten
       laufen gegen die Pflichtabgabe unverdrossen Sturm – obwohl die
       meisten Klageverfahren bereits höchstrichterlich abgeschmettert
       wurden. Politisch steht die betriebliche Entgeltumwandlung
       derzeit zwar auf dem Prüfstand. "Es ist aber nicht in Sicht,
       dass die momentane Rechtslage rückgängig gemacht wird", sagt
       Dorothee Czennia, Referentin der Abteilung Sozialpolitik beim
       Sozialverband VdK in Berlin.
       Was können Betroffene tun? Es gebe keine echte Chance, der
       Beitragspflicht zu entkommen, sagt Verbraucherschützerin
       Weidenbach. Ausnahme:
       Wer den Vertrag auf sich als Versicherungsnehmer umschreiben
       ließ und bis zum Ende weiter besparte, braucht als
       pflichtversicherter Rentner wenigstens auf diesen Anteil keine
       Krankenkassenbeiträge zu zahlen. Das hat das
       Bundesverfassungsgericht 2010 entschieden (Az.: 1 BvR 1660/08).
       Ob sich diese Ausnahme auch auf Fälle bei Pensionskassen
       übertragen lässt, müssen die Verfassungsrichter noch klären.
       Privat zu sparen, ist meist rentabler  = ZUM BEISPIEL IN GOLD!!!
       Betroffenen Direktversicherten rät die Hamburger
       Verbraucherzentrale, sich auf das Urteil von 2010 zu berufen und
       vom Versicherer bestätigen zu lassen, welche Beiträge vom
       früheren Chef und welche privat eingezahlt wurden. Die
       Krankenkasse sollte dann den Beitrag neu berechnen und zu viel
       Gezahltes plus vier Prozent Zinsen zurückerstatten.
       Lief die Police allerdings weiter auf die Ex-Firma und der
       Arbeitnehmer zahlte nur die Prämien selbst, wie häufig der Fall,
       sind die Kassenbeiträge sehr wohl fällig. Widerspruch nutzt dann
       nichts. Freiwillig krankenversicherte Rentner sind immer
       betroffen. Bei ihnen zählt alles zum beitragspflichtigen
       Einkommen, was zum Lebensunterhalt verbraucht werden kann.
       Wichtig: Direktversicherungen sind nicht kündbar. Beim
       Jobwechsel kann der Vertrag aber meist nicht ohne Einbußen beim
       neuen Arbeitgeber weitergeführt werden. Dieser muss nur das
       Guthaben übernehmen, frühere Rabatte oder niedrige Gebühren aber
       nicht. Jobwechsler sollten sich vorher ausrechnen lassen, ob sie
       ihre Direktversicherung lieber beitragsfrei stellen, statt sie
       privat weiter zu besparen, rät Czennia.
       Eine andere Möglichkeit für Sparer, die noch viele Jahre
       Laufzeit vor sich haben und denen der Chef nichts zuschießt: den
       Vertrag stilllegen und nichts mehr einzahlen, wenn die
       Mindestlaufzeit erreicht ist. Sie liegt in der Regel bei fünf
       Jahren. Auch hier sollten die Kosten vorher geklärt werden. Die
       bessere Alternative ist Merten Larisch zufolge, privat fürs
       Alter zu sparen. Das sei flexibler und meist auch rentabler.
       [move]
  HTML http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article153721036/Die-boese-Ueberraschung-bei-der-betrieblichen-Vorsorge.html[/move]
       #Post#: 11867--------------------------------------------------
       Re: Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der betriebl
       ichen Vorsorge
       By: Ilmen Date: March 30, 2016, 3:41 pm
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       Renten: Deutschland steuert auf eine Katastrophe zu....
       Zwischen den Rentenzusagen und ihrer Finanzierung klafft selbst
       im günstigsten Szenario eine Lücke. Es droht eine Rentenkrise
       riesigen Ausmaßes. Auch private Vorsorge verspricht keine
       Rettung.
       Es war ein Auftritt ganz nach Andrea Nahles' Geschmack. Als die
       Bundesministerin für Arbeit und Soziales in der vergangenen
       Woche vor die Öffentlichkeit trat, hatte sie Großes zu
       verkünden: Deutschlands Rentnern stehe die stärkste
       Rentenerhöhung seit 23 Jahren bevor. Um 4,25 Prozent sollen die
       Renten ab 1. Juli im Westen steigen, im Osten sind es sogar 5,95
       Prozent. "Die umlagefinanzierte Rente bewährt sich also. Das ist
       eine gute Nachricht gerade in Zeiten niedriger Zinsen", sagte
       die SPD-Politikerin staatstragend und strahlte.
       Die gut 20 Millionen Rentner in diesem Land dürften sich mit ihr
       freuen. Für alle anderen ist die Botschaft der Ministerin
       allerdings eher eine Schreckensmeldung. Das stattliche Geschenk
       wird die ohnehin üppigen Rentenlasten des deutschen Staates noch
       weiter erhöhen.
       Zu bedienen sind ständig wachsende Ansprüche einer immer
       größeren Zahl an Rentnern. Zugleich erodiert die Finanzbasis des
       Staates. Doch statt gegenzusteuern, werden immer neue
       kostspielige Wohltaten beschlossen, von der Mütterrente bis hin
       zur Rente mit 63 Jahren. Das Einmaleins deutscher
       Sozialpolitiker funktioniert offenbar nach ganz eigenen Regeln.
       Rentenbürde fast doppelt so hoch wie Staatsschulden
       Mit seinem Rentenproblem steht Deutschland allerdings nicht
       allein da. Rund um den Globus schieben die Staaten einen rasant
       wachsenden Berg an Rentenzusagen vor sich her, von denen kein
       Mensch weiß, wie sie je eingelöst werden sollen.
       Die Welt steuert auf eine globale Renten-Krise zu, die die
       amerikanische Finanzkrise, die Euro-Krise oder die
       Flüchtlingskrise in ihrer Dimension bei weitem in den Schatten
       stellen könnte. Damit aber gerät der Wohlstand von Generationen
       in Gefahr.
