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Even Greener Pastures
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#Post#: 9138--------------------------------------------------
Eine süddeutsche Sprechweise?
By: SHL Date: November 13, 2018, 6:42 pm
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Ich wollte eine Frage an Alharacas stellen ob, ihrer Meinung
nach, der Typ in dem Video eine regionale, oder beziehungsweise,
süddeutsche Sprecheweise hat? Er hat das Verb „verzählen“ statt
„erzählen“ gelegentlich angewendet, and mir war nicht völlig
klar, wo er in Deutschland herkommt. Was meinst du?
Er spricht ein gutes Hochdeutsch, und Ich konnte es leicht
verstehen, 100%. Abgesehen davon daß, seine Geschichte ein
typisches Beispiel der aktuellen Trump Enwanderungspolitik ist,
was nicht nur die Einwanderer anbelangt, sondern auch Touristen,
wie dieser junge Mann geschildert hat. Herzlichsten Dank fürs
Zuschauen.
HTML https://youtu.be/EGP9bqULOlQ
#Post#: 9144--------------------------------------------------
Re: Eine süddeutsche Sprechweise?
By: Alharacas Date: November 14, 2018, 2:01 am
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Der junge Mann kommt eindeutig aus Bayern.
Findest Du es nicht auch ein bißchen seltsam, daß er nach der
ganzen Geschichte trotzdem wieder in die USA will?
Mir hat es gereicht, die ganz normale Befragung bei der Einreise
über mich ergehen lassen zu müssen. Ich habe mir da schon
gedacht, daß ich das nicht gerne nochmal mitmachen würde - und
das war noch vor 9/11.
#Post#: 9191--------------------------------------------------
Re: Eine süddeutsche Sprechweise?
By: SHL Date: November 14, 2018, 10:01 pm
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Vielen Dank, Alharacas, für deine Einschätzung seiner
Sprechweise. Woher hast du gewusst, daß dieser junge Mann aus
Bayern kommt? Hast du es in seiner Stimme gehört, or in seinen
Worten? Ich hatte selber vermutet, daß er aller
Wahrscheinlichkeit nach aus Bayern kommt, weil er ob und zu
„verzählen“ sagte, statt „erzählen“, und ich hab (für mich
zumindest) ein komisches „e“ am Ende verschiedener Verben,
normalerweiser am Ende eines Satzes, wie, z.b., „müssen(e)“ oder
„worden(e)“ gehört, oder was ähnliches. Ich hatte gedacht, daß
könnte einen Schwäbishen Akzent, oder sowas ähnliches
darstellen. Und viele Menschen sagen immer „halt“, in fast jedem
Satz, aber sowas hab ich nie in Braunschweig gehört. Ist „halt“,
ich meine statt „eben“, oder so was ähnliches, etwas, was man
meistens im Süden sagt?
Wie die Menschen in Oberfranken (Memmelsdorf, Bamberg) sprechen,
ich meine was deren regionalen Akzent betrifft, ist für mich
ziemlich schwieger zu verstehen, beziehungsweise, wenn sie von
der Standardaussprache abweichen (jedes Jahr besuch ich ein sehr
nettes Ehepaar in Memmselsdorf, die 76, und 81 Jahre alt sind
(Freunde meiner Mutter).
