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Mindflashtalk
HTML https://mindflash.createaforum.com
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#Post#: 4317--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: barmbekerbriet
Date: December 6, 2015, 1:13 pm
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^steht Gold jetzt doch vor dem Gang gen Norden ? In Dollar
gerechnet hat der Preis ja um rund 30 $ zugelegt . Die
Gesammtlage würde trauriger Weise dazu passen . Dazu passt auch
folgender Artikel .
Gold-Handelsdaten vom US-Terminmarkt: Kommt jetzt die Wende?
HTML http://www.goldreporter.de/gold-handelsdaten-vom-us-terminmarkt-kommt-jetzt-die-wende/gold/54966/
Gruss in die Runde
barmbekerbriet
#Post#: 4323--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: GURUFOCUS
Date: December 6, 2015, 2:06 pm
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Vielen Dank hier den Leuten mit den guten Ratschlägen.
Letztendlich habe ich mich für
Degussa im Frankfurter Westend entschieden. - Sehr schönes und
gepflegtes Ambiente
in einer Eckvilla. M. E. ein sehr fairer Kauf.
Falls jemand jetzt noch Ideen für New York hat, bin ich auch da
für jeden Tip dankbar.
Ich werde D am nächste verlassen. Evtl. kann ich für jemanden
aus dem Forum noch etwas
an- bzw. nachsehen.
Degussa Goldhandel stellt besondere Stücke ihrer
Degussa-Sammlung im New Yorker Museum of American Finance aus.
Falls genügend Zeit ist, sehe ich mir das mal an. ...
#Post#: 4324--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: GURUFOCUS
Date: December 6, 2015, 2:10 pm
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Entschuldigung für den Schreibfehler.
Soll heißen: Ich werde Deutschland nächste Woche verlassen.
#Post#: 4328--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: derFranke
Date: December 6, 2015, 2:34 pm
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hoffentlich willst nicht drüben bleiben?
und pass auf dich auf!
#Post#: 4524--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: Dr Sheldon Cooper
Date: December 8, 2015, 12:43 pm
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Silberpapst
HTML https://www.youtube.com/watch?v=ERkznevurLY
#Post#: 4625--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: Ilmen
Date: December 9, 2015, 12:53 pm
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Das Lügen-Leben von Felix Vossen
HTML https://youtu.be/GV7b9Y3iTZA
MISS YOU ALREADY - Hollywood producer disappears with millions.
Manhunt launched
HTML https://youtu.be/taLWVinPc9M
Veröffentlicht am 03.10.2015
.
The eerie fraud scandal surrounds new movie starring Drew
Barrymore. In March 2015 Hollywood producer and fund manager
Felix Vossen swindled £45million from his friends and family,
disappearing without a trace. We must find him.
The producer of THE SWEENEY with Ray Winstone and MISS YOU
ALREADY, the new Drew Barrymore and Toni Collette movie, is now
the subject of an international manhunt.
Can you help us find him? Please share this short film to track
him down before he steals again from others.
Social Media: Follow us on Twitter and Facebook for updates and
information: @vossenmanhunt.
Website: www.vossenmanhunt.com
Email: vossenmanhunt@gmail.com
Mysteriöser Betrüger: Der Mann, der spurlos mit 60 Millionen
verschwand.....
Er machte Finanzdeals und mischte im Filmgeschäft mit. Nun ist
der Deutsche Felix Vossen verschwunden – und mit ihm 60
Millionen Euro Anlegergeld. Die Polizei und seine Freunde jagen
ein Phantom.
Es ist der 5. März 2015, ein erster sonniger Frühlingstag in
London, als Felix Vossen, 41, seine Wohnung am Piccadilly Circus
verlässt und zum Flughafen London-City fährt. Er weist am selben
Tag eine Londoner Lagerfirma an, alle seine Geschäftspapiere zu
schreddern, die er dort deponiert hat. Und er schickt seiner
Mutter eine SMS, kein Text, nur drei Herzen. Irgendwann setzt er
sich in den Flieger nach Zürich, drei seiner Firmen haben dort
ihren Hauptsitz.
Felix Vossen kam in Zürich an, aber seither fehlt von ihm jede
Spur.
Die Familie gab wenige Tage später eine Vermisstenanzeige auf.
Sie war in Sorge, dass er einen Unfall gehabt haben oder tot
sein könnte. Warum sonst sollte er plötzlich nicht mehr ans
Telefon gehen? Niemand konnte sich vorstellen, dass er
abgetaucht war und alle Spuren verwischt hat, die zu ihm führen
könnten. Und nicht nur er war verschwunden. Auch 60 Millionen
Euro waren weg. Geld, das Vossen Freunden und guten Bekannten
schuldet.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780382/1639734361-ci3x2l-w540/Berlinale-2012-Press-conference-I-2-.jpg
Felix Vossen, 41, war auch Filmproduzent, bevor er verschwand
Die Zürcher Staatsanwaltschaft ist deshalb hinter ihm her, sie
hat einen Haftbefehl ausgestellt wegen Vermögensdelikten. Die
Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hat Untersuchungen
eingeleitet und drei seiner Firmen auf die Warnliste gesetzt.
Die britische Kriminalpolizei Scotland Yard sucht ihn. Das FBI
jagt ihn. Und Interpol hat ihn zur Fahndung ausgeschrieben.
In der Geschichte hat es etliche Hochstapler gegeben, Betrüger,
die Freunde und Bekannte mit Charme und Geschick überzeugten,
ihnen viel Geld anzuvertrauen, Millionen, Zigmillionen.
Irgendwann aber kollabierte ihr Konstrukt, weil sie in
Wirklichkeit keine Finanzgenies waren, sondern Ingenieure, die
eine Betrugsmaschine gebaut hatten. Aber nur sehr selten
verschwinden sie von einem auf den anderen Tag wie Felix Vossen,
unauffindbar.
Es ist eine Geschichte, die sich ein Drehbuchschreiber in
Hollywood hätte ausdenken können. Sie spielt in Zürich, London,
in New York und auf Guernsey, einer Steueroase im Ärmelkanal. In
der Hauptrolle: Felix Vossen, Deutscher, Aktienhändler,
Filmproduzent, Computerfreak. Ein Mann, 41 Jahre alt, aus einer
ostwestfälischen Industriellendynastie. Der eine Vorliebe für
Filme und das Rampenlicht hatte, für Hollywood; er hatte viel
vor, mit großen Schauspielerinnen wie Charlotte Rampling und
Drew Barrymore. So zumindest schien es.
Mindestens 30 Menschen betrogen
Tatsächlich baute er eine perfekte Scheinwelt auf, wie es
aussieht, und hat mutmaßlich mindestens 30 Menschen um
Zigmillionen Euro betrogen. Deutsche, Schweizer, Engländer,
Amerikaner. Er war ihr bester Kumpel oder Beinahesohn, und er
trieb sie in den finanziellen Ruin, zerstörte Ehen und ließ sie
mit der Frage zurück, wie sie ihm bloß je vertrauen konnten.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780388/2869734779-ci3x2l-w540/Privatfotos-zum-Thema-Felix-Vossen-Deta.jpg
60 Millionen Euro hat Felix Vossen insgesamt wohl unterschlagen
Es gibt ein paar private Fotos von Felix Vossen, sie zeigen
einen Mann in seinen 30ern, mit weichen Zügen und tiefer
Stirnfalte. Man sieht ihn auf einer Yacht in der Karibik, bei
einem eleganten Fest auf dem englischen Land, beim Jagdausflug
oder auf dem roten Teppich der Berlinale, umringt von Filmstars.