       Wie gewaltig die Dimensionen dieser heimlichen Schulden
       gegenüber der Bevölkerung mittlerweile sind, zeigt eine aktuelle
       Studie der Citigroup. Demnach beträgt das Volumen der nicht
       gedeckten oder unterfinanzierten staatlichen Rentenansprüche in
       20 OECD-Staaten zusammengerechnet 78 Billionen Dollar (rund 70
       Billionen Euro). Die Rentenbürde ist damit fast doppelt so hoch
       wie die kumulierten Staatsschulden in Höhe von derzeit 44
       Billionen Dollar (knapp 40 Billionen Euro).
       Auch die private Vorsorge wackelt
       Auf eine Rettung durch die Renditen der privaten Altersvorsorge
       kann niemand hoffen. Die Betriebsrenten sind bei Weitem nicht
       gedeckt, Lebensversicherungen werfen wegen der niedrigen Zinsen
       immer weniger ab.
       "Rund um den Globus sind die sozialen Rentensysteme – sowohl
       staatliche als auch private – massiv unterfinanziert", warnt
       Farooq Hanif, einer der Autoren der Citi-Studie. "Damit das
       Pensionssystem nicht explodiert, müssen Staatsausgaben gekürzt,
       Firmengewinne gekappt und die Ansprüche der Rentner reduziert
       werden. Das wird ein Kraftakt für Arbeitgeber, Beschäftigte und
       Politiker weltweit werden."
       Zumal sich an der wichtigsten Ursache des Problems, dem
       demografischen Wandel, nur schwer etwas ändern lässt. Weltweit
       wird sich in den kommenden Jahrzehnten das Verhältnis zwischen
       denjenigen, die in die Rentenkassen einzahlen, und jenen, die
       Anspruch auf Leistungen daraus haben, zulasten des
       Staatshaushalts verschieben.
       China steht vor dem demographischen Kollaps
       In den USA beispielsweise finanzieren derzeit etwa vier
       Arbeitnehmer einen Rentner. Künftig wird das Verhältnis laut
       Berechnungen der Vereinten Nationen bei 2,5 zu eins liegen. In
       Japan, das besonders unter der Überalterung seiner Bevölkerung
       leidet, müssen jetzt schon nur noch zwei Beschäftigte für einen
       Rentner aufkommen.
       Deutschland steht nur wenig besser da: Derzeit kommen etwa 2,7
       Einzahler für einen Rentner auf, in Zukunft wird diese Zahl auf
       1,5 zusammenschrumpfen. Selbst in den Schwellenländern spielt
       die Demografie langfristig gegen die Staatskassen. Vor allem
       China steht ein demografischer Kollaps bevor: Das Verhältnis
       Arbeitnehmer zu Rentner wird den Schätzungen zufolge bis zum
       Jahr 2050 von derzeit sieben auf nur noch 2,2 sinken.
       Das hat dramatische Folgen für die Staatshaushalte. Wenn immer
       weniger Bürger in die Staatskassen einzahlen und gleichzeitig
       die Zahl derer, die daraus versorgt werden müssen, steigt, kann
       man die finanziellen Belastungen für den Einzelnen nicht
       unbegrenzt nach oben anpassen.
       "Die USA sind finanziell am Ende"
       Also muss der Staat einspringen und entweder Geld umverteilen
       oder noch mehr Schulden machen. Wohin das führt, haben die
       Citi-Ökonomen ebenfalls errechnet. Demnach könnten einzelne
       Länder bis 2050 rund ein Fünftel ihrer Wirtschaftsleistung für
       die Rente ausgeben.
       "Die staatlichen Rentensysteme sind weltweit in einem
       erbärmlichen Zustand", konstatiert der US-Rentenpapst Laurence
       Kotlikoff von der Universität Boston auf Anfrage der "Welt am
       Sonntag". Grund sei die klaffende Lücke zwischen den
       versprochenen Rentenzusagen und ihrer tatsächlichen
       Finanzierung. Nach seinen Annahmen beträgt diese Lücke allein
       für die Vereinigten Staaten gewaltige 26 Billionen Dollar. Damit
       liegt diese Art von Schulden deutlich über den offiziell
       gemeldeten 14 Billionen Dollar. "Diese Zahlen belegen eindeutig,
       dass die USA finanziell am Ende sind. Und zwar heute schon,
       nicht erst in 50 oder 30 Jahren", sagt Kotlikoff.
       Warnung vor der Lebensleistungsrente
       Kritisch sieht er daher auch die angekündigte deutsche
       Rentenerhöhung. Sie werde die fiskalische Lücke vergrößern, es
       sei denn, die Regierung würde eine Gegenfinanzierung zu ihrem
       Vorhaben präsentieren. "Es gibt nichts umsonst. Wenn die ältere
       Generation mehr bekommt, muss die jüngere die Rechnung dafür
       bezahlen. Und solange die Bundesregierung nicht offenlegt,
       welche Generationen von ihrer Politik profitieren und welche
       darunter leiden werden, hat sie ihren Job nicht gemacht", sagt
       der Bostoner Wissenschaftler.
       Tatsächlich gibt Deutschland einen immer größeren Anteil seines
       Wohlstands für die Rentner aus. Schon heute muss der Bund die
       Rentenkasse jährlich mit rund 86 Milliarden Euro bezuschussen.
       Geht es in diesem Tempo weiter, dürfte 2020 wohl die
       100-Milliarden-Marke geknackt werden.
       Die Diskrepanz zwischen staatlichen Rentenansprüchen und ihrer
       Finanzierbarkeit treibt auch den deutschen Sachverständigenrat
       um. "Selbst in den günstigsten Szenarien bleibt die
       Tragfähigkeitslücke bestehen", mahnte der Freiburger
       Wirtschaftsweise Lars Feld diese Woche in Frankfurt. "Deswegen
       warnen wir ganz explizit davor, nun auch noch eine solidarische
       Lebensleistungsrente einzuführen."
