URI:
   DIR Return Create A Forum - Home
       ---------------------------------------------------------
       KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT
  HTML https://consolnow.createaforum.com
       ---------------------------------------------------------
       *****************************************************
   DIR Return to: Informationsquellen
       *****************************************************
       #Post#: 201--------------------------------------------------
       Das Gift der Tulpen - Gedanken zum Valentinstag
   DIR By: SilkeGiesinger
       Date: February 8, 2013, 2:33 pm
       ---------------------------------------------------------
       Quelle: Klimaschutz-Netz (
  HTML http://www.klimaschutz-netz.de/)
       Das Gift der Tulpen
       Schön anzusehen, aber häufig mit Gift hochgepäppelt: Viele der
       demnächst zum Valentinstag verschenkten Blumen wurden auf
       menschenunwürdige Art produziert.
       Nicht nur die Pestizidbelastung auch der hohe CO2-Ausstoß, der
       damit verbunden ist. Vielen ist das gar nicht bewusst, 1000
       Tonnen Rosen fliegt allein eine große Airline zum Valentinstag
       nach Europa. Das entspricht einer Ladung von zehn Jumbo-Jets.
       Auch der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie die
       Aufzucht in Treibhäusern, die Lagerung der Blumen in einer
       ununterbrochenen Kühlkette und ihre Verpackung - all das trägt
       zu einem erhöhten CO2-Ausstoß bei.
       Nicht ein Discounter, der sie zur Zeit nicht zum Verkauf
       anbietet:
       die Tulpen aus unserem Nachbarland dem BLUMENLAND NIEDERLANDE.
       Doch es gibt auch hier eine Schattenseite der Blüten:
       Monokulturen, Ausbeutung und Pestizide.
       Die Zijpe, der Anna Paulowna Polder und die Koegras zusammen
       bilden mit über 6.000 Hektar Blumenfeldern heute eines der
       größte Blumenzwiebelanbaugebiete der Welt. Die Felder ziehen
       sich an der Küste entlang und dehnen sich bis auf die Insel
       Texel aus. Noch vor 100 Jahren bestimmten hier Wiesen und
       Kuhweiden das Bild, daneben pflanzten die Bauern auf kleinen
       Feldern Getreide und Gemüse für den Eigenkonsum an. Ab 1960
       waren die Blumen als billiges Massenprodukt nicht mehr zu
       stoppen. Auch in anderen Teilen der Niederlande verschwanden die
       kleinen Felder und Weiden von einst und machten Platz für
       Schnittblumen.
       So schön die bunten Tulpenfelder im Frühling leuchten –
       ökologisch sind die Monokulturen eine Wüste, in der kaum ein
       Tier Nahrung oder Obdach finden kann. Zudem erfordern die
       endlosen Reihen von bunten Blumen stets viel Wasser, Dünger und
       chemische Pflanzenschutzmittel. Erst sehr langsam nehmen
       nachhaltige Anbaumethoden heute mehr Raum ein. Noch 2007 fand
       die Stiftung Warentest in allen von ihr getesteten Rosen
       Pestizidrückstände, bis zu 16 verschiedene Substanzen an einer
       Blume. Unter ihnen waren auch Wirkstoffe, die beispielsweise die
       Weltgesundheitsorganisation WHO als hochgiftig eingestuft. Die
       gefundenen Mengen waren so klein, dass sie für die Käufer kein
       Gesundheitsrisiko bedeuteten. Für die Arbeiterinnen und Arbeiter
       in Anbau und Handel aber ist ein solcher Pestizideinsatz
       gefährlich, weil sie den Stoffen täglich und in weit größeren
       Mengen ausgesetzt sind.
       2009 schließlich erließ die EU eine neue Umweltschutzrichtlinie,
       die den Einsatz zahlreicher Pestizide verbot. Mehr als 120
       chemische Stoffe dürfen heute nicht mehr eingesetzt werden.
       Viele davon waren auch in der niederländischen Blumenzucht
       Standardmittel.
       Aber nicht mehr der Verbot zahlreicher lässt die Blumenanbauer
       zittern – denn andere Länder produzieren noch billiger. In den
       Niederlanden machen die Energiekosten etwa 15 Prozent der
       Gesamtaufwendungen aus. Etwa ein Drittel muss der Produzent für
       die Löhne veranschlagen. In Afrika oder Lateinamerika, wo
       ganzjährig im Freien gearbeitet wird und die Arbeiterinnen und
       Arbeiter teilweise ohne jeden gewerkschaftlichen Schutz
       ausgebeutet werden, fällt nur ein Bruchteil dieser Kosten an.
       Ecuador gilt heute als wichtigster Blumenproduzent des Südens.
       Von Januar bis November 2010 verkaufte das Land laut Angaben der
       Handelsorganisation Expoflores für 586 Millionen Dollar
       Pflanzen. 122.000 Tonnen Pflanzen führt das Andenland aus; nach
       Öl, Bananen und Shrimps sind Blumen heute das wichtigste
       Exportprodukt geworden. Mehr als 65.000 Menschen arbeiten im
       Anbau. Dank der neuen Konkurrenz auf dem Markt steigt das
       Angebot an Schnittblumen weltweit seit Jahren, und folglich
       sinken die Preise. Denn immer neue Anbieter aus den
       Entwicklungsländern drängen auf diesen umkämpften Markt und
       drücken die Preise. Ein großer neuer Absatzmarkt könnte Russland
       werden. Aber dort werden aktuell Strukturen für den Eigenanbau
       aufgebaut. In Russland fallen zwar mehr Heizkosten an als in den
       Niederlanden oder gar in Afrika und Lateinamerika. Aber an Öl
       und Gas mangelt es dem Land nicht.
       Im globalen Konkurrenzkampf schielen alle entsetzt nach China:
       2008 wurden in der Provinz Yunnan auf 33.300 Hektar Blumen
       produziert. Von 42.000 Hektar geht die Verwaltung der Provinz
       für 2010 aus. Bedenkt man, dass es noch 2005 16.000 Hektar
       waren, muss die Provinz ihre Anbaufläche bis heute fast
       verdreifacht haben. Zum Vergleich: Der gesamte Tulpenanbau in
       den Niederlanden nimmt eine Fläche von nur 7.500 Hektar ein. Und
       sogar „raubkopierte“ Rosen kommen aus Asien – Blumen, für deren
       Anbau Lizenzgebühren zu zahlen wären. Am Flughafen Schiphol
       allein vernichtet der niederländische Zoll jährlich Rosen im
       Wert von einer Viertelmillion Euro.
       Welche Sprache sprechen Blumen? Soviel ist klar: Könnten
       Schnittrosen sprechen, würden sie sich nicht auf Deutsch
       unterhalten.
       Rund 80 Prozent der Schnittblumen werden importiert,
       beispielsweise aus Ländern wie Kenia, Tansania oder Ecuador.
       Noch immer arbeiten viele Beschäftigte in der Blumenindustrie in
       Entwicklungsländern unter menschenunwürdigen Bedingungen.
       Müssen es unbedingt Blumen sein, dann bitte FAIR
  HTML http://www.fairtrade-deutschland.de/
       aber machnmal reichen auch nur liebe Worte zum Valentinstag..
       Denn schön anzusehen, wurde häufig mit Gift hochgepäppelt und
       auf menschenunwürdige Art produziert.
       -Doro-
       Video:
       Billig-Rosen: Afrikaner zahlen mit ihrer Gesundheit
  HTML http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/rosenstory171.html
       *****************************************************
       Page 1 of 1