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#Post#: 13384--------------------------------------------------
Stehen die USA vor dem Untergang?
By: SHL Date: March 17, 2019, 1:16 pm
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Ich habe das folgende auf Quora gelesen. Ich habe es immer für
höchstwahrscheinlich gehalten, daß bald eine echte Krise auf die
USA zukommt, die unausweichlich ist. Zehn Jahre ist eine
zuverlässige Einschätzung. Was haltet ihr davon?
Johann von Krause, ehemaliger Leitung bei Krankenhäuser
(1989-2013)
Vor 5 Std. beantwortet
Schon vor Trump war ich überzeugt, dass das US-Imperium im
Niedergang begriffen ist - Pseudo-Potus beschleunigt diesen
Prozess.
Alle großen Reiche, die es in der Geschichte gab,sind irgendwann
unter gegangen. Warum? Nicht, weil ihnen die militärische oder
wirtschaftliche Macht gefehlt hätte, sondern weil ihnen ihre
moralische Grundlage verloren gegangen ist, also die Kraft,
Ethik, Moral und Kultur voran zu treiben, die Kraft zu
wirklicher Führung. Wenn die inneren Werte verloren gehen, dann
steht da noch ein leerer Koloss, der irgend wann einfach in sich
zusammen bricht.
Dies ist m.E. auch eine gute Beschreibung des Zustands, in dem
sich das US-Imperium gerade befindet: Ein beeindruckender und
furchterregender Koloss militärischer und wirtschaftlicher
Macht, dem jede moralische Rechtfertigung verloren gegangen ist,
weiterhin Führungsmacht zu sein. Führung kann auf Dauer nicht
auf Gewalt oder der Androhung von Gewalt beruhen, sie benötigt
echte Autorität, geistige Führung. Beides haben die die USA
schon länger nicht mehr.
Die positiven Beiträge der USA zur Menschheitsentwicklung waren
vor allem dreierlei:
Die Entwicklung der modernen Demokratie
Die Verwirklichung von Freiheit für die Bürger
Die sog. “pax americana”, das heißt eine lange Zeit ohne große
Kriege
Alle drei haben sie selber zerstört:
Die Demokratie wurde zu einer oligarchischen Plutokratie
umfunktioniert, in der mühselig zelebrierte angebliche Wahlen
nur dazu dienen, die Macht der eigentlich Herrschenden zu
verschleiern und ihrer Ausübung den Anstrich von Legitimität zu
geben. DT ist darin so rücksichtslos geworden, dass er diesen
Vorhang endgültig herunter gerissen hat. Der Verfall ist
offenkundig geworden.
Die sogenannte amerikanische Freiheit, die ja immer nur eine
Freiheit für manche war, ist pervertiert worden, etwa durch die
Waffenlobby (“Frei ist nur, wer jederzeit andere tot schießen
kann”), eingeschränkt worden durch die ganzen
Grundrechtsbeschränkungen die angeblich dem Kampf gegen den
Terrorismus dienen sollten, aufgelöst worden durch eine gezielte
Voksverdummungspolitik im Bildungswesen, in dem nur noch Können
gefördert wird, nicht aber wissen und denken.
Die Rolle der USA als Verteidiger des Friedens und der
Zivilisation war zwar schon immer mehr Selbstbeweihräucherung
als Tatsache. Im Grunde war die “pax americna” eine Art
Friedhofsruhe, nachdem Militär oder Geheimdienste in einem
bestimmten Teil der Welt die US-Herrschaft etabliert hatten -
das Imperium erweitert. Inzwischen werden aber diese offenen
oder verdeckten Kriege derart offenkundig geführt, dass die USA
als politisches System sich selbst entlarven als das was sie
sind: Machtversessen, kriegslüstern und völlig frei von
jeglicher Ethik oder Moral. (Ja, ich weiß, es gibt auch
anständige Amerikaner, ich bin mit mehreren verwandt. Ich meine
das System, das von diesem Land ausgeht.)
Ein wichtiger Aspekt kommt noch dazu, auch dies in Parallele zu
den Reichen der Geschichte: Die allgemeine Käuflichkeit, auch
Korruption genannt. Wenn in einer Kultur alles nur noch eine
Frage des Preises ist, wenn die einzige verbliebene Freiheit die
ist, das zu konsumieren, was dem Umsatz am besten dient, dann
gibt es keine moralische Grundlage mehr. Noch Kennedy konnte mit
dem Ausspruch punkten, “Don’t ask, what your country does for
you, ask, what you can do for your country”. Wäre das im
heutigen USA noch als Maxime vorstellbar? Auf Führungsebene?
Es bleibt ein Koloss, der den Verlust seiner Führungsfähigkeit
noch durch schiere militärische Übermacht kaschieren kann, und
der noch eine imponierende Wirtschaftsleistung erbringt.
An der wirtschaftlichen Vormachtstellung arbeitet sich DT gerade
ab, es wird ihm sicher gelingen, sie weiter nach unten zu
fahren. Auch hier besteht im Grunde schon das Phänomen des
Riesen auf tönernen Füßen: Die Finanzmacht beruht auf der
gewaltsam durchgesetzten Rolle des Dollars (ohne die
Petrodollars wären die USA das an schlimmsten überschuldete Land
der Geschichte), DT macht völlig ungebremst von dieser Realität
immer noch mehr Schulden. Und das BIP beruht auf
Kriegsindustrie: Sonstige Exporte? Offensichtlich zu wenig, sie
Handelsbilanz. Vielleicht weil niemand das braucht, was dort
produziert wird? Dazu kommt noch der immer höhere Anteil, der
immer mehr auf den fiktiven Aktienwerten der großen
Digitalfirmen beruht. Was ja noch weniger ist als Papiergeld.
Noch mehr Gründe gefällig? Aus meiner Sicht sind das die
wichtigsten. Freue mich auf Ergänzungen in den Kommentaren.
Denn für mich ist klar: “The US-Empire” ist derart im
Niedergang, dass es sich nur noch durch Kriege am Leben erhält.
So sind bisher alle Weltreiche untergegangen.
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