       220 Prozent Staatsverschuldung
       Die Probleme sind der Bundesregierung durchaus bekannt. Erst im
       Februar haben die Beamten von Bundesfinanzminister Wolfgang
       Schäuble auf 70 Seiten bis ins kleinste Detail vorgerechnet,
       welche Folgen die Alterung der Gesellschaft für die Entwicklung
       der Staatsfinanzen hat.
       Es gebe "erhebliche Tragfähigkeitsrisiken", die den
       Handlungsspielraum des Staates einschränken und die Verschuldung
       weit über das im Maastrichter Vertrag vereinbarte Maß hinaus in
       die Höhe treiben könnten. In einem ungünstigen Szenario könnte
       der Schuldenstand bis zum Jahr 2060 "kontinuierlich auf rund 220
       Prozent" des Bruttoinlandsprodukes steigen, mahnen die Beamten.
       Entsprechend skeptisch beurteilen Deutschlands Spitzenmanager
       die für Juli geplante Rentenerhöhung. Wie aus einer Umfrage
       unter den 141 Mitgliedern des Leaders Parliament von Roland
       Berger und der "Welt am Sonntag" hervorgeht, sprechen sich rund
       54 Prozent der Befragten gegen kräftige Erhöhungen aus. Das
       System der gesetzlichen Rente werde durch solche Steigerungen
       mittelfristig unbezahlbar, kritisieren sie. Die Rentenformel
       sollte sich daher an der Finanzierbarkeit orientieren.
       Dramatische Lage für Lebensversicherung & Co.
       Lange Zeit wurde die private Altersvorsorge – also
       Betriebsrenten, Riester-Verträge oder Lebenspolicen – als
       rettende Lösung aus dem staatlichen Finanzierungsdilemma
       verkauft. Doch die intensiv beworbenen Riester-Verträge und
       Lebensversicherungen werfen immer weniger ab. Schuld ist das
       seit Jahren andauernde extrem niedrige Zinsniveau, das die
       Berechnungen einer ganzen Branche über den Haufen wirft und die
       versprochenen Leistungen immer stärker stutzt.
       Entsprechend dramatisch ist die Lage für viele
       Lebensversicherungen. Besonders die deutschen Anbieter, die
       einen Großteil ihrer Kundengelder in Zinspapiere wie
       Staatsanleihen oder Unternehmenstitel investieren, bekommen von
       den Experten der Ratingagentur Moody's einen negativen Ausblick.
       "Zwar sind das für 2016 erwartete Wirtschaftswachstum und die
       anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit positiv für die deutschen
       Versicherer", sagt Benjamin Serra, Kreditexperte von Moody's.
       "Das Niedrigzinsumfeld wird diese Effekte jedoch zunichtemachen
       und die Gewinne der Lebensversicherer weiter schmälern."
       Zentrale Altersvorsorge als Lösung
       Gleichzeitig klaffen auch bei den Betriebsrenten, die gern als
       sinnvolle Ergänzung zur staatlichen Vorsorge angepriesen werden,
       mittlerweile gewaltige Lücken. Nach Berechnungen der Citi haben
       Firmen aus den USA und Großbritannien lediglich 82 Prozent ihrer
       Verpflichtungen finanziert. In den 500 größten US-Konzernen
       summieren sich die impliziten Schulden mittlerweile auf 403
       Milliarden Dollar.
       Lösungen aus dem Rentendilemma gibt es aus Sicht von Ökonomen
       durchaus. Allerdings dürfte sich keiner der Ansätze wirklich
       schnell umsetzen lassen, geschweige denn umgehend Erfolge
       zeigen. Am Anfang muss nach Ansicht der Citi-Experten eine
       deutlich größere Transparenz stehen, die die impliziten
       Rentenschulden der Staaten offenlegt, sodass sich jeder Bürger
       selbst ein ungeschöntes Bild von der Schuldensituation machen
       kann.
       Neben den gängigen Forderungen einer Anpassung der
       Rentenansprüche nach unten und einer Erhöhung des
       Renteneintrittsalters schlagen die Citi-Experten zudem eine Art
       Staatsfonds vor, der für die Bevölkerung eines Landes die
       Altersvorsorge zentral managt. Heutzutage würden die einzelnen
       Sparer das Risiko der privaten Renten-Produkte tragen. Mit einer
       kollektiven Fondslösung könnten für eine große Masse bestimmte
       Rendite-Ziele einfacher erreicht werden.
       Ein Computer soll über Anlage entscheiden
       In eine ähnliche Richtung zielt auch der Vorschlag von
       Renten-Ikone Kotlikoff. Er spricht sich dafür aus, die
       staatliche Rente einzufrieren und ein privates
       Altersvorsorgesystem aufzubauen, bei dem die Anlagen von einem
       Computer automatisch ausgewählt werden. Ein solches System komme
       ohne Staatseinfluss eines kollektiven Fonds aus und ohne Kosten
       von Banken oder Versicherungen.
       Ganz ohne Regierung geht aber auch Kotlikoffs Plan nicht auf. Er
       plädiert dafür, dass der Staat zumindest die eingesetzten
       Beiträge absichern solle, sodass die Sparer eine Garantie dafür
       haben, dass wenigstens die Summe, die sie einzahlen, ihnen im
       Alter auch tatsächlich zur Verfügung steht.
       Tatsächlich wird ein solcher Staatsfonds für Deutschland bereits
       diskutiert. Sollte dieses Konzept mehr Anhänger finden, könnte
       Arbeitsministerin Andrea Nahles demnächst womöglich erneut mit
       einer frohen Botschaft zu den Renten vor die Fernsehkameras
       treten. Nur dass es diesmal eine gute Nachricht für alle wäre,
       und nicht allein für die Rentner.