In seinem Gesicht kann man den Jungen erkennen, der er einmal
war. Lange trug er eine Brille, das gewellte Haar kurz. Zuletzt
ließ er es wachsen.
Er hat seiner Ex-Freundin eine Nachricht hinterlassen, eine SMS.
"Es tut mir so leid. Ich wollte dir nie wehtun und dachte immer,
dass ich es zum Schluss hinkriegen würde, aber es wurde immer
schlimmer und schlimmer."
Es ist nicht klar, was er damit meinte. Als er diese Nachricht
schrieb, offenbar von einer PlayStation, deren Standort sich
nicht nachvollziehen lässt, war er schon zwei Wochen
verschwunden. Er hatte seine SIM-Karte vermutlich längst
zerstört, damit man ihn nicht orten kann. Er soll danach noch in
Marbella, auf den Philippinen und in Malawi gesehen worden sein.
Vielleicht stimmt das, vielleicht nicht.
Wenn man sich auf die Suche macht, Spuren verfolgt, wenn man mit
Ermittlern, Geschäftsbekanntschaften und seinen früheren
Freunden redet, bekommt man eine Idee davon, wer Vossen war.
Oder besser: wer er vorgab zu sein. "Wir dachten alle, wir
kennen Felix. Wir haben ihn geliebt." Zwei Sätze sind das, die
man in vielen dieser Gespräche zu hören bekommt.
Und dann war da diese Stoppuhr
Die Ex-Freundin will mit Journalisten nicht sprechen, Vossens
Familie auch nicht. Einige, die sich seine Freunde nannten, tun
es. Sie stellen sich nun viele Fragen. Konnten sie wirklich gar
nichts ahnen? Ständig finden sie mehr Hinweise darauf, dass
Vossen ihnen seinen Erfolg nur vorgaukelte. Ging etwas schief,
wovon sie nichts wussten, etwas, das Vossen zwang, zu lügen,
sich in seinen Lügen zu verheddern, zu fliehen? Oder hatte er,
schlimmste aller Varianten, alles von Beginn an geplant? Waren
sie für ihn von Anfang an nichts anderes als Leute, die er bloß
ausnehmen wollte?
Er war extrem rigide, geradezu mechanisch. Da war null Emotion,
das gefiel mir.: Charles Melville,...britischer Investor...
Begonnen hat alles vor gut 15 Jahren. Anfang der 2000er-Jahre
ließ Vossen sich in London nieder. Er lebte in einer kleinen
Wohnung und handelte mit Aktien, zumindest erzählte er das.
Seinen Freunden hatte er sich als einer vorgestellt, der eine
doppelte Staatsbürgerschaft besaß, die deutsche und die
schweizerische. Auf Angelsachsen macht das Eindruck, diese
Herkunft gilt als durch und durch solide. Das kann bei einem
Geschäft, in dem es auf Glaubwürdigkeit ankommt, ja nicht
schaden. Doch er hatte nur einen deutschen Pass.
"Wir lernten Felix damals durch gemeinsame Freunde kennen, die
wir auf Antigua trafen", sagt Justin Davis*. Davis heißt in
Wirklichkeit anders, wie fast alle Menschen, die während der
Recherchen der "Welt am Sonntag" und der Schweizer
"Sonntagszeitung" gesprochen haben und in dieser Geschichte
vorkommen. Sie schämen sich, dass sie sich haben blenden lassen,
und wollen nicht, dass alle Welt davon erfährt.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780387/6869734570-ci3x2l-w540/ONLINE.jpg
Davis arbeitet selbst in der Finanzbranche. Er sagt von sich, er
sei ein langjähriger Freund Vossens gewesen.
Er war anfangs von Vossen angetan, weil der so bescheiden
auftrat. Die kleine Wohnung, all die Computer zu Hause, kein
Geprotze. Und dann war da diese Stoppuhr auf seinem
Schreibtisch, die für etwas Wichtiges stand und von der auch
andere Freunde berichten. Vossen soll sie benutzt haben, um
seine Aktiendeals stur nach Zeitplan zu beenden. Alle 20 Minuten
soll er aus einem Deal ausgestiegen sein, selbst wenn die Aktie
in die Höhe schoss. Diese Uhr also zeigt, wie akribisch, wie
kühl und ohne Emotion Vossen vorging, wenn er handelte. Das war
gut. Wer zu sehr nach seinem Gefühl geht, macht leicht Fehler.
"Er war extrem rigide, geradezu mechanisch. Da war null Emotion,
das gefiel mir", sagt Charles Melville*. Er sitzt in einem Café
irgendwo in England und hat sich binnen einer halben Stunde zwei
doppelte Espressi bestellt. Je länger Melville erzählt, desto
mehr mahlen seine Kiefer, seine Augen sind voller Zorn. Er hat
sich selbst immer als umsichtigen Investor gesehen, er hat viel
Geld auf dem Finanzmarkt gemacht und es dann Vossen gegeben.
Jetzt ist alles weg.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780385/488660617-ci3x2s-w300-ai2x3l/Madhu-Grover.jpg
Börsenexpertin Madhu Grover
Melville war einer der Ersten, die merkten, dass etwas nicht
stimmt. Es war der 11. März dieses Jahres, früh am Morgen, als
er endgültig die Geduld verlor. Melville machte da gerade mit
Freunden Skiurlaub in den französischen Alpen, er hatte sich
riesig auf die Woche gefreut. Aber diese Sache mit Vossen ging
ihm nicht aus dem Kopf. Seit vier Monaten drängte er Vossen, ihm
einen Teil seines Geldes zurückzugeben, 70.000 Euro, die Vossen
angelegt hatte. Nun erreichte er ihn nicht mehr.
Also beschloss Melville, mit dem Zug nach Zürich zu fahren.
Vossen hatte dort mehrere Büros, eines im Bellevue-Haus, einem
mondänen Bau gleich am Zürichsee, beste Lage. Als Melville dort
um drei Uhr nachmittags aus dem Taxi stieg und klingelte, machte
niemand auf.
Er versuchte, Vossen vom Handy aus anzurufen, erfolglos. Ein
paar Stunden wartete er vor der Tür. Dann ging er zur Polizei,
gleich am Bahnhofquai ist eine Wache, dort zeigt er Vossen an:
wegen Betrugs. "Als ich Felix' Namen nannte", sagt Melville,
"verließ der Beamte den Raum. Kurz darauf kam er mit einem
Detektiv zurück."
Die Familie hatte Vossen als vermisst gemeldet. Der Mutter war
diese SMS mit den drei Herzen, die sie ein paar Tage zuvor
bekommen hatte, merkwürdig vorgekommen. Offenbar konnte auch sie
ihn nicht mehr telefonisch erreichen. Sie, für die er sonst
jederzeit erreichbar war, wie seine Freunde sagen.
