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#Post#: 6172--------------------------------------------------
For Alharacas
By: SHL Date: September 11, 2018, 2:00 pm
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Ein toller Film:
HTML https://youtu.be/37KoAuKmx1s
#Post#: 6283--------------------------------------------------
Re: For Alharacas
By: Alharacas Date: September 13, 2018, 11:26 am
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How come you've already seen it?
Sounds awfully depressing, to be honest. Also, the nearest
cinema only deals in blockbusters and I'm not enough of a
cineast to face a drive that'll last longer than the film I'm
going to watch. Sorry!
#Post#: 6294--------------------------------------------------
Re: For Alharacas
By: SHL Date: September 13, 2018, 1:21 pm
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[quote author=Alharacas link=topic=439.msg6283#msg6283
date=1536855965]
How come you've already seen it?
Sounds awfully depressing, to be honest. Also, the nearest
cinema only deals in blockbusters and I'm not enough of a
cineast to face a drive that'll last longer than the film I'm
going to watch. Sorry!
[/quote]
Ich konnte ihn vor 6 Monaten auf meinem iPad, durch meine ZDF
App ankucken, als er damals Verfügbar war. Jetzt ist er leider
von der ZDF-Mediathek entnommen worden. Im Ernst, war er einer
der besten Filme, den ich in meinem ganzen Leben angesehen habe.
Kein Scheiß. Deprimierend ist er gar nicht (so scheint er
vielleicht wegen des Kino-Trailers. Das könnte sein, aber sehr
empfehlenswert). I würde ihn mir kaufen, wenn es ginge
(vielleicht im iTunes-Store? Keine Ahnung. Muß mal nachkucken).
#Post#: 6344--------------------------------------------------
Re: For Alharacas
By: Alharacas Date: September 14, 2018, 10:07 am
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Las gerade eine recht ausführliche Zusammenfassung der Handlung
im Net. Sie (und Du) mögen den Film so sehr loben wie sie
wollen, aber aus der Perspektive einer Frau gesehen ist die
Geschichte auf alle Fälle entsetzlich deprimierend, glaub mir.
Immerhin hast Du mich davon überzeugt, daß es lohnend wäre, ihn
mir anzusehen. Erinnere mich am besten in ein paar Monaten
wieder dran, ja? Dann, wenn ich mir die CD gebraucht kaufen kann
oder so. :)
#Post#: 6376--------------------------------------------------
Re: For Alharacas
By: SHL Date: September 14, 2018, 12:57 pm
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Moin Alharacas
Eine gute Zusmmenfassung des Films ist diese (und er basiert auf
einer wahren Geschichte):
Synopsis
Vom Leben ihrer großen Schwester weiß Naomi, wie sie im Verlauf
des Prozesses merkt, nichts. All die früheren zahllosen,
lustigen Skype-Gespräche - von ihren Problemen hat Mariella
dabei nichts erzählt. Nur zögerlich, im kalten Rhythmus eines
Strafprozesses, wird ein Eheleben erkennbar, das zu ihrer
brutalen Ermordung führte. Im sich verhärtenden Gesicht Naomis
spiegelt sich die Gewalt der Tat, aber auch der Verhältnisse, in
denen sie möglich war. Das also ist die Realität hinter
Sextourismus und "Heiratsmarkt" für südamerikanische Frauen und
dem Besitzanspruch eines deutschen Ehemannes, der glaubt, seiner
peruanischen Ehefrau mit der Aufenthaltserlaubnis ein besseres
Leben geschenkt zu haben. Der Strafprozess führt in „Naomis
Reise“ Regie eines Dramas, das zur Tat und ihren Motiven nicht
durchdringen kann oder nicht will. Der Film zeigt minutiös, wie
das Fehlen einer Berücksichtigung des gleichermaßen
individuellen wie gesellschaftlichen Rassismus männlicher
Normalität, das dem Verbrechen zugrunde liegt, neutrale
Tatsachenfeststellung eben nicht ermöglicht, wie das Gericht
glauben will, sondern strukturell verunmöglicht. Die
Zuschauer*innen werden so gezwungen, sich ein eigenes Bild zu
machen: wie viele „niedere Motive“ der „Beklagte“ auch immer der
„Geschädigten“ gegenüber gehabt haben mag, das ist nicht
entscheidend: es ist das politische Scheitern des
Justizapparats, das Verbrechen Rassismus zu verhandeln.
Mit unglaublicher dokumentarischer Präzision und der
Einfühlungskraft des Kinos inszeniert der Film seine
Darsteller*innen, die zumeist tatsächlich am Gericht arbeiten
und die diesem subtilen Drama juristischer Sprache und
juristischer Gesten gewachsen sind. Es ist aber vor allem Naomis
Blick auf Berlin und die bundesdeutsche gesellschaftliche
Realität, der dieser Perspektive ihre Schärfe gibt. Das
Paradies, in der sie ihre Schwester glaubte, ist keins. Der
Prozess der nüchternen Entzauberung ermöglicht ein Prisma von
Gefühlen: wenn Naomi am Ende mit dem Fahrrad durch Berlin fährt,
dann erscheint die Frage, ob auch sie in diesem Land leben wird,
kann oder muss, in ganz neuem Licht.
„Naomis Reise“ basiert auf einer wahren Geschichte und bildet
mit Frieder Schlaichs Filmen „Otomo“ und “Weil ich schöner bin“
eine Trilogie über Migration und Rassismus.
Pressestimmen
Schlaich breitet das Dilemma kultureller Missverständnisse und
Abhängigkeiten aus, kontrastiert Naomis Aufgewühltheit mit der
kalten Sachlichkeit der Justiz. Dass der Regisseur Richter und
Anwälte mit praktizierenden Juristen besetzt, sorgt für immense
Glaubhaftigkeit. (Tagesspiegel, 30.10.2017 - Hofer Filmtage,
Kaspar Heinrich) mehr...
In Naomis Reise inszeniert Frieder Schlaich diese
Gerichtsverhandlung und kontrastiert sie mit den aufgewühlten
Emotionen der betroffenen Angehörigen: Nicht als Melodrama,
sondern als Justizthriller der anderen Art, der aus Verhören und
Plädoyers ein ganzes Universum erschafft. (kino-zeit.de, 11.2017
- Hofer Filmtage, Harald Mühlbeyer) mehr...
Ist der Angeklagte ein Rassist, der die peruanische Ehefrau von
Anfang an als Besitztum behandelte und demütigte? War die
Ermordete eine Quasi-Prostituierte, die den deutschen Ehegatten
nur ausnutzte? Für beide Sichtweisen treten Zeugen auf und
eröffnen Einblicke in eine abgründige Sphäre zwischen
Sextourismus und Heiratsmarkt, die sich im Gefälle von reichen
zu armen Ländern herausgebildet hat. Der Zuschauer findet sich
auf einer hochdramatischen Reise durch widerstreitende Gefühle
wieder, bei der er sich seinen eigenen Ressentiments und
Vorurteilen stellen muss. (FILM DIENST, 24/2017, Rainer Gansera
zur Fernsehausstrahlung im ZDF) mehr...
Preise und Festivals
URAUFFÜHRUNG am 27. Oktober 2017 bei den Hofer Filmtagen
Internationales Filmfestival Mannheim Heidelberg im November
2017
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