       [move]
  HTML http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/8293052/deutschland-steuert-auf-eine-katastrophe-zu.html[/move]
       #Post#: 12134--------------------------------------------------
       Neue Funktionen
       By: DanielMindon Date: April 5, 2016, 7:29 am
       ---------------------------------------------------------
       [font=arial]Hallo liebe mindflasher,
       Neuerung auf mehrfachen Wunsch.
       ich konnte jetzt dem oft gesprochenen Wunsch entsprechen
       und habe fuer das Board eine Bewertungsfunktion gebucht
       und implementiert.
       Man findet sie unterhalb der posts in Iconform.
       Ich bin sicher, das Forum damit interessanter gestaltet zu
       haben.
       D.[/font]
       #Post#: 13306--------------------------------------------------
       Re: Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der betriebl
       ichen Vorsorge
       By: Ilmen Date: April 28, 2016, 11:45 am
       ---------------------------------------------------------
       27.04.2016 (Aktualisiert 20:35 Uhr) von Sabine Lennartz
       Was Versicherte auf die Palme bringt......
       Hohe Sozialabgaben auf Direktversicherungen belasten Neurentner
       – Linken-Antrag auf Änderung heute im Bundestag
  HTML http://www.schwaebische.de/cms_media/module_img/5816/2908238_1_article660x420_B994740845Z.1_20160427203031_000_GTU40NEJ4.1-0.jpg
       Was Versicherte auf die Palme bringt....Grafik: Foto: SZ
       Berlin sz Für viele Rentner, die ihre Direktversicherung jetzt
       ausbezahlt bekommen, ist der Schock erst einmal groß.
       Betrieblich angesparte Rente wird zwar von allen Politikern
       propagiert. Doch auf diese Rente müssen Arbeitnehmer die vollen
       Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abführen. Nicht nur
       die der Arbeitnehmer, sondern auch die der Arbeitgeber, also
       15,6 Prozent Krankenversicherung und 2,35 Prozent
       Pflegeversicherung.
       Vielen Neurentnern ist das nicht bewusst, deshalb ist der
       Protest groß. Kein Wunder, denn bei 100000Euro Rente aus der
       Direktversicherung sind fast 18000Euro weg. Die Linke fordert,
       dies zu ändern. Der Bundestag debattiert das heute.
       Das Problem rückt immer mehr ins Blickfeld. Das Rentenniveau
       sinkt, private und betriebliche Altersvorsorge bekommen einen
       höheren Stellenwert. Doch die Profitabilität von Riester-Renten
       hat in der Niedrigzinsphase gelitten, auch die private Vorsorge
       ist derzeit nicht attraktiv.
       Da fällt umso mehr eine Belastung der Neurentner auf, die schon
       länger besteht. Bei der Gesundheitsreform 2004 einigten sich
       Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und der damalige
       Unionsverhandlungspartner Horst Seehofer (CSU) darauf, auf diese
       Lebensversicherungen den vollen Beitrag zu verlangen, um „ein
       Gebot der Solidarität der Rentner gegenüber den Erwerbstätigen“
       einzufordern.
       Gemeinsame Meinung
       Die Linken-Fraktion fordert jetzt die Bundesregierung auf, die
       doppelte Beitragszahlung auf Direktversicherungen und
       Versorgungsbezüge zu beenden. Sollten bereits während der
       Ansparphase Sozialversicherungsbeiträge abgeführt worden sein,
       dürften in der Leistungsphase keine Beiträge mehr fällig werden.
       Eine gemeinsame Meinung von Linken, FDP und Arbeitgeberverband
       BDA gibt es selten – doch hier ist es der Fall. Die
       stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Marie-Agnes
       Strack-Zimmermann etwa sagt: „Menschen, die für ihren
       Lebensabend vorsorgen wollten, werden gleich mehrfach bestraft,
       da das Angesparte sowohl durch die Sozialabgaben als auch die
       Niedrigzinsen geschmälert wird. Diese Ungerechtigkeit muss
       umgehend behoben werden.“ Eine Chance, dass der Antrag der
       Linken im Bundestag eine Mehrheit findet, gibt es dennoch nicht.
       Denn angesichts von 7,6 Millionen Direktversicherungen spülen
       die Abgaben rund 2,7 Milliarden in die gesetzlichen
       Krankenkassen.
       Änderungen möglich = (ABER NUR WENN SCHÄUBLE MITSPIELT!)
       Das Nachdenken über Änderungen hat aber auch bei den anderen
       Fraktionen eingesetzt. In der Unionsfraktion heißt es in einem
       Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der betrieblichen
       Altersvorsorge, dass die Doppelverbeitragung als gravierender
       Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge bewertet werde. Eine
       Arbeitsgruppe schlägt vor, dass der Arbeitgeber in der
       Ansparphase obligatorisch einen Betrag in Höhe der eingesparten
       Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abführt. Damit
       werde ein Ausgleich geschaffen.
       Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß hält solche Änderungen für die
       Zukunft für möglich. Bis Ende des Jahres will man sich mit der
       SPD über eine Weiterentwicklung der betrieblichen Altersvorsorge
       verständigen. Ein neuer Förderansatz müsse besonders die
       Geringverdiener und die Verhinderung von Altersarmut im Blick
       haben. Peter Weiß bricht eine Lanze auch für die Riester-Rente.
       „Die einzige Rente mit Familienkomponente würde ich nicht kaputt
       machen.“
       Auch in der SPD-Fraktion rückt man aber von der
       Doppelverbeitragung von Lebensversicherungen ab. Die
       SPD-Politikerin Hilde Mattheis meint, die Beschlüsse seien in
       sehr schwieriger Finanzlage der Krankenversicherung beschlossen
       worden, die obersten Bundesgerichte hätten die Regelung jedoch
       als verfassungsgemäß bestätigt. „Heute sehe ich diese Regelung
       aber durchaus kritisch“, sagt Mattheis. „Eine einfache
       Rückabwicklung, wie das der Antrag der Linken suggeriert, ist
       aber nicht möglich.“ Das Thema müsse im Zuge einer umfassenden
       Reform der Betriebs- und privaten Rentenvorsorge erneut
       aufgegriffen werden.