Spätestens als Melville in einem Büro der Zürcher Polizei stand,
sah es so aus, als habe Vossen sich aus dem Staub gemacht. Denn
den Beamten war ein Mann gegenübergetreten, der behauptete, dass
Vossen ihm Geld schuldete. Und er war offenbar nicht der
Einzige.
Auch die US-Amerikanerin Madhu Grover glaubte, Vossen sei eine
Investition wert. Sie war offenbar einige Zeit enger mit Vossen
befreundet. Und sie hatte an der Börse schon selbst ein Vermögen
gemacht, bevor sie Vossen im Sommer 2014 Geld gab, zwei
Millionen US-Dollar. Sie war eine der Letzten, die in seinen
VCP-Fonds investierten.
Wenn man in kurzfristige Fonds investiert, bekommt man sein Cash
sofort zurück, wenn man es will. Nicht so bei Felix.: Madhu
Grover.....verlor zwei Millionen Dollar.....
"Ich wusste schnell, da stimmt was nicht", sagt Grover. "Die
Quartalsberichte kamen nicht." Und: "Wenn man in kurzfristige
Fonds investiert, bekommt man sein Cash sofort zurück, wenn man
es will. Nicht so bei Felix." Wochenlang wartete sie auf die
Rückzahlung, dann warnte sie andere Investoren. Sie sagt heute,
sie hat ihre zwei Millionen Dollar verloren.
Was genau mit ihrem Geld passiert ist, das weiß sie nicht. Auch
die anderen Freunde, Vossens Anleger, wissen es nicht. Aber sie
haben einen Verdacht. Dass Vossen sich eine feine
Betrugsmaschine ausgedacht haben könnte. In etwa so: Er hat
Menschen, die er kennt, mit seinem Charme überzeugt, Geld bei
ihm anzulegen. Er hat ihnen große Gewinne versprochen, bis zu 20
Prozent, die er lange Zeit auch auszahlt.
In Wahrheit sind diese "Gewinne" nichts anderes als das Geld
neuer Kunden, die er geködert hat. Und irgendwann, wenn er keine
neuen Kunden mehr gewinnt oder zu viele alte Kunden gleichzeitig
ihr Geld zurückwollen, bricht das System zusammen. Denn er hat
gar kein Geschäft betrieben, mit dem er genügend Geld verdient
hätte, um die versprochene Rendite auszuzahlen. Der alte
Ponzi-Trick, benannt nach Charles Ponzi, der in den 20er-Jahren
eine Firma in Boston gründete und mit dieser Methode Millionen
ergaunerte.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780392/8269734988-ci3x2l-w540/62-Internationalen-Filmfestspiele-Berlin-2012-2-.jpg
Felix Vossen (l.) als Produzent bei der Berlinale 2012, unter
anderem mit der Schauspielerin Charlotte Rampling (3.v.l.)
Es ist eine Spekulation. Sicher ist, dass Vossen ein Netz von
Firmen und Beziehungen rund um den Globus spannte. Und dass er
gut darin war, damit großen Eindruck zu machen. So hat er Grover
und andere Investorenfreunde überzeugt. Ein Hauptschauplatz in
Vossens Drehbuch war Zürich.
In Zürich gründet Vossen die VCP Asset Management AG, da ist es
2008, und ein Jahr später die VCP Analytics GmbH. Er hat seinen
Wohnsitz nun in Zürich, offiziell angemeldet. Ein paar Schritte
nur sind es von seiner Wohnung in der Waaggasse zum Paradeplatz,
wo die großen Banken ihre glamourösen Repräsentanzen haben. Es
ist eine der besten Adressen der Stadt. Wer dort wohnt, auf
dessen Klingelschildern stehen nur die Initialen, man mag es
diskret.
In Zürich führt Vossen seine Investorenfreunde mit Schweizer
Bankern und Rechtsanwälten zusammen. Mindestens einmal reist er
mit einem britischen Freund und Anleger nach St. Moritz, dort
treffen sie einen Banker der Schweizer Großbank UBS und einen
Treuhänder.
Der Schein der Seriösität
Der Treuhänder sagt heute, er habe gehofft, Vossen als Kunden zu
gewinnen. Der habe einen "sehr vertrauenswürdigen" Eindruck
gemacht. Es sei damals hauptsächlich um Fragen der
Steueroptimierung gegangen. Ein Mandat habe aber nie bestanden.
Der Banker dagegen will nichts sagen. Er beruft sich auf das
Bankkundengeheimnis, beantwortet aber auch keine Fragen, die mit
diesem Geheimnis nichts zu tun haben. Dieses Umfeld, so ahnen
Vossens Opfer heute, verlieh Vossen den Schein der Seriosität,
den er brauchte.
Eine besondere Rolle spielte die angesehene Anwaltskanzlei
Pestalozzi Law, gegründet 1911. Sie hat Büros in Zürich und Genf
und ist unter anderem auf die Finanzindustrie spezialisiert.
Vossen war mit seinen Firmen VCP Asset Management AG und VCP
Analytics GmbH einer der Mandanten.
Die Verbindung war allerdings noch enger, als es auf den ersten
Blick sichtbar ist. Denn einer der Partner der Kanzlei, Severin
Roelli, saß von Juli 2008 bis Oktober 2014 im Verwaltungsrat der
VCP Asset Management AG. Er schied dort also erst aus, als sich
schon abgezeichnet haben muss, dass die Firma in Schwierigkeiten
steckt. Jedenfalls war die Firma laut einer Ende des Jahres 2014
erstellten Bilanz deutlich überschuldet. Bis April 2015 durfte
Roelli noch für die VCP unterschreiben. Dann, einen Monat nach
Vossens Verschwinden, stieg er aus.
Die Frage ist nun, ob Roelli seinen Geschäftspartner je auf Herz
und Nieren geprüft hat.
Roelli sagt auf Anfrage, er sei im Oktober 2014 aus dem
Verwaltungsrat der VCP ausgeschieden, weil Vossen mit ihm "nicht
mehr in der Art kooperierte, wie das für ein solches Mandat
wünschenswert ist". Damals habe "keine begründete Besorgnis
einer Überschuldung" bestanden. Seine Kanzlei, sagt Roelli, habe
von Vossens VCP "ausschließlich Zahlungen für anwaltschaftliche
Vertretung/Verwaltungsrats-Tätigkeit erhalten".
Außerdem sagt Roelli, die Gesellschaft VCP habe "keine
Vermögensverwaltungs-Tätigkeit ausgeübt". Dies sei vom
Verwaltungsrat "so beschlossen und mehrfach bestätigt worden".
Das ist bemerkenswert. Denn laut Handelsregister ist genau das
der Geschäftszweck der VCP: "die Erbringung von Dienstleistungen
im Bereich der Vermögensverwaltung, der Vermögens- und
Finanzberatung".
Fest steht, dass Vossen seine Zürcher Firmen nicht von der
Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma bewilligen ließ, obwohl sie
Finanzdienste anboten. Und es sieht so aus, als hätte er
Mitarbeiter seiner Zürcher Finanzfirma VCP erfunden.
