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#Post#: 13--------------------------------------------------
Doku: Afrika/Globalisierung: Ghana, Hühnerreste für Afrika
DIR By: SilkeGiesinger
Date: September 15, 2012, 1:01 am
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HTML http://www.youtube.com/watch?v=AeqeyP77s8g
HTML http://www.youtube.com/watch?v=AeqeyP77s8g
Hühnerwahnsinn -- Das eiskalte Geschäft mit dem Geflügel
Die EU-Subventionspolitik steht ja schon seit vielen vielen
Jahren in der Kritik -- gerade im Landwirtschaftssektor werden
oft völlig falsche Anreize und Lenkungssignale gesetzt (wie man
bereits in frühere Jahrzehnten mit den „Butterbergen" und
„Milchseen" zu spüren bekam). Im Zuge der allgemeinen
neoliberalen Exportorientierung der westlichen Industrieländer
versucht man nun, Überschüsse in andere Regionen zu verkaufen --
Dank Exportförderungen für die Landwirte funktioniert es auch
hervorragend, z.B. Geflügelteile, die hierzulande als „nicht
fein" genug gelten, nach Afrika auszuführen und dort mit einem
künstlich niedrig gerechneten Kampfpreis in die lokalen Märkte
zu pressen. So nimmt der vom EU-Steuerbürger finanzierte Unsinn
billiger und billigster Fleischproduktion immer groteskere Züge
an und zerstört zudem auch noch die regionale Wirtschaft vor
Ort. Die Phoenix-Doku „Hühnerwahnsinn -- das eiskalte Geschäft
mit dem Geflügel" (via Nokturnal Times) geht den Zusammenhängen
auf den Grund und zeichnet dabei ein wenig erfreuliches Bild
unserer auf Wachstum und Expansion getrimmten Wirtschaftswelt.
90.000 Tonnen gefrorene Hühnerteile importiert Ghana jährlich,
produziert in den Schlachthäusern Europas oder Amerikas. Die
Schwemme der Hühnerteile aus den Industrienationen zerstört in
den afrikanischen Entwicklungsländern die lokalen Märkte, treibt
dort Hühnerfarmer und verarbeitendes Gewerbe in den Ruin. (...)
Der Film verfolgt die Hühner-Teile auf ihren verschlungenen
Wegen von Deutschland, Frankreich und den Niederlanden nach
Afrika. Am Beispiel Ghana und Togo wird dokumentiert, welche
Auswirkungen die Exporte auf die örtlichen Märkte haben und was
der europäische Hühnerwahnsinn für die Menschen dort bedeutet.
Der Film gibt aber auch einen Einblick in ein Geschäft, in dem
täglich Hunderttausende Hühner vom Schnabel bis zur Kralle
verarbeitet werden. Der Druck auf die Hühnerzüchter wächst nicht
nur in Afrika: Riesige Mengen von tief gefrorenem Hühnerfleisch
aus Brasilien werden inzwischen billig nach Europa verschifft
und vernichten selbst in traditionellen Hühnerzuchtgegenden
immer mehr Arbeitsplätze. Autor Joachim Vollenschier zeigt ein
globales Hähnchen-Roulette, das in einer Verkettung von
Wellnesswahn und Geschäftemacherei die Existenz und Gesundheit
von Menschen ruiniert.
Die Erkenntnis, dass Cholesterin und Übergewicht ein
Gesundheitsrisiko darstellen, machte fettarme Diäten populär.
Statt des fetten, halben Hühnchens wollte man die magere
Hühnerbrust auf den Tellern. Das lassen sich die Hersteller
teuer bezahlen. Der Rest vom Vogel erscheint europäischen
Verbrauchern heute meist minderwertig. Das aber stellte die
Hühnerbarone vor Probleme: Wohin, bei rapide steigendem
Brustverkauf, mit all den Schenkeln, Rücken, Füßen, Innereien,
mit dem gigantischen Hühnerhaufen, der sich nur bedingt nach
Russland, Nahost oder sonst wohin verfrachten lässt? So begann
der große Exodus der zerstückelten Hühner, während in Togo und
im Senegal, in Angola, Liberia und Ghana die lokale Industrie
zusammenbrach. Brust oder Keule? Die deutschen und französischen
Konsumenten haben sich eindeutig entschieden. Seit der
Wellnesswelle wird nirgendwo so viel Hähnchenbrust gegessen wie
bei uns. Die Industrie bedient diesen Trend allzu gerne, denn
das Filet wirft den höchsten Profit ab. Doch wohin mit dem
verschmähten Rest? Er wird weltweit verschoben. Dabei landen
diese Hühnerteile häufig in afrikanischen Ländern. Die Folge:
Lokale Märkte werden dort zerstört, Menschen erkranken an dem
minderwertigen Fleisch, denn in Afrika gibt es weder
Kühlschränke noch Lebensmittelkontrollen. Am Beispiel von Ghana
und Togo wird deutlich, welche Auswirkungen die Exporte auf die
Märkte und die Menschen in Afrika haben. Die Dokumentation gibt
aber auch einen Einblick in ein Geschäft, in dem täglich
Hunderttausende Hühner vom Schnabel bis zur Kralle verarbeitet
werden. Der Druck auf die Hühnerzüchter wächst nicht nur in
Afrika: Riesige Mengen von tiefgefrorenem Hühnerfleisch aus
Brasilien werden billig nach Europa verschifft und vernichten
selbst in den traditionellen Hühnerzuchtgegenden Frankreichs
immer mehr Arbeitsplätze
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