       [move]
  HTML http://www.schwaebische.de/politik/inland_artikel,-Was-Versicherte-auf-die-Palme-bringt-_arid,10441438.html[/move]
       Ergo: Das hat man davon, von dieser verdummenden
       Gehaltsumwandlung: da wird man vom deutschen Staat gleich
       doppelt beschiessen, einmal wird die Gehaltsumwandlung mit einer
       Pauschalsteuer belegt. Und bei Vertragsablauf und Fälligkeit der
       Versicherungssumme kommt noch eine Rechnung von der
       Gesundheitskasse - früher Krankenkasse - in Haus geflattert!!!
       In der Rechnung wird einem mitgeteilt, dass man an der
       auszuzahlenden Versicherungssumme nicht nur den
       Arbeitnehmeranteil bezahlen muss, sondern auch den
       Arbeitgeberanteil!! Bei der Gehaltsumwandlung ist der
       Arbeitgeber von der Zuzahlung zur Sozialversicherung befreit.
       Demnach spart bei Gehaltsumwandlungen der Arbeitgeber viel Geld!
       Nach Vertragsablauf zahlt wiederum der Arbeitnehmer den
       Arbeitgeberanteil auf die Sozialversicherung! Danke Frau
       Superministerin und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt von der
       SPD: sie haben ein sehr gutes Sozialgesetz für die Arbeitgeber
       geschaffen. Der Arbeitnehmer zahlt und zahlt und die Arbeitgeber
       sanieren sich auf Kosten von Gehaltsumwandlungen an ihren
       Arbeitnehmern. Das ist schon ein super deutscher Staat der seine
       Bürger nur noch ausplündert und die super Millionäre und
       Milliardäre verschont. Ein Gleichheitsprinzip scheint den
       regierenden Berliner Chaotentruppe, doch völlig egal zu sein.
       Dem deutschen Staat ist nur eines wichtig, die Mittelklasse
       lässt man zu Gunsten der Superreichen ausbluten. Wieder ein
       Grund mehr Gold und Silber zu kaufen und bei der nächsten Wahl
       die AfD!!!
       #Post#: 24418--------------------------------------------------
       Re: Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der betriebl
       ichen Vorsorge
       By: Ilmen Date: April 20, 2017, 2:39 pm
       ---------------------------------------------------------
       [tt]Altersvorsorge: Der Totengräber der Lebensversicherung[/tt]
       [tt]Uwe Laue war nie ein Mann für Experimente. Deshalb wurde er
       Versicherungsmanager. Lebensversicherungen verkaufte er
       besonders gern. Jetzt muss er die liebste deutsche
       Altersvorsorge zu Grabe tragen.
       16.04.2017, von Philipp Krohn [/tt]
  HTML http://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/1024884044/1.4950287/article_multimedia_overview/der-mission-der-debeka-alles.jpg
       Der Mission der Debeka „Alles für den Kunden“ hat sich auch der
       Vorstandsvorsitzende Uwe Laue verschrieben.
       [tt]Als Uwe Laue das Beatmungsgerät abschaltet, ist er innerlich
       gefasst. Er konnte ruhig schlafen, denn er hatte es sich
       reiflich überlegt. Keine weiteren lebenserhaltenden Maßnahmen.
       Mehrfach war Laue mit sich selbst in den Wald gegangen, um die
       Argumente im Kopf durchzuspielen. Es wäre eine Illusion zu
       glauben, dass der Bettlägrige wieder auf die Beine käme. Also
       zog er an diesem Sommertag des Jahres 2016 den Stecker. Die
       klassische Lebensversicherung mit Zinsgarantie hörte auf zu
       atmen.
       Dann wurde der klinische Tod festgestellt. Technischer
       gesprochen: Sie ging in den Run-off. Für Kunden, die schon einen
       Vertrag abgeschlossen hatten, änderte sich zwar nichts. Aber
       neue Policen verkauft der Versicherungsmanager Uwe Laue nun
       nicht mehr. Dabei war die Lebensversicherung die Versicherung
       der Deutschen: das Modell, das Millionen in
       bundesrepublikanischen Jahrzehnten als besten Kompromiss
       zwischen Sicherheit und Profit angesehen haben. Sie zahlten
       kleine Monatsbeiträge ein und investierten so zusammen viele
       Milliarden Mark und Euro. Bis zum Jahr 2002 gab es noch die
       steuerbegünstigte Kapitallebensversicherung, anschließend die
       seither besser gestellten privaten Rentenversicherungen.
       Versicherungsverein Debeka ohne warmes Wasser
       Es ist heute ein trüber Wintertag in Koblenz. Wenn Uwe Laue aus
       seinem Vorstandsbüro aus dem Fenster schaut, hat er einen freien
       Blick auf die letzten Kilometer der Mosel vor der Mündung am
       Deutschen Eck. Seit den achtziger Jahren residiert sein
       Arbeitgeber, die Debeka, hier in diesem schlichten Hochhaus in
       einem Gewerbegebiet, das in seiner grauen Schmucklosigkeit die
       Mission dieses Unternehmens erzählt: Alles für die Kunden.
       Andere Versicherungsunternehmen bauten sich selbst Schlösser.
       Gut lebten viele von der Lebensversicherung.
       Bis heute gibt es im bescheidenen Gebäude der Debeka noch nicht
       einmal einen Warmwasseranschluss. Sind die Kosten niedrig,
       bleibt mehr für die Mitglieder. Denn die Debeka ist ein
       Versicherungsverein, der allen Mitgliedern gehört, und trotzdem
       immerhin sechstgrößter Anbieter auf dem deutschen
       Versicherungsmarkt. Im 15. Stock wurde gerade saniert, und
       großflächige Gemälde hängen aus; die Teeküche ist von einem
       Ei-artigen, bunt beleuchteten Kunststoffgehäuse umgeben. Die
       sieben Vorstände und der Aufsichtsratsvorsitzende haben jeweils
       eine eigene Toilettenkabine.