Das Mittagessen dauert zu lange, um die Bücher zu prüfen
Charles Melville erzählt im Café von einem Tag im Herbst 2014.
Schon da, sagt Melville, hatte er irgendwie ein ungutes Gefühl.
Er hat zwar sein Geld bisher immer rechtzeitig bekommen, aber
auch bei ihm kamen die Quartalsberichte viel zu spät an. Und er
erfuhr, dass andere Investoren auf Rückzahlungen warteten. An
einem Freitag im November flog er nach Zürich mit einem Freund,
der Bilanzbuchhalter und Finanzgutachter ist und der sich als
möglicher Investor ausgeben sollte.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780390/4619734779-ci3x2l-w540/Privatfotos-zum-Thema-Felix-Vossen-Deta-19-.jpg
2006 mit Freundin beim Segeln in der Karibik
"Als wir Felix trafen", sagt Melville, "überredete er uns als
Erstes zum Mittagessen. Ich drängte, dass wir sein Büro und die
Mitarbeiter treffen wollten." Aber wie das halt manchmal so ist
unter Freunden: Das Essen zog sich hin. Vossen parlierte
ausgelassen, er konnte spannend erzählen und sich für die
Interessen anderer begeistern, das war nichts Neues.
Gegen 17.30 Uhr seien sie dann endlich in Vossens Büro gegangen,
vierte Etage im Bellevue-Haus am See. Die Computer seien alle
aus gewesen. Auf den Tischen, sagt Melville, lag kein Papier,
lagen keine Akten, da stand nirgends eine Kaffeetasse. Vossen
zeigte den beiden Besuchern sein Büro und den PC, an dem er
seine Aktiengeschäfte machte. "Aus dem Nichts heraus standen
plötzlich zwei junge Frauen vor uns, in Mänteln. Felix stellte
sie als Sekretärinnen vor." Und als Melville sie nach Robert
Gassner fragte, kamen sie ihm verwirrt vor. "Felix", sagt
Melville, "übernahm schnell das Gespräch." Heute fragt er sich
nicht mehr warum.
Vossens Büro auf der Insel Guernsey
Robert Gassner war der Name eines angeblichen Mitarbeiters. Ob
es ihn gab, ist unklar. Und eine der beiden angeblichen
Sekretärinnen, hat tatsächlich für Vossen gearbeitet. Ob sie
allerdings seine Bürokraft war oder nur für gelegentliche Gäste
als Kulissenfigur einsprang, bleibt unklar. Aber man weiß, dass
sie in ein paar Kurzfilmen mitgespielt hat.
Und da ist noch eine Begebenheit, an die sich Melville genau zu
erinnern glaubt. "Als wir nach Visitenkarten fragten, sagte
Felix, es gebe keine. Sie machten ja keine Außenakquise." Im
Lift auf dem Weg nach unten, sagt Melville, wusste Felix nicht,
welchen Knopf er drücken sollte. Er fragt sich, ob Vossen das
Haus vorher nur selten betreten hatte.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780384/8379734570-ci3x2l-w540/Harbour-St-Peter-Port-Guernsey-Channel-Islands-United-Kingdom-Europe.jpg
Steuerschlupfloch: In St. Peter Port auf der Kanalinsel Guernsey
hatte Vossen ein Büro
Etwa zur selben Zeit, als er sich geschäftlich in Zürich
niederließ, erkundete er auch Guernsey, eine Steueroase mit
66.000 Einwohnern. Die Kanalinsel hat eine Finanzindustrie, die
sich nur teilweise an britische oder EU-Finanzvorschriften
halten muss. Und sie nimmt ihren Unternehmen kaum Steuern ab.
Deshalb siedeln sich Zehntausende Briefkastenfirmen dort an, auf
die Firmen in aller Welt ihre Gewinne übertragen, um Steuern zu
vermeiden.
In der Hauptstadt St. Peter Port sind die Häuser kernsaniert und
strahlen in frischem Weiß und Pastelltönen, in den Cafés und
Restaurants sitzen schon vormittags viele Gäste, ab Mittag gibt
es Lobster. Internationale Finanzdienstleister haben sich in
sorgsam umgebauten Natursteinaltbauten an der Hafenpromenade
eingerichtet.
"Felix reiste ungefähr seit 2007 regelmäßig nach Guernsey", sagt
Melville. "Wir hatten ihm geraten, dort einen Firmensitz zu
eröffnen, weil er sich in London aus steuerlichen Gründen nicht
von der britischen Finanzaufsicht FCA registrieren lassen
wollte." Vossen hätte dann in London seinen Fonds gemanagt, wie
bisher. Doch alle Verwaltung wäre in Guernsey gewesen.
Er hat die ganze Zeit pausenlos Geld verschoben. So weit ich
bisher herausgefunden habe, besaß Felix mindestens 180 Konten.:
Justin Davis,...langjähriger Freund....
Drei Jahre lang pendelte Vossen zwischen London und Guernsey.
Doch einen Firmensitz habe er dort nie gehabt, sagen
Geschäftsfreunde. "Guernsey war nur Teil seiner
Vernebelungstaktik", sagt Melville. Möglicherweise habe Vossen
dort auch weitere vermögende Anleger geködert.
Von Guernsey aus spinnen Steuerflüchtlinge oft ihr Netz weiter,
etwa auf die Britischen Jungferninseln, die als britisches
Überseegebiet gelten und ihre eigene Jurisdiktion in
Finanzfragen haben. Eine der 470.000 Firmen dort ist die Vossen
Capital Partners L.P. Im Jahr 2007 registriert unter dem Namen
einer Briefkasten-Holding auf Tortola, der größten Insel des
Archipels.
Die Frage, die sich Vossens Anleger und die Ermittler nun
stellen: Hat Vossen in Guernsey begonnen, ein Netz zu spinnen,
mit dem er diskret Geld durch die Welt verschieben konnte, von
dem er eines Tages leben würde?
Ein Indiz dafür könnte eine Beobachtung sein, an die sich
Vossens langjähriger Freund Justin Davis erinnert. Davis betrat
einmal Vossens Büro in der Wohnung am Piccadilly Circus. "Auf
dem Schreibtisch lagen mindestens 40 von diesen TAN-Generatoren,
mit denen man Überweisungen online macht." Warum er so viele
brauche, fragte er Felix verwundert. Für die vielen
Quartalsberichte, habe Vossen gesagt.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780391/8449734988-ci3x2l-w540/Privatfotos-zum-Thema-Felix-Vossen-Deta-6-.jpg
Felix Vossen verlässt eine Credit-Suisse-Zentrale in St. Moritz
"Rückblickend war das Bullshit. Er hat die ganze Zeit pausenlos
Geld verschoben. So weit ich bisher herausgefunden habe, besaß
Felix mindestens 180 Konten." Geld, das alle paar Tage wandert,
ist nur schwer zu finden, vor allem wenn man es in
Steuerparadiesen versteckt.
Und dann, 2010, stieg Vossen in ein neues Geschäft ein: das
Filmbusiness. Er gründete mit dem Sohn der preisgekrönten
englischen Schauspielerin Charlotte Rampling und einem
Schauspieler und Produzenten in London die Produktionsfirma
Embargo Films. Vossen war für die Finanzierung zuständig. Ein
paar Jahre lang lief es blendend. Und er posierte mit seinen
Partnern in Berlin, London, Cannes und Toronto auf den roten
Teppichen. Vossen nutzte diese Bühne, um seine Investoren zu
umgarnen.
