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#Post#: 250--------------------------------------------------
CO2
By: SilkeGiesinger Date: May 10, 2013, 2:57 pm
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HTML http://www.klimaretter.inf
o/umwelt/hintergrund/13638-kohlendioxid-sgehalt-knackt-400-ppm-m
arke
HTML http://www.klimaretter.inf
o/umwelt/hintergrund/13638-kohlendioxid-sgehalt-knackt-400-ppm-m
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Kohlendioxid-Gehalt knackt 400-ppm-Marke
Erst kürzlich hat die UNO davor gewarnt – jetzt ist es passiert:
Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre hat erstmals die Schwelle von
400 ppm überschritten. Wohlgemerkt: Erstmals seit 25 Millionen
Jahren. Von einem weiterhin rasanten Anstieg ist auszugehen –
wenn die Politik nicht reagiert.
Von Daniel Seemann
Ein weiterer Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der
Atmosphäre muss verhindert werden, hat Christiana Figueres,
Chefin des UN-Klimasekretariats, noch kürzlich auf der Bonner
Frühjahrstagung der United Nations Framework Convention on
Climate Change (UNFCCC) gesagt. Nur eine Erhöhung der
Globaltemperatur von höchstens zwei Grad wird aus Sicht der UNO
für gerade noch tolerierbar gehalten.
Sie steigt und steigt und steigt: die sogenannte Keeling-Kurve,
erstellt aus den Daten des Observatoriums auf Mauna Loa
(Hawaii). Grafik: Scripps Institution of Oceanography/University
of California
Um dieses Ziel nicht zu überschreiten, sollte die
CO2-Konzentration unter 450 ppm (parts per million) bleiben, so
der Weltklimarat. Am gestrigen Donnerstag ist nun erstmals die
symbolträchtige Schwelle von 400 ppm überschritten worden: Das
Observatorium Mauna Loa auf Hawaii meldete eine
durchschnittliche Tageskonzentration von 400,03 ppm CO2 in der
Atmosphäre. Der dort gemessene CO2-Gehalt gilt als globaler
Referenzwert, weil die Messstation auf einer Insel mitten im
Pazifischen Ozean weitab von allen großen Emissionsquellen
liegt.
"Damit wird zum ersten Mal seit 25 Millionen Jahren die
400-ppm-Schwelle überschritten", sagt Jelle Bijma vom
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in
Bremerhaven. "Und noch in diesem Jahrhundert werden wir
möglicherweise die 500-ppm-Marke knacken, wenn die Politik nicht
endlich aktiv wird."
Immer weiter entfernt von der vorindustriellen
Gleichgewichtssituation
Steigende CO2-Werte und kletternde Temperaturen – wie passt das
zusammen? "Die Klimamodelle zeigen, dass unabhängig von
kurzzeitigen Schwankungen die globale Mitteltemperatur der
unteren Atmosphäre mit zunehmender CO2-Konzentration weiter
ansteigt", erklärt Stephan Bakan vom Max-Planck-Institut für
Meteorologie in Hamburg. "Mit jeder CO2-Zunahme nähern wir uns
der 450-ppm-Grenze. Und die verbleibende Zeit für wirkungsvolle
Emissionsreduktionen verringert sich dementsprechend", sagt er.
Das Überschreiten der 400-ppm-Marke bestätigt auch die Prognosen
des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) für die
fortschreitende Erderwärmung. Bakan: "Alle aktuellen
Projektionen des Verlaufs der atmosphärischen CO2-Konzentration
gehen vom Überschreiten der 400-ppm-Marke aus". Das Erreichen
der 400-ppm-Marke weise zunächst auf den offenbar weiter
ungebremsten Ausstoß von CO2 infolge der globalen Nutzung
fossiler Brennstoffe zur Energieerzeugung hin. "Die damit
verbundene weitere Erhöhung des globalen Strahlungsantriebs wird
das Klimasystem weiter von seiner vorindustriellen
Gleichgewichtssituation entfernen und zu einem voranschreitenden
Klimawandel führen", so der Meteorologe.
Das Observatorium Mauna Loa auf Hawaii hat beim
Kohlendioxidgehalt erstmals ein Tagesmittel von 400,03 ppm
gemessen. Durch seine Lage auf einer Insel mitten im Pazifischen
Ozean weitab der großen Emissions-Gebiete gilt der Messwert als
globale Referenz. (Foto: University Corporation for Atmospheric
Research/Wikimedia)
Allerdings reagiere das Erdklima auf einen Anstieg des
CO2-Gehalts grundsätzlich nicht linear, erklärt Bijma. Jedoch
scheint ein Zusammenhang festzustehen: Die weitere Zunahme der
Treibhausgaskonzentration verstärkt insgesamt die Tendenz zur
Erwärmung der Atmosphäre. Je höher die CO2-Konzentration, umso
gravierender die Folgen des Klimawandels. Das erstmalige
Überschreiten der 400-ppm-Marke ist hierfür ein deutlich
sichtbares Zeichen.
Statistisch falsche Auswertung von Einzelmessungen am Boden
Dieser Beobachtung widersprechen viele sogenannte
Klima"skeptiker" und behaupten, in der Erdgeschichte wäre die
400-ppm-Marke bereits mehrmals "geknackt" worden. Weshalb das
Erreichen dieses Wertes nichts Neues sei und ein Beweis für die
zunehmende Aufheizung der Atmosphäre schon gar nicht.
Diese Aussage lässt Bakan nicht gelten: Sie beruhe auf der
statistisch falschen Auswertung von räumlich und zeitlich sehr
ungleichmäßig verteilten Einzelmessungen aus dem 19.
Jahrhundert, sagt er. Alle Messungen seien damals am Boden
gemacht worden. In der Klimaforschung würden sich
Konzentrationsangaben für CO2 jedoch immer auf die freie
Atmosphäre oberhalb der Bodenschicht und nicht auf Messungen
nahe der CO2-Quellen am Boden beziehen, so der Wissenschaftler.
Zwar hätten sich schon damals gelegentlich sehr hohe
Durchschnittswerte ergeben, sie seien aber für globale
CO2-Jahresmittelwerte nicht repräsentativ.
Die Zeichen sind deutlich, jetzt muss der Kurs geändert werden.
(Foto: TwinsMetsFan/Wikimedia Commons)
Erst nach 1950 sei erkannt worden, dass die CO2-Konzentration
über der Bodenschicht bis hinauf in die höheren
Atmosphärenschichten sehr gleichmäßig verteilt ist und nur
geringe räumliche und jahreszeitliche Schwankungen aufweist. So
wurde damit begonnen, die Daten aus Lufteinschlüssen in
Eisbohrkernen als Maß für die CO2-Konzentration der globalen
Atmosphäre zu nutzen – auch rückwirkend für die Zeit vor 1950.
Diese würden für das 19. Jahrhundert einen sehr glatten Verlauf
der CO2-Zunahme von etwa 280 auf 290 ppm zeigen, sagt Bakan. Im
20. Jahrhundert stiegen diese Werte weiter exponentiell an – und
gehen nahtlos über in die modernen Messungen globaler
CO2-Messstationen wie in Mauna Loa auf Hawaii.
Die jetzt dort gemessene Überschreitung der 400-ppm-Marke kommt
laut Jelle Bijma nicht unerwartet – jedoch wurde sie schneller
erreicht als noch vor zehn Jahren angenommen.
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