       Lebensversicherung galt lange als bestes Produkt
       Vor einigen Monaten musste der Vorstandsvorsitzende im
       Besprechungsraum eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede vor
       Mitarbeitern aus dem ganzen Land halten. „Ich erwarte von Ihnen,
       dass Sie mir folgen“, schmetterte Laue ihnen mit Nachdruck
       entgegen. Dass er den Stecker des Beatmungsgeräts gezogen hatte,
       kam in dieser Runde überhaupt nicht gut an. Denn über vier
       Jahrzehnte hatten dieselben Debeka-Mitarbeiter ihren Kunden
       erklärt, warum die klassische deutsche Lebensversicherung mit
       jährlicher Zinsgarantie das beste Vorsorgeprodukt der Welt sei.
       Und jetzt sollten sie mit einem Mal umdenken?
       Laue drohte seiner Mannschaft: Wenn sie den strategischen
       Schwenk nicht mittrage, könne er ungemütlich werden. Am Ende
       hatte er die Truppe eingefangen: „Alle folgten mir, und das
       ermöglichte, dass wir im vierten Gang bei voller Fahrt auf der
       Autobahn neue Produkte auf den Markt brachten“, sagt er. Die
       klassische Lebensversicherung war abgeschafft. So
       leidenschaftlich wie an diesem Tag hatten die Mitarbeiter ihren
       Chef noch nie erlebt. Grundsolide, allenfalls ein klein wenig
       jovial, führt er das Unternehmen seit fünfzehn Jahren.[/tt]
  HTML http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/debeka-beerdigt-klassische-lebensversicherung-14949943.html
  HTML http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/debeka-beerdigt-klassische-lebensversicherung-14949943.html
       #Post#: 24419--------------------------------------------------
       Re: Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der betriebl
       ichen Vorsorge
       By: Ilmen Date: April 20, 2017, 2:43 pm
       ---------------------------------------------------------
       [tt]Mit mittlerer Reife zur Beamtenlaufbahn
       Um die Tiefe dieses Einschnitts besser zu verstehen, muss man in
       die Vergangenheit eintauchen. In die von Laue. Und in die
       Deutschlands. Es ist das Jahr 1973, Deutschland ist amtierender
       Fußball-Europameister, gerade spielt sich eine Diskussion über
       ökologische Grenzen des Wachstums ab, im Nahen Osten steht der
       Jom-Kippur-Krieg kurz bevor, in dessen Folge der Ölpreis rapide
       zunimmt, autofreie Sonntage sind die Folge.[/tt]
  HTML http://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/3259882556/1.4950319/article_multimedia_overview/im-bescheidenen-hauptsitz-der.jpg
       Im bescheidenen Hauptsitz der Debeka gibt es nicht einmal warmes
       Wasser. So bleibt mehr für den Kunden.
       I[tt]m schwäbischen Esslingen geht alles etwas beschaulicher zu:
       Uwe Laue ist 16 Jahre alt und hat seine mittlere Reife in der
       Tasche. Damals stand einem mit einem solchen Abschluss noch die
       Welt offen. Laue entscheidet sich für eine Beamtenlaufbahn im
       gehobenen Dienst. Gerade ist er aus der Landeshauptstadt ins
       Elternhaus zurückgekehrt, in dem er mit sechs Geschwistern
       aufgewachsen ist.
       Die Liebe zur Versicherung
       Die Gespräche im Stuttgarter Regierungspräsidium waren
       erfolgreich: Laue darf in der Behörde anfangen – allerdings
       nicht sofort. Denn um in den gehobenen Dienst einzusteigen, muss
       man volljährig sein. „Für ein Jahr Nichtstun hätte mein Vater
       kein Verständnis gehabt“, erzählt er. Also muss eine andere
       Stelle her.
       Eines Abends steht ein Debeka-Vertreter vor der Tür. Ob er schon
       eine Ausbildungsstelle habe, will der wissen. Ja, aber erst in
       einem Jahr, antwortet Laue. „Ich schrieb die Bewerbung und wurde
       eingestellt. Nach einem Jahr konnte ich mir schon nicht mehr
       vorstellen, etwas anderes zu machen als Versicherungen“, sagt er
       heute. Und etwas poetischer: „Es war ein Zufall, der nachher zur
       Liebe wurde.“
       Laue leistet auch im privaten Umfeld Überzeugungsarbeit
       Vom jugendlichen Azubi bis zum Vorstandsvorsitzenden in knapp
       dreißig Jahren, solche Karrieren sind selten geworden. Die
       Debeka ist in Laues Anfangszeit, Mitte der siebziger Jahre, der
       führende private Krankenversicherer des Landes. Allmählich aber
       baut sie auch das lukrative Geschäft mit den
       Lebensversicherungen aus. Wie so viele, die im Vertrieb
       anfangen, grast Laue zunächst sein privates Umfeld ab, um
       Verträge zu verkaufen. 30.000 Mark Auszahlung verspricht eine
       der Policen nach einigen Jahren Einzahlung – und 500 Mark
       Monatsrente, falls der Kunde durch Unfall oder Krankheit nicht
       mehr in seinem Beruf arbeiten kann.
       „Ich war davon beseelt“, erzählt Laue. Eines Tages sitzt er bei
       seiner damaligen Freundin auf dem Sofa. Sie ist
       medizinisch-technische Assistentin. Ihr Vater ist sehr skeptisch
       gegenüber Versicherungen. Zwei Stunden bearbeitet Laue sie – die
       Freundin, den Vater. Dann hat er sie so weit. 50.000 Mark werden
       als Auszahlung vereinbart. Vor inzwischen sieben Jahren ist die
       Police ausgezahlt worden. „Und zwar mehr, als ich damals
       vorausberechnet habe“, sagt Laue mit Stolz. Er weiß es deshalb
       so genau, weil seine Freundin später seine Frau wurde. So treu
       wie zum Arbeitgeber ist Laue auch im Familienleben.