2014 aber bekam er ein Problem. Er hatte mit Geschäftspartnern
einen möglichen Blockbuster in Vorbereitung, "Miss You Already"
mit Hollywood-Schauspielerin Drew Barrymore. Doch Vossen konnte
seinen Teil der Finanzierung nicht beitragen. Die anderen
strichen ihn von der Produzentenliste.
Vossens Partner bei der Filmfirma Embargo wollen dazu nichts
sagen, sie wollen öffentlich gar nicht mehr über Vossen reden.
Dabei ist es eine interessante Frage, ob Vossens Firma VCP Geld,
also Geld der Anleger, auch auf Konten der Filmfirma Embargo
transferiert hat. Telefonisch lehnt Barnaby Southcombe, einer
der Partner, jede Stellungnahme ab, auch E-Mails lässt die Firma
unbeantwortet.
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780389/553660826-ci3x2s-w300-ai2x3l/Privatfotos-zum-Thema-Felix-Vossen-Deta-18-.jpg
In welcher Firma seine Rente steckt oder wo es sonst sein
könnte, das würde Tom Trotter gerne wissen. Trotter ist 78,
Rentner, er lebt im hohen Norden Englands. Er will das Geld
wiederhaben, klar. Seine 90.000 Euro, die Absicherung für sich
und seine Frau fürs Alter. Aber es macht ihm schon auch zu
schaffen, dass Felix Vossen, der eine Zeit lang so etwas wie ein
Sohn zu sein schien, ihn offenbar übel hintergangen hat.
Trotter ist nicht das, was man sich unter einem leichten Opfer
vorstellt. Er hat mal für die Royal Air Force gearbeitet, in der
Spionageabwehr. Inzwischen glaubt er, dass Vossen ein Soziopath
ist. Vossen, sagt er, habe ihm und seiner Frau Joan erklärt, sie
seien für ihn wie Vater und Mutter. Sie seien so besonders, weil
sie in bescheidenen Verhältnissen und nicht wie seine
Millionärsfreunde lebten. "Einmal haben wir über Facetime
telefoniert", sagt Trotter. "Zum Ende des Gesprächs lehnte er
sich nach vorn und küsste das Display. ,Das geht jetzt aber ein
bisschen weit, Felix', habe ich zu ihm gesagt."
Vossen erzählte den Trotters auch viel über seine Familie. Er
schwärmte von den Vossen-Besitztümern, von Familienfeiern, den
beruflichen Erfolgen seines Clans. Zu Weihnachten schickte er
per SMS Fotos von schneebedeckten Bergen im Sauerland, vom urig
eingerichteten Jagdhaus. Es sah aus wie das Idyll einer fast
hundert Jahre alten Industriellenfamilie.
1925 gründete sein Großvater Burghard Vossen in Gütersloh,
Westfalen, die Textilfabrik Vossen, die schon bald ein
ehemaliges Luxusprodukt zum Verkaufsschlager machte: den
Frottee. Der legendäre weiße Bademantel, den Udo Jürgens als
Markenzeichen auf der Bühne trug, ist ein Vossen-Produkt. Mitte
der 90er-Jahre wurde die Firma verkauft, Vossens Vater hatte
Konkurs anmelden müssen.
Die Eltern leben heute größtenteils in Argentinien. Im
nordhessischen Lichtenfels nahe Kassel liegt das Forstgut Faust,
das im Besitz der Familie Vossen ist. Die Eltern besitzen
außerdem eine zweistöckige Wohnung in Zürich. Und Vossen hatte
recht früh einen gewissen Bezug zur Schweiz. Als er zwölf war,
kam er aufs Internat, weit weg von zu Hause: auf das Lyceum
Alpinum in Zuoz.
Das Internat in der Schweiz
Seine Eltern wollten, dass er dort eine erstklassige Ausbildung
bekommt. Das 1904 gegründete Internat nahe St. Moritz hat nicht
nur in der Schweiz einen exzellenten Ruf. Ein internationales
Haus mit einer oft gut betuchten Klientel. Porsche-Großaktionär
Ferdinand Piëch ging hier zur Schule, der Schauspieler Götz
George, das Staatsoberhaupt von Liechtenstein, seine Durchlaucht
Fürst Hans-Adam II. Pro Jahr kostet das Internat heute je nach
Alter zwischen 72.000 und 80.000 Schweizer Franken.
Vossen fiel dort offenbar nicht auf. Als "guten Durchschnitt"
bezeichnet ihn ein früherer Rektor. "Ich habe ihn nicht als
Starschüler in Erinnerung. Aber er machte auch nie Probleme."
Mit 16 verließ Vossen das Internat. Er hatte dort weder die
Schweizer Matura noch das deutsche Abitur abgelegt. Die Gründe
dafür liegen im Dunkeln. Später hat er Londoner Freunden
erzählt, dass er im Internat sehr gelitten habe.
Offenbar hatte er keine Lust mehr aufs Lernen.
Er war nicht einmal 20, als er nach Spanien ging und dort einige
Zeit lebte. Schon damals interessierten ihn Computer. Er baute
ein kleines IT-Geschäft auf.
Später hatte er eine Freundin in Washington. So erinnert sich
Madhu Grover. Aus Amerika habe er damals immer die neuesten PCs
mit zurück nach Europa gebracht. Doch offenbar hat ihn auch da
schon die Börse angezogen. Denn dort war zu dieser Zeit
schnelles Geld zu verdienen, sehr viel Geld. Es waren die
goldenen Jahre vor dem 11. September 2001.
An der Wall Street studiert, wie man Geld machen kann
"Felix", sagt Madhu Grover, die Börsenexpertin, "wollte mehr
Geld machen als nur mit den Computern. Deshalb besuchte er
damals in New York Kurse für Aktienhändler, er studierte das
System, er kannte auch Leute an der Wall Street." Er hat sie
mehrmals in New York besucht. Sie ist sich sicher, dass er
damals sehr genau jene Welt studiert hat, deren Teil er offenbar
unbedingt werden wollte.
Eine Welt, in der man viel Geld verdienen konnte. Auf viele
Arten. Mit harter Arbeit. Indem man besser, härter, schneller
nach den Regeln der Finanzbranche spielte. Oder indem man
Illusionen schuf, die Fantasie der Menschen befeuerte. Hat ihn
schon damals die Idee fasziniert, es jemandem wie Charles Ponzi
gleichzutun, dem legendären Betrüger?
Diana B. Henriques hat diesen Typ Hochstapler, den Ponzi-Typ,
studiert. Sie arbeitet für die "New York Times" und hat den
Bestseller "The Wizard of Lies" geschrieben, zu Deutsch der
Lügenzauberer. Es erzählt die Geschichte des größten
Finanzbetrügers unserer Zeit: Bernie Madoff. Madoff galt über
viele Jahre als großes Investmentgenie, bis sich herausstellte,
dass er Tausende Anleger um 65 Milliarden Dollar betrogen hatte,
mit dem Ponzi-Trick. Er wurde 2009 zu 150 Jahren Haft
verurteilt.
