DIR Return Create A Forum - Home
---------------------------------------------------------
KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT
HTML https://consolnow.createaforum.com
---------------------------------------------------------
*****************************************************
DIR Return to: Informationsquellen
*****************************************************
#Post#: 245--------------------------------------------------
Kaffeepads und Kaffeekapseln - Kaffeegenuss ohne Reue?
By: SilkeGiesinger Date: April 7, 2013, 4:21 am
---------------------------------------------------------
Ich verwende sie auch so zwischendurch. Hier gibt es einen
Artikel zum Thema:
Quelle: www.netzfrauen.org
Kaffeepads und –kapseln „Kaffeegenuss ohne Reue“.
149 Liter Kaffee trinken die Deutschen durchschnittlich pro Jahr
gefolgt von Mineralwasser mit 137 Liter im Jahr.
402.000 Tonnen Röstkaffee sowie 12.800 Tonnen löslichen Kaffee
verbrauchten die Deutschen im vergangenen Jahr. Gegenüber 2011
war das eine Steigerung von 1,2 Prozent, wie der Deutsche
Kaffee-Verband jetzt bekannt gab. Der zweite große Trend geht
zur unkomplizierten und schnellen Zubereitung von Kaffee und
damit zu Kaffeepads und Kapseln. Der Verbrauch von Kaffeekapseln
stieg um 16 Prozent (!!).
Während sich Hollywoodstar Clooney durch den Nespresso-Werbespot
flirtet, ist hinter den Kulissen ein wahrer Wettbewerbskrieg um
die Kaffeekapseln entbrannt. Nestlé versucht sich als
Marktführerschaft zu behaupten und ging sogar gerichtlich gegen
die Konkurrenz vor. Es geht ja schließlich um Milliarden. Nestlé
verliert den Prozess und muss in Deutschland auch künftig
Billig-Konkurrenz für seine Nespresso-Kapseln hinnehmen. Das
Unternehmen wollte erreichen, dass No-Name-Produkte den
Warnhinweis "Nicht für Nespresso-Maschinen geeignet" tragen
müssen. Dies lehnte das Oberlandesgericht Düsseldorf jetzt ab.
Dürfte Nestle verschmerzen, denn schon macht sich Nestle im Land
des grünen Tees breit. Dort in China produziert Nestle
mittlerweile in 30 eigenen Fabriken zahlreiche Nahrungsmittel
des täglichen Lebens. Ausgenommen hiervon sind bislang
Kaffeeprodukte, eine Kernkompetenz der Schweizer, das Geschäft
mit Kaffee stellt übrigens einen wichtigen Geschäftsbereich des
Unternehmens dar. Die Schweizer gelten als Erfinder des
Instantkaffees, der heute in 180 Ländern und in zig Variationen
erhältlich ist. Mit dem aktuellen Schritt wollen die Schweizer
den chinesischen Kaffeebauern beim Anbau unter die Arme greifen.
Und: Natürlich soll die Werbetrommel für das Produkt Kaffee
kräftig gerührt werden. Eigens hierfür wird ein Institut für
Kaffeekultur und ein Verbraucherzentrum errichtet.
Neben dem Kaffeepulver gibt es seit einigen Jahren auch die
sogenannten Kaffeepads und Kaffeetabs in verschiedenen
Geschmacksrichtungen. Damit kann man sich auch zu Hause ganz
einfach einen Cappucino oder Latte Macchiato zubereiten. Der
Markt für Portionskaffee ist sehr lukrativ und hart umkämpft,
obwohl die Kapseln wesentlich teurer sind als loser Kaffee. Ein
lohnendes Geschäft, für das Nestlé in Schwerin eine neue Fabrik
für seinen Kapselkaffee baut. Mit 220 Millionen Euro handele es
sich um eine der teuersten Investitionen in Europa, teilte der
Konzern 2012 mit. In dem neuen Werk sollen von Ende 2013 an
jährlich rund zwei Milliarden Kaffeekapseln produziert werden.
Kaffeegenuss ohne Reue?
Kostenfalle: 35 bis 39 Cent kostet eine Alu-Kapsel. Darin
enthalten sind ungefähr sechs Gramm Kaffee. Die Rechnung ist
schnell gemacht: Günstigstenfalls zahlt man auf diesem Weg für
ein Kilo Kaffee rund 60 Euro. In Worten: sechzig Euro! Doch die
Verbraucher schreckt das offenbar nicht.
Es gibt zwar preisgünstige Maschinen, die aber hohe Folgekosten
produzieren, wenn man auf die teuren Portionspackungen des
Herstellers angewiesen ist.
Gesundheit:
So raten wir dazu, die Zutatenliste der Portionspackungen zu
lesen, weil manche Produkte unnötige und gesundheitlich
bedenkliche Zusatzstoffe wie gehärtetes Pflanzenfett, Zucker,
Glukosesirup, Säureregulatoren, Stabilisatoren oder künstliche
Aromastoffe enthalten. Diese haben im Kaffee nichts zu suchen.