       Zinsen auch in den 90ern günstig
       Es waren damals fette Zeiten für Versicherungsunternehmen. Die
       Inflation war hoch, die nominale Verzinsung, die den Kunden
       versprochen wurde, leicht zu erwirtschaften. 3 Prozent Garantie,
       6 Prozent Inflation, 10 Prozent Umlaufrendite, so konnte das
       jahrzehntelang weitergehen. Einen Teil der Erträge behielten die
       Versicherer als Sicherheitspolster ein. Mitte der achtziger
       Jahre greift das Bundesversicherungsamt ein: In einem
       Rundschreiben fordert es die Gesellschaften auf, mehr an die
       Kunden auszuschütten.[/tt]
  HTML http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/debeka-beerdigt-klassische-lebensversicherung-14949943-p2.html
  HTML http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/debeka-beerdigt-klassische-lebensversicherung-14949943-p2.html
       #Post#: 24420--------------------------------------------------
       Re: Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der betriebl
       ichen Vorsorge
       By: Ilmen Date: April 20, 2017, 2:45 pm
       ---------------------------------------------------------
       [tt]Die fetten Jahre enden nie. In den neunziger Jahren stehen
       die Zinsen weiterhin günstig. Für einige Jahre heben die
       Versicherer ihre jährlich versprochene Verzinsung sogar auf 4
       Prozent. Laues Unternehmen hebt sogar die Garantien für
       niedriger verzinste Altverträge auf dieses Niveau an. Eine
       Großzügigkeit, die Laue zwei Jahrzehnte später zum Äußersten
       zwingen wird.[/tt]
  HTML http://media0.faz.net/ppmedia/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/11379962/1.4950312/article_multimedia_overview/seit-den-achtziger-jahren.jpg
       [tt]Seit den achtziger Jahren sitzt die Debeka in Koblenz in
       einem Hochhaus im Gewerbegebiet.[/tt]
       [tt]Krise durch Sicherheits-Bestimmungen
       Anfang des Jahrtausends beginnt es eng zu werden: Die
       Bundesregierung schränkt die Steuerprivilegien für
       Lebensversicherungen ein. Immer mehr Gesellschaften verkaufen
       nun private Rentenversicherungen, die zu den Plänen der
       rot-grünen Koalition passen, das Rentenniveau zu senken und das
       durch mehr private Vorsorge auszugleichen („Riester“). Statt
       dreißig Jahre garantieren sie ihren Kunden die Zinsen nun sieben
       oder gar acht Jahrzehnte – bis zum Lebensende, so wie die
       staatliche Rentenversicherung.
       Die Lebensversicherung, Laues Lebenswerk, krankt immer
       schlimmer. Um ihre weitere Krankheitskarriere besser zu
       verstehen, müssen zwei hässliche Wörter eingeführt werden, wie
       sie in solchen Erzählgeschichten normalerweise keinen Platz
       finden: „Solvency II“ und „Zinszusatzreserve“. Das eine ist das
       neue europäische Aufsichtsrecht, das Versicherer dazu zwingt,
       ihre Risiken marktgerechter zu bewerten. Das andere ist ein
       Instrument, mit dem die staatlichen Aufseher in Deutschland seit
       sechs Jahren Versicherer zwingen, zusätzliche Sicherheiten
       einzubehalten, um die einst versprochenen Garantien auch
       wirklich bedienen zu können.
       Entwicklungen sind nicht mehr absehbar
       Uwe Laue ist jetzt vom euphorischen Teil der Geschichte zur
       Schilderung des Siechtums übergegangen: „Als die Bemühungen um
       Solvency II losgingen, wurde klar, dass das, was wir als
       Versicherer machen, im Niedrigzins abenteuerlich ist.“
       Abenteuer hatte er eigentlich nie gesucht. Doch unter ihm hat
       sich die Debeka zu einem Zins-Junkie gewandelt, der wie der
       Süchtige an der Nadel der Kapitalmärkte hängt. Erste Versicherer
       straucheln in den Börsenkrisen 2002 und 2008. Auch Laue wird
       langsam bewusst, dass die Entwicklung nicht einmal für die
       kommenden Jahre absehbar ist. Die todsichere Lebensversicherung,
       ein hochspekulativer Drahtseilakt? Und er hatte Garantien für
       Jahrzehnte ausgesprochen. Das war prekär auch deshalb, weil ihre
       alten Wertpapiere mit fallenden Zinsen immer höhere Kursniveaus
       erreichten.