Konten in Großbritannien sind eingefroren
"Madoff", sagt Henriques, "wusste genau, wann er welchen Knopf
drücken musste. Für arrogante Wall-Street-Typen hatte er den
perfekten Fachjargon, schmiss mit großen Worten um sich, machte
den Großen unter Großen." Wollte er Künstler gewinnen, gab er
den Kümmerer für das Talent, das sich nur auf sich selbst und
nicht das Geld konzentrieren solle. Man könnte auch sagen, er
war perfekt darin, die Schwächen eines Menschen zu erkennen und
sie auszunutzen.
Und er muss gut darin gewesen sein, sich in ihn hineinzufühlen.
"Nur Menschen, die unser Vertrauen und unsere Bewunderung
gewinnen, können den Ponzi-Trick betreiben", sagt Henriques.
"Weil sie es schaffen, unsere inneren Alarmsysteme
auszuschalten. Deshalb ist der Ponzi-Betrug so diabolisch."
HTML http://img.welt.de/img/vermischtes/crop149780393/6689734988-ci3x2l-w540/Berlinale-2012-Premiere-I-Anna-2-.jpg
Glamour genossen: Vossen mit Filmcrew bei der Berlinale
Felix Vossen, so glaubt sie nach allem, was sie über ihn gelesen
und erfahren hat, passe mit seinem großspurigen Lebensstil,
seinem freundlichen Wesen genau in dieses Muster. Weil sich oft
hinter einer unschuldigen Fassade der perfekte Manipulator
verstecke. Sie glaubt auch, dass die gegenwärtige Zeit mit ihren
niedrigen Zinsen eine perfekte Zeit für Männer wie Madoff oder
Vossen ist.
Bis jetzt gibt es keinen öffentlich bekannten Beweis dafür, dass
Vossen jemanden betrogen hat. Aber es gibt 26 Menschen, die sehr
viel Geld vermissen und die sich zusammengetan haben, um dieses
Geld vielleicht doch noch zurückzubekommen. Sie erwirkten am
Obersten Gericht in London, dass Vossens Konten in
Großbritannien eingefroren wurden. Das ist immerhin etwas. Aber
es bedeutet noch lange nicht, dass sie auch nur einen Cent
zurückbekommen.
Edouard Fremault ist Experte für geprellte Investoren. Seine
Firma, Deminor Recovery Services, vertritt rund 4000 Menschen,
die Madoff in Europa betrogen hat. "Es wird schwierig zu
belegen, dass die Banken ihre Pflicht vernachlässigt haben",
sagt Fremault. Und Vossen kann es sich schon lange mit einem
zweiten Pass in einem Steuerparadies bequem gemacht haben."
Rinderfilet in Vossens Wohnung
Felix Vossen hat eine Kunstfigur aus sich gemacht. Er konnte
sehr verbindlich wirken. Er pflegte die Beziehung zu seinen
Investoren, rief sie ständig an, machte Geschenke. Ein iPad
hier, ein teures Küchengerät da. Oder eine Einladung zum
Rinderfilet in seiner Wohnung mit Blick auf Piccadilly Circus.
Das Filet war angeblich frisch per Flieger von der Ranch seiner
Familie in Argentinien gekommen.
Im wirklichen Leben aber wollte er sich auf nichts einlassen. Er
war etwa zehn Jahre mit Sophia Raafat liiert, mit
Unterbrechungen. Raafat hat leicht bekleidet für
Hochglanzmagazine posiert und eine TV-Auktionsshow moderiert.
Als ihre Mutter 2010 starb, war er ständig an der Seite seiner
Freundin. Als die Trauer nachließ, sprach Sophie immer häufiger
von Heirat, sie wollte Kinder bekommen. Und er?
"Ehe, Kinder, das war Felix zu intim", sagt Tom Trotter, der
Rentner und Ersatzvater. "Er schmiss Sophia mehr oder minder aus
der Wohnung raus." Trotter ist nicht der Einzige, der es so
sieht. Was ihn und die anderen fast noch mehr schmerzt als das
verlorene Geld, ist die Perfidie, die sie Vossen nun
unterstellen.
Er hat eine Krebserkrankung erfunden
Justin Davis sieht ihn noch vor sich, den Abend, als er Felix
Vossen zum letzten Mal sah. Es war Ende Februar, zwei Wochen
bevor Vossen verschwand. Er hatte Vossen in sein Landhaus in
Oxfordshire eingeladen. Sie saßen am Esstisch, Davis wollte
Tacheles reden. Er wollte sein Geld zurück, und Vossen hielt ihn
seit mehr als einem Jahr hin. "Als wir mit dem Nachtisch
begannen, kamen Felix plötzlich die Tränen", erzählt Davis.
"Meine Frau und ich umarmten ihn, fragten, was los sei. ,Mein
Vater stirbt an Prostatakrebs', brach es aus ihm raus." Er hatte
die Krankheit erfunden. Er wusste, dass Davis' Vater acht Jahre
zuvor an Prostatakrebs gestorben war.
Am nächsten Tag fuhr Vossen zurück nach London. Seither vermisst
Davis die beiden Aktenordner in seinem Büro, die er über
sämtliche Geschäftsbeziehungen mit Felix Vossen angelegt hatte.
Er glaubt, dass Vossen längst irgendwo auf dieser Welt versucht,
die nächsten Investoren zu ködern. "Und diese Weihnachten
verbringt er mit seinen neuen besten Freunden."
Mit Hilfe dieser Webseite wird nach Felix Vossen gesucht
* Namen geändert
HTML http://tinyurl.com/jyljoqn
#Post#: 4648--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: Ilmen
Date: December 9, 2015, 3:57 pm
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"Gott zahlt die Schulden nicht"
Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn tritt im März ab. Heimlich, still
und leise wird Deutschlands bekanntester und lautester Ökonom
nicht Abschied nehmen. Das hat er spätestens jetzt klargemacht.
Eigentlich sollte es eine Stunde lang um die deutsche Konjunktur
gehen – aber wen interessiert auf einer Abschiedsfeier schon die
Entwicklung der Wirtschaft? In der Berliner
Bundespressekonferenz präsentierte das Münchner Institut für
Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch seinen Konjunkturausblick
auf das kommende Jahr.
Mit dabei: Institutspräsident Hans-Werner Sinn, der zum letzten
Mal an der Präsentation teilnahm. Vor allem seinetwegen waren
die Journalisten gekommen.
Der 67-Jährige wird im März kommenden Jahres in Rente gehen und
das Ifo verlassen. Bis dahin allerdings wird noch viel von Sinn
zu hören sein; sein Abschied wird ein lauter sein; das machte
Sinn auf dieser Pressekonferenz deutlich. Kurz soll er ohnehin
nicht werden, darauf achten Sinn und das von ihm geführte
Institut.
Die Teilnahme Sinns an der Präsentation des Konjunkturberichts
war angekündigt, und auch seine Abschiedsvorlesung am Montag
findet in großem Rahmen statt. Einige Nachrichtenseiten haben
gar vor, einen Livestream der Vorlesung aus der Großen Aula der
Ludwig-Maximilians-Universität zu übertragen.