Auf der Vorderseite findet sich nur das klein gedruckte Wort
"Melange", teilweise auch Formulierungen wie "neue Rezeptur -
noch mehr Aroma". Wie bei einer Tüte Milch kommen viele
Verbraucher gar nicht auf die Idee, auf einer Packung
Filterkaffee, Kaffeepads und –kapseln nach einer Zutatenliste zu
suchen. Schon 2009 wies die Verbraucherzentrale Bayern auf die
versteckten Zutaten hin.
Umweltschutz:
Wenn Sie die klassischen Filtertüten entsorgen, schaden Sie der
Umwelt nicht: Sie können sie samt Inhalt kompostieren
beziehungsweise in den Biomüll werfen. HobbygärtnerInnen
schwören sogar auf die guten Düngeeigenschaften des
Filterkaffees.
Auch ein Kaffeepad darf in den Bio-Müll. Aber: Bei den Pads
schlägt die Verpackung negativ zu Buche. Pads schaden damit der
Umwelt im Vergleich mehr als die traditionellen Filtertüten.
Den meisten Abfall wird mit Kaffee-Kapseln produziert. Dass es
für die Natur von Nachteil ist, wenn für jede Tasse Kaffee eine
Aluminiumkapsel in die Tonne wandert, wird von vielen
Verbrauchern außer Acht gelassen. Denn die Herstellung von
Aluminium ist alles andere als umweltfreundlich, sie verlangt
nicht nur ein enormes Maß an Energie sondern zerstört in hohem
Maße die Umwelt.
Will man aus dem Ausgangsstoff Bauxit 1 Kilogramm Aluminium
gewinnen, liegt der dafür nötige Stromverbrauch bei gut 14
Kilowattstunden. Der Strom muss erzeugt werden, dabei wird
Kohlendioxid frei, im konkreten Fall mehr als 8 Kilogramm. Nun
lassen sich aus 1 Kilo Alu viele Kapseln formen, nach
Hersteller-Angaben etwa 1000 Stück. Bedenkt man aber, dass 2010
mehr als 6 Milliarden Kapseln verkauft wurden, kommt man für ein
Jahr auf mehr als 6 Millionen Kilo Aluminium. Für den
Kaffeegenuss werden jede Minute mehr als 12 Kilo von dem
Leichtmetall zu Abfall.
Es ist nicht einmal der Energieverbrauch allein, der die
Produktion von Primäraluminium ökologisch so bedenklich macht.
Um das Bauxit abzubauen, wird Regenwald abgeholzt, Landschaften
werden zerstört und es entsteht giftiger Rotschlamm.
Nachhaltigkeit:
Nespresso (Nestle) hat gemeinsam mit der Rainforest Alliance ein
Programm entwickelt. Es gibt Empfehlungen an Kaffeebauern aus,
wie sie die natürlichen Ressourcen erhalten können.
Ein Umwelt-Siegel von der Rainforest Alliance – das soll alle
Bedenken beim Verbraucher zerstreuen. Doch Umwelt-Siegel ist
nicht gleich Umwelt-Siegel. Die Standards variieren stark. Die
Rainforest Alliance gilt nicht als Label mit den strengsten
Vorgaben, ganz im Gegenteil. Das Siegel gibt es schon dann, wenn
nur 30 Prozent der Inhaltsstoffe eines Produktes von
zertifizierten Betrieben kommen. Zum Vergleich: Bei "Transfair"
müssen es 100 Prozent der Inhaltsstoffe sein.
Umweltbelastung durch Kaffeeherstellung:
Weit schädlicher für die Umwelt als die Verpackung ist
allerdings die Herstellung des Kaffees: Sie macht 70 Prozent der
Umweltbelastung aus. Bei der Herstellung jeder Tasse Kaffee
entstehen etwa 50-100 Gramm CO2. Schuld daran sind die langen
Transportwege. Außerdem benötigt Kaffeeanbau viel Wasser: 140
Liter je Kilo Kaffeebohnen. Dünge- und Pflanzenschutzmittel beim
Kaffeeanbau belasten die Umwelt zusätzlich. Am meisten helfen
Sie der Natur, wenn Sie Ihren Kaffeekonsum insgesamt reduzieren
und nachhaltig produzierten Bio-Kaffee kaufen.
Wen dennoch Zweifel plagen, der schwenkt um auf Tee. Denn dieser
steht, ökologisch betrachtet, von vornherein etwas besser da.
Auch hier empfiehlt sich Bio. Man mag es kaum glauben, aber
selbst Tee gibt es, zumindest in der Schweiz und Frankreich, in
Alu-Kapseln für Maschinen. Welches Unternehmen sich das
ausgedacht hat, liegt auf der Hand.
Doro
Netzfrauen
www.netzfrauen.org
*****************************************************