       Lange Niedrigzinsphase nicht vorausgesehen
       Die Debeka ging trotzdem noch eine Weile nach der bewährten
       Philosophie vor: Alles für die Kunden. Während andere
       Versicherer wie die Hamster das Geld zusammenhielten, um auf das
       ominöse Solvency II vorbereitet zu sein, lobten sie Medien und
       Verbraucherschützer für ihre großzügigen
       Überschussbeteiligungen. „Wir wollten immer die profitieren
       lassen, die am Erfolg beteiligt waren“, sagt Laue. Die Debeka
       ist eine Zinswette eingegangen und hat verloren. Laue hat sich
       verspekuliert. „Ein Mittelweg wäre im Nachhinein richtiger
       gewesen“, sagt er, „aber ich hätte mir nicht vorstellen können,
       dass die Niedrigzinsphase so lange anhalten würde.“
       An dieser Stelle lässt die Geschichte zwei verschiedene
       Deutungen zu: Die Europäische Zentralbank töte die deutsche
       Altersvorsorge, sagen deutsche Finanzunternehmen. Bei Uwe Laue
       hört sich das so an: „Ich sehe ein: Wenn man Europa
       stabilisieren will, ist eine Gruppe der Verlierer – der deutsche
       Sparer.“ Deutsche wollten Sicherheit. Garantien seien durch die
       Niedrigzinspolitik nun aber nicht mehr möglich.[/tt]
  HTML http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/debeka-beerdigt-klassische-lebensversicherung-14949943-p3.html
  HTML http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/debeka-beerdigt-klassische-lebensversicherung-14949943-p3.html
       #Post#: 24421--------------------------------------------------
       Re: Direktversicherungen: Die böse Überraschung bei der betriebl
       ichen Vorsorge
       By: Ilmen Date: April 20, 2017, 2:47 pm
       ---------------------------------------------------------
       [tt]EZB hat andere Ansicht
       Um die alternative Deutung zu erhalten, muss man von Koblenz aus
       eineinhalb Stunden nach Südosten reisen: Der Glasturm der
       Europäischen Zentralbank im Frankfurter Ostend glänzt im roten
       Abendlicht. Das spektakuläre Gebäude auf dem Gelände des vor
       einem Jahrzehnt geschlossenen Großmarkts ist überall in Europa
       aus dem Fernsehen bekannt und immer dann zu sehen, bevor man
       Mario Draghis Worte hört, mit denen er über die Entscheidungen
       seines Rats berichtet.[/tt]
  HTML http://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/4209024082/1.4950311/article_multimedia_overview/nur-wenige-kilometer-trennen.jpg
       [tt]Nur wenige Kilometer trennen Laue in seinem Vorstandsbüro
       vom Deutschen Eck.[/tt]
       [tt]Im siebten Stock des EZB-Sitzes hat der Deutsche Ulrich
       Bindseil sein Büro. Als Generaldirektor Marktgeschäfte setzt er
       Draghis umstrittenes Anleihekaufprogramm um. Bindseil ist ein
       nüchterner Volkswirt, der spielerisch zwischen sperrigen
       Fachtermini wie „Transmissionsriemen“ oder
       „Arbeitskräfteabsorption“ und anschaulichen Bildern wie dem
       größer werdenden volkswirtschaftlichen Kuchen hin und her
       springt.
       Lebensversicherer sind auf Zinsanstieg angewiesen
       „Unsere Logik wird auch von anderen Notenbanken wie der Fed
       angewendet. Ich habe noch keine überzeugende Alternative
       gehört“, sagt Bindseil. Die Geldpolitik habe die Aufgabe, Preise
       stabil zu halten, bei niedriger Inflation müsse sie die
       Wirtschaft stimulieren. Aus Deutschland höre er den Vorwurf, die
       Zinsen würden niedrig gehalten, um Italiens Staatsfinanzierung
       zu erleichtern. Er aber hält einen expansiven Impuls für nötig,
       um die niedrige Inflation und das schwache Wachstum zu
       überwinden. Wenn sich die Preissteigerung langfristig bei 2
       Prozent einpendele, könne das Programm enden und werde sich die
       „Zinsstrukturkurve“ normalisieren.
       „Die Kombination aus niedrigem Zins und der Regulierung ist für
       Lebensversicherer temporär schwierig. Aber das resultiert aus
       ihrem Geschäftsmodell und den versprochenen Garantien. Dadurch
       sind sie darauf angewiesen, dass die Inflation zurückkehrt und
       infolgedessen die Zinsen wieder steigen“, sagt er und klingt wie
       sein Präsident Draghi. Nach einer Zinssitzung vor einem Jahr
       hatte er verkündet: „Ich mahne alle Akteure dazu, der Versuchung
       zu widerstehen, die niedrigen Zinsen für alles verantwortlich zu
       machen, was in diesem Sektor falsch läuft und schon seit vielen
       Jahren falsch lief.“
       Junge Kunden sind die Verlierer
       In Koblenz schüttelt Uwe Laue über diese Deutung den Kopf. Er
       sei nicht sauer auf Draghi, er halte dessen Geldpolitik aber für
       verfehlt: „Ich befürchte, dass Rechtspopulisten den Slogan
       erfinden könnten: ,Europa enteignet euch und stopft Löcher, die
       nicht zu stopfen sind.“
       Noch viele Jahre lang wird er durch seine Großzügigkeit der
       Vergangenheit gezwungen sein, Kapitalerträge jüngeren Kunden
       vorzuenthalten, weil die Gewinne in die Zinszusatzreserve und
       das Eigenkapital statt in die Ausschüttung fließen muss. Von
       einem Rohüberschuss von 1100 Millionen Euro wurden im
       vergangenen Jahr 900 Millionen direkt in die Reserve geleitet.
       Das ist der Preis für die Kundenfreundlichkeit.
       Weniger Vorsorge wird die Regel
       Uwe Laue hat seinen Frieden gemacht mit der Entscheidung, der
       klassischen Lebensversicherung die künstliche Atemluft
       abzuschneiden. Die alten Verträge müssen aber noch viele
       Jahrzehnte lang bedient werden. Für neue Kunden hat der
       Versicherer nun eine andere Variante im Angebot: Die Garantie
       ist niedriger, als erlaubt wäre. Im Gegenzug kann ein etwas
       größerer Teil des Spargeldes in kostengünstige Indexfonds
       angelegt werden.
       Auch das zeigt, dass die Welt der Altersvorsorge künftig eine
       ganz andere sein wird als bisher. Es wird weniger Vorsorge
       möglich sein als zu Laues Zeiten. „20 Prozent der Bevölkerung
       verdienen über den Daumen weniger als 1600 Euro brutto. Sie
       bekommen keinen Zins. Warum sollten sie etwas zur Seite legen“,
       fragt Laue. „Die Generation der armen Rentner kommt noch. Davor
       habe ich Angst.“ Als er das sagt, ist nicht ganz klar, ob der
       versierte Vertriebsmann Laue oder der solide schwäbische
       Familienvater spricht.[/tt]
  HTML http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/vorsorgen-fuer-das-alter/debeka-beerdigt-klassische-lebensversicherung-14949943-p4.html
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