Da kommt es gerade recht, dass der Hochschulverband Sinn zu
Beginn der Woche zum "Hochschullehrer des Jahres" gekürt hat. Es
dürfte nicht die letzte Ehrung dieser Art gewesen sein, bevor
sich der Ökonom von der Spitze des Instituts verabschiedet.
Sinn: "Mir hat das großen Spaß gemacht"
Und so geht es denn auch bei der Präsentation des
Konjunkturausblicks, ganze vier Monate vor dem geplanten
Abschied vom Ifo, bereits schon um die Bilanz des
Ifo-Präsidenten. Als er vor 17 Jahren zum Institut gewechselt
sei, sei ihn schon mulmig gewesen, gibt Sinn zu. "Ich wusste
damals, dass es die Abkehr von der akademischen Forschung sein
würde", sagte der Wirtschaftswissenschaftler mit dem markanten
Abraham-Lincoln-Bart. "Die war bisher mein Lebenselixier
gewesen."
Überrascht sei er gewesen, wie sehr es ihn befriedigt habe, sich
in die aktuelle Debatte einzumischen, erinnert sich der Ökonom.
"In den zeitgebundenen Fragen ist es leichter, der Erste zu
sein", strahlt Sinn. In der Wissenschaft, wo schon weite Teile
des Feldes abgegrast seien, sei das ungleich schwerer.
"Mir hat das großen Spaß gemacht, ich will es auch nicht
aufgeben", sagt Sinn noch. In den großen Talkshows dürfte er
also weiterhin auftauchen, um sich zu den Themen der Stunde zu
äußern – sei es die Flüchtlingskrise oder die Schuldenkrise in
der Euro-Zone.
Es war vor allem die Rettungspolitik in der Euro-Zone, die der
geborene Westfale in den vergangenen Jahren wieder und immer
wieder kritisierte – zuletzt in einem mehr als ein Kilo schweren
Buch über die Gemeinschaftswährung. Dabei hat der streitbare
Finanzökonom immer wieder auch Beharrungsvermögen bewiesen; etwa
als seine Thesen zur verdeckten Finanzierung der Krisenländer
durch die Zentralbanken öffentlich in Zweifel gezogen wurden.
Harte Kritik an EZB-Chef Draghi
Umso genussvoller greift Sinn heute die Rettungspolitik der
Europäischen Zentralbank an, zu der ultraniedrige Zinsen und der
Aufkauf von Staatsschulden gehören. "Im Ganzen geht es Europa
besser", diagnostiziert der Ökonom, aber warum Mario Draghi den
Aufkauf von Staatsanleihen noch einmal ausgeweitet habe, das
verstehe er nicht.
"Das ist eine verdrehte und verkehrte Welt", warnt Sinn. "Die
Niedrigzinsen sorgen dafür, dass Schuldner wie Italien und
Frankreich jede Disziplin verlieren. Dadurch werden Blasen
aufrechterhalten, und die Krise wird für den Moment vermieden,
aber nicht dauerhaft."
HTML http://img.welt.de/img/videos/crop149785738/4359278184-ci3x2l-w300/Ifo-Konjunkturprognose-2016.jpg
Die Zuwanderung wird der deutschen Wirtschaft laut Ifo-Institut
einen Wachstumsschub bescheren. Was die Münchner Forscher
außerdem noch für 2016 prognostizieren, erläutert Präsident
Hans-Werner Sinn.
Eigentlich sollte es eine Stunde lang um die deutsche Konjunktur
gehen – aber wen interessiert auf einer Abschiedsfeier schon die
Entwicklung der Wirtschaft? In der Berliner
Bundespressekonferenz präsentierte das Münchner Institut für
Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch seinen Konjunkturausblick
auf das kommende Jahr.
Mit dabei: Institutspräsident Hans-Werner Sinn, der zum letzten
Mal an der Präsentation teilnahm. Vor allem seinetwegen waren
die Journalisten gekommen.
Der 67-Jährige wird im März kommenden Jahres in Rente gehen und
das Ifo verlassen. Bis dahin allerdings wird noch viel von Sinn
zu hören sein; sein Abschied wird ein lauter sein; das machte
Sinn auf dieser Pressekonferenz deutlich. Kurz soll er ohnehin
nicht werden, darauf achten Sinn und das von ihm geführte
Institut.
Die Teilnahme Sinns an der Präsentation des Konjunkturberichts
war angekündigt, und auch seine Abschiedsvorlesung am Montag
findet in großem Rahmen statt. Einige Nachrichtenseiten haben
gar vor, einen Livestream der Vorlesung aus der Großen Aula der
Ludwig-Maximilians-Universität zu übertragen.
Da kommt es gerade recht, dass der Hochschulverband Sinn zu
Beginn der Woche zum "Hochschullehrer des Jahres" gekürt hat. Es
dürfte nicht die letzte Ehrung dieser Art gewesen sein, bevor
sich der Ökonom von der Spitze des Instituts verabschiedet.
Harte Kritik an EZB-Chef Draghi
An einer Stelle musste gar Gregor Mayntz, der Vorsitzende der
Bundespressekonferenz, Sinn ermahnen, nachdem der Starökonom
lange seine Sicht der Euro-Krise dargelegt hatte. Ob es nicht an
der Zeit sei, Timo Wollmershäuser, den jüngeren Leiter der
Ifo-Konjunkturabteilung, ans Mikro zu lassen, um die
Konjunkturprognose zu präsentieren?
Allerdings war wohl auch Wollmershäuser klar, dass der
scheidende Institutspräsident mehr Interesse weckte als der
Konjunkturausblick – bewegt sich die deutsche Wirtschaft doch
gerade in relativ ruhigem Fahrwasser. Getragen von einem
Immobilienboom und der weiterhin außergewöhnlich hohen
Bereitschaft der hiesigen Verbraucher, Geld auszugeben, wächst
die Wirtschaftsleistung sehr solide um voraussichtlich 1,5
Prozent in diesem Jahr.
Deutsche Wirtschaft wächst noch schneller
In den kommenden Monaten soll sich das Wachstum sogar auf ein
überdurchschnittlich hohes Tempo beschleunigen: Um 1,9 Prozent
soll die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr zulegen. "Das
Wachstum beschleunigt sich, weil die Flüchtlinge, die nach
Deutschland kommen, zusätzliche Nachfrage schaffen", erklärte
Wollmershäuser.
Zum einen steigen die Ausgaben des Staates, weil Bund, Länder
und Gemeinden zusätzliches Geld in die Hand nehmen, um die
nötige Infrastruktur für die Neuankömmlinge zu schaffen. Hinzu
kommen die Transfers, die die Flüchtlinge erhalten und wiederum
in ihren eigenen Konsum stecken.
Wollmershäuser gab allerdings zu bedenken, dass alle
Berechnungen zu den konjunkturellen Auswirkungen der
Flüchtlingskrise mit extremen Unsicherheiten behaftet sind. "Es
ist schwer, konkrete Zahlen zu diesem Thema zu bekommen", klagt
der Ökonom. "Wir wissen ja noch nicht einmal, wie viele
Flüchtlinge überhaupt da sind.