Ich hab mich auch darüber gewundert, warum dieser junge Mann
zurück in die USA einreisen wollte. Unglücklicherweise, ist die
Entscheidung einer Einreiseerlaubnis völlig den zuständigen
Zollbehören überlassen worden, (bezüglich einreisender
Ausländer). Jeder, einem Einreiseverbot erhält, hat kein
Benanstandungsrecht, rein gar nichts. Der Grund dafür besteht
darin daß, vom juristischen Standpunkt gesehen, keiner ist
eigentlich in den USA (abgesehen davon daß er sich an einem
amerikanischen Flughafen befindet, obwohl diese juristische
Ansicht total blöd ist) bevor ihm die Erlaubnis von einem
Zollbeamten/einer Zollbeamtin erteilt wird, ins Land
einzureisen. (Vor vielen Jahren wurden die „the Department of
Homeland Security“ umbenannt). Es ist so, als ob jeder
Einreisende vor der Tür steht und daran klopft, und darum
bittet, reingelassen zu werden. Deswegen ist es, rein
juristisch gesehen, nicht korrekt zu sagen, daß Jemand, dem die
Einreiseerlaubisnis verweigert wird „abgeschoben“ wurde. Das
wird als keine Abschiebung angesehen, sondern als ein rein
Einreiseverbot. Erst wenn man entweder legal oder illegal im
Land ist, (das heißt füher zugelassen wurde oder den Zoll völlig
umging) spricht man von einer „Abschiebung.“
Auch Americaner können Probleme bei der Heimreise haben, wenn
sie am Flughafen eintreffen, in dem die ab und zu ausgefragt
werden können, über all das was sie im Ausland gemacht haben, wo
sie hingereist sind, usw. Solche Probleme hatte ich auch 2017
erlebt. Ich bin damals selber über alles Mögliche ausgefragt
worden, „warum haben Sie einen Monat in Island zugebracht?“ Ich
sagte, „Ich verbrachte nur eine Nacht in Island.“ Dann fragte
der Typ, „Wo waren Sie überhaupt?“ Darauf erwiderte ich „Ich hab
den ganzen Monat in Deutschland zugebracht“ „Wieso Deutschland“
fragte der, „Was haben Sie dort gemacht? Mit wem haben Sie
gesprochen?“ Solche Fragen? Totaler Schwachsinn.
Dann erklärte ich ihm einfach, daß ich eine Bekannte von mir und
ihren Mann besucht hatte. Ganz einfach. Dann hat dieses
Arschloch gefragt, „Woher kennen Sie diese Dame???“ Ich dachte
bei mir, „Wie? Was geht es dieses Arschloch an?“ Dann hab ich
ihm auf seine blöde Frage geantwortet, ganz ruhig, „Oh, ich
kenne sie aus meiner Schulzeit. In den 70er Jahren war sie in
Kalifornien Austauschschülerin an meiner High School.“ Dann hat
er gesagt. „In Ordnung. Sie dürfen gehen. Willkommen zu Hause.“
Willkommen zu Hause? Was is`n das, für`n Witz? Aber, mit solchen
Typen will man sich nicht anlegen.
Es kommt mir alles so willkürlich vor, als ob ich sie einen
grundlos aussuchen, um ihn nur zu belästigen.
Aber, im Vergleich zum vorigen Jahr, ist letzten Sommer, während
der Heimreise, alles reibungslos verlaufen. Ich hab keine
Ahnung, warum. Aber wenn ich in Europa einreise, habe ich
niemals Probleme. In Island hat der Zollbeamte mir 2017 nichts
gefragt. Am nächsten Sommer hat die Zollbeamtin mir nur danach
gefragt, wie lange ich vorhatte, in Europe zu verweilen. Und,
das war`s. Ganz einfach. Aber in den USA können sie oft mit dem
Quatsch am Flughafen nicht aufhalten.
Seine Aussprache find ich leicht zu verstehen,
#Post#: 9197--------------------------------------------------
Re: Eine süddeutsche Sprechweise?
By: Alharacas Date: November 15, 2018, 3:41 am
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Steven, der junge Mann ist nicht aus Franken (das hättest Du
vermutlich gemerkt), sondern vielleicht eher aus der Gegend um
Regensburg, denke ich.
Woher ich das weiß? Ich mache das eher weniger an der Wortwahl
fest, obwohl Du ganz richtig festgestellt hast, daß "halt" statt
"eben" typisch bayerisch ist. Aber für mich ist es ein
unverkennbarer Akzent, der sich insbesondere in der Färbung der
Vokale zeigt.
Nimm beispielsweise das Wort "Form". Er spricht es aus wie
/fo-am/, mit ganz kurzem /o/ und einem leicht nasalen /a/, das
"r" fällt völlig weg.
Ein Norddeutscher würde eher so etwas wie /foorm/ oder /foom/
sagen, mit langem /o/, und eventuell mit hörbarem "r".
Oder nimm "welchen". Das klingt bei ihm wie /wöijchn/, während
es weiter nördlich eher wie /wääichn/, /weychn/ oder /wällchn/
ausgesprochen wird.
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