Die einzig konkreten Zahlen könne man zu den Auswirkungen der
Flüchtlingskrise auf die Staatsfinanzen machen, weil die
entsprechenden Haushalte bereits geplant seien. Der Überschuss,
den Finanzminister Schäuble und seine Kollegen in vielen Ländern
und Gemeinden erzielen, werde im kommenden Jahr durch die
zusätzliche Belastung um rund 20 Milliarden Euro geringer
ausfallen als bisher prognostiziert.
"Gott zahlt aber die Schulden nicht"
Während der Gesamtstaat im laufenden Jahr noch einen Überschuss
von rund 31 Milliarden Euro erzielt, der etwa einem Prozent der
Wirtschaftsleistung entspricht, werden es im kommenden Jahr
wegen der zusätzlichen Ausgaben für die Neuankömmlinge nur noch
zwölf Milliarden sein – und damit nur noch 0,4 Prozent der
Wirtschaftsleistung.
Im Jahr 2017 dürften die öffentlichen Kassenwächter demnach
gerade noch einen ausgeglichenen Haushalt erzielen und keine
Überschüsse mehr. Die Staatsverschuldung werde unter diesen
Bedingungen weiter sinken – von gegenwärtig rund 71 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts auf nur noch 66 Prozent am Ende des Jahres
2017; ein Wert, der allerdings immer noch über dem Grenzwert
liegt, den der Maastricht-Vertrag vorschreibt.
An dieser Stelle musste Hans-Werner Sinn noch einmal ans
Mikrofon: Diese 20 Milliarden würden die Konjunktur nur
kurzfristig aufpolieren, weil sie aus zusätzlichen
Staatsschulden finanziert seien, stellte der Ökonom klar. "Zu
einem späteren Zeitpunkt werden sich diese Ausgaben negativ auf
die Konjunktur auswirken. Gott zahlt aber die Schulden nicht",
warnte Sinn. Nein, ein leiser Abschied wird es wohl wirklich
nicht werden.
HTML http://www.welt.de/wirtschaft/article149804458/Gott-zahlt-die-Schulden-nicht.html
#Post#: 4690--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: JobelAg
Date: December 10, 2015, 1:20 pm
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Ey guggt doch ma, was die Sparkasse da macht... und wie schamlos
sie 0,2% Zinsen bewerben.
Fast wie Kinderüberraschung: 2 Sachen auf einmal in einem Bild
zum Kucken und schmunzeln
[Speichergrenze erreicht]
#Post#: 4729--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: JobelAg
Date: December 11, 2015, 4:08 am
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"Schaumstoff" aus Gold entwickelt.
Forschern der ETH Zürich ist es gelungen, einen Schaumstoff aus
echtem Gold herzustellen. Das Produkt besteht zu zwei Teilen aus
festem Material und zu 98 Teilen aus Luft. Dies könnte für die
Uhren- und Schmuckindustrie ebenso interessant sein wie für die
chemische Katalyse.
Link zum Artikel
HTML http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/12/11/wissenschaftler-entwickeln-gold-das-so-leicht-ist-wie-milchschaum/
#Post#: 4988--------------------------------------------------
Re: Auro loquente omnis oratio inanis est. Hier ist die Metall
Ecke
DIR By: Ilmen
Date: December 15, 2015, 7:26 am
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Edelmetalle Gold Indien: Was lehrt uns das Beispiel Indien bei
Gold?
Vor einigen Tagen erschien ein für mich bemerkenswerter Artikel
in den Medien, der folgende Überschrift trug: Die indische
Bevölkerung zeichnete 14 Unzen Gold. Ok, dazu muss man
allerdings den Hintergrund wissen um mit dieser Größenordnung
etwas anfangen zu können.
Hintergrund der Nachricht ist, dass die indische Regierung über
die Reservebank von Indien einen Fonds als Anlageform auflegte,
bei der die Bevölkerung Gold in Stückelungen von 1g bis 100g
erwerben kann (maximal 500g pro Person) und – man höre und
staune – die Regierung noch mit einer Garantieverzinsung
„aufbessert“. Der politische Wille, so zumindest laut
Finanzministerium, wäre es, die Bevölkerung dazu zu animieren,
Edelmetall nicht zu erwerben um es daheim und zinsenlos zu
horten, sondern über den aufgelegten Fonds zum Goldwert
zusätzlich über die angebotenen Zinsen während der Laufzeit
einen Mehrwert zu schaffen.
So weit, so gut. Der politische Wille ist das eine, die Wünsche
und Spürnase der Bevölkerung das andere. Nach über 2 Monaten der
mit viel Werbung proklamiertem neuen Anlage- und Sparform
verzeichneten die Verantwortlichen des Fonds ein desaströs
ernüchterndes Ergebnis. Eben nur die oben genannten 14 Unzen im
Gegenwert von rd. USD 15.000,- waren es der Bevölkerung wert,
sich dieses „Zuckerl“ der Regierung zu gönnen. Obwohl
Premierminister Narendra Modi höchstpersönlich dafür die
Werbetrommel rührte. Nur 14 magere Unzen, und das bei einer
Milliardenbevölkerung, das muss man sich auf der Zunge zergehen
lassen. Erst jetzt gewinnt diese Nachricht so wirklich an
Aussagekraft.
Es ist aus meiner Sicht ein untrügliches Zeichen dafür, dass die
Bevölkerung der eigenen Regierung in gar keiner Weise traut und
allen Goldbesitz, den es hält, auch in privaten Händen belassen
will. Nicht, weil der Goldbesitz in Indien traditionell schon
immer privat gehortet wird und auch nicht weil Indien eventuell
auf einmal kein zusätzliches Gold mehr besitzen möchte, sondern
schlicht und einfach deswegen, da landesweit Zweifel an der
Ehrlichkeit der Politiker bestehen.
Und genau diese Zweifel darf man im schlimmsten aller Fälle auch
getrost in anderen Ländern haben, so auch bei uns. Denn jedes
offiziell deklarierte und geparkte Gold ist für jeden Staat in
einer Schräglage jederzeit greifbar. Nachvollziehbarer Besitz
ist ein offenes Buch für die Begierlichkeit einer Regierung, das
hatten wir schon mal. Auf Gold in Privatbesitz kann bereits nur
sehr schwer zugreifen, wenn es einem Staat darum geht, die Werte
für seine Schuldentilgung einzuziehen.
Was Indien mit ihrer Misstrauenskundgebung durch die Ablehnung
des staatlich geführten Geschenkes auf eindrucksvolle Weise
dokumentierte, sollte auch uns als mahnendes Beispiel dienen.
Gold glänzt, aber nur für denjenigen der es besitzt und dessen
Besitz nicht durch die Willkür von Regierungen gefährdet ist. Es
gibt in unseren rechtsstaatlichen Systemen genügend
Möglichkeiten sich vor dem enteignenden Zugriff der Mächte zu
schützen. Machen wir es doch wie die Inder, zu unserem eigenen
Wohle und der eigenen Vermögenssicherung.
HTML http://www.miningscout.de/blog/2015/12/15/was-lehrt-uns-das-beispiel-indien-bei-gold/
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