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#Post#: 153--------------------------------------------------
Marktcheck
DIR By: SilkeGiesinger
Date: December 19, 2012, 11:28 am
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HTML http://marktcheck.greenpeace.at/putenfleisch-produkte.html
HTML http://marktcheck.greenpeace.at/putenfleisch-produkte.html
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Putenfleisch
Putenfleisch auf den Festtagstisch?
Die ÖsterreicherInnen genießen gerne Pute zu den
Weihnachtsfeiertagen. Dem Wunsch nach österreichischem Fleisch
aus gentechnikfreier Fütterung können aber nicht alle
Supermärkte nachkommen. Da die Informationen auf den Packungen
etlicher Produkten Fragen offen lassen, hat sich marktcheck.at,
vorverpacktes Puten-Frischfleisch näher angeschaut. Unser Wunsch
ans Christkind und an die verantwortlichen Unternehmen - auch im
Namen der KonsumentInnen: Mehr Transparenz!
Am besten bio oder Fleisch mit Siegel „ohne Gentechnik
hergestellt“
Die Ergebnisse des Checks: Nur drei der getesteten Produkte sind
biologisch und/oder garantiert gentechnikfrei gekennzeichnet. Es
handelt sich um die Produkte „Ja! Natürlich“ und je ein Produkt
der Firma Wech und Pöttelsdorfer. Diese sind bei Merkur, Billa,
Adeg, Sutterlütty und AGM (laut Angaben des Unternehmens REWE)
sowie Spar erhältlich. Bei diesen Produkten können die
KonsumentInnen also sicher sein, dass keine Gentechnik über den
Umweg des Futtertrogs auf ihren Tellern landet.
Produktliste mit Bildern und detaillierten Informationen
Kein Gentech-Futter für österreichisches Geflügel?
Zu Beginn des Jahres 2012 verkündeten die österreichischen
Medien und die Supermärkte in ihren Werbeaussendungen die frohe
Botschaft betreffend die Geflügelmast in Österreich: "In den
nächsten Wochen wird konventionell hergestelltes
österreichisches Hühnerfleisch aus gentechnikfreier Fütterung
bei den größten österreichischen Lebensmittelhändlern erhältlich
sein. Putenfleisch folgt noch in diesem Jahr."
Recherchen von marktcheck.at bei Hühnerfleisch bestätigten diese
Ankündigungen; bei den Puten-Produkten kamen rasch Zweifel auf
...
Das Putenfleisch im Check
Marktcheck.at hat daraufhin im November und Dezember 13
vorverpackte Produkte mit Puten-Frischfleisch in Wiener
Supermärkten gekauft und die Hersteller kontaktiert mit der
Bitte, weitere Informationen zu Ihren Produkten zur Verfügung zu
stellen. Denn auf etlichen Produkten war kein Hersteller und
auch die Herkunft des Fleisches nicht angegeben und es fand sich
kein Hinweis auf gentechnikfreie Fütterung.
Gentechnik-frei gefüttertes Fleisch nicht erkennbar
Bei den zwei Eigenmarken "Billa" und "Merkur" hat das
Unternehmen REWE die Firma Wech als Produzenten, der ohne
Gentechnik bei der Fütterung auskommt, angegeben. Informationen
dazu oder Güte-Siegel zur Information der KonsumentInnen finden
sich auf der Verpackung leider nicht. REWE kann bei diesen
Produkten aber nicht ausschließen, dass zu Spitzenzeiten auch
Putenfleisch aus dem Ausland in diese Packungen kommt. Die
Herkunft wird dann auf der Verpackung angegeben und in diesem
Fall muss vom Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel
ausgegangen werden.
Auch bei Hofer und Lidl konnte marktcheck.at zwei Produkte
identifiziert, die gentechnikfrei gefüttertes Fleisch enthalten;
dies aber auf der Packung nicht angegeben war.
Puten von Hubers Landhendl
Die oberösterreichische Firma Hubers Landhendl hat mitgeteilt,
dass einige Puten für ihre Erzeugnisse in Österreich gemästet,
aber knapp über der Grenze in Bayern geschlachtet werden.
Verpackt wird das Fleisch wieder in Österreich. Diese Puten
werden trotz der österreichischen Herkunft des Fleisches laut
Greenpeace Recherchen nicht gentechnikfrei gefüttert. Da aber in
Bayern für Hubers Landhendl auch deutsche Puten aus
gentechnikfreier Fütterung geschlachtet werden, kann in den in
Österreich verkauften Produkten auch diese Ware enthalten sein.
Auch wenn das der Fall ist, findet sich auf der Verpackung kein
Hinweis zur gentechnikfreien-Fütterung.
Fleisch aus dem Ausland
Laut Recherchen von Greenpeace wird Importware größtenteils mit
Gentech-Futter hergestellt. Ausnahmen dazu fanden sich im
Puten-Check nur bei Fleisch aus Deutschland. Als besonders
problematisch bezeichnete ein österreichischer Produzent die
Ware aus Ungarn und Italien. Dieser Umstand spiegelt sich auch
in der Bewertung der beiden Produkt mit italienischem Fleisch
der italienischen Firma AIA wider. Es handelt sich um Produkte
der Marken "AIA" (Penny) und "Clever" (Merkur und Billa).
Die Lücke in der EU-Gesetzgebung
Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert seit Jahren das
Schlupfloch in der Kennzeichnungsverordnung bei Gentechnik: So
muss in der EU am Produkt nicht angegeben werden, ob
Gentech-Futter eingesetzt wurde. Würde hier dem Wunsch der
KonsumentInnen nach mehr Transparenz endlich gefolgt, so hätte
dies allein in Österreich beträchtliche Auswirkungen: Jährlich
werden in Österreich immer noch über 450.000 Tonnen Gentech-Soja
verfüttert.
AMA-Gütesiegel erlaubt Gentech-Futter
Keine Hilfe im Kampf gegen Gentechnik am Teller ist die
Agrarmarkt Austria (AMA). Denn das AMA-Gütesiegel bürgt zwar für
die österreichische Herkunft, nicht jedoch für gentechnikfreie
Fütterung der Puten. „Die österreichischen KonsumentInnen lehnen
Gentechnik vehement ab. Sie wollen keine Gentech-Pute auf Ihrem
Teller. Die AMA muss diesem Wunsch endlich nachkommen und
Gentechnik-Freiheit als Kriterium für das AMA-Gütesiegel
aufnehmen“, fordert Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin von
Greenpeace.
Was kann ich kaufen?
Bewussten KonsumentInnen greifen am besten zu gekennzeichneter
Ware aus Österreich mit Bio-Siegel und dem grünen Zeichen "ohne
Gentechnik hergestellt. Bio-Produkte sind garantiert
gentechnikfrei und besser für Umwelt, Mensch und Tier:
Die Futtermittel müssen nicht nur gentechnikfrei sondern
komplett biologisch produziert werden.
Es werden keine hochgezüchteten "Turbo-Rassen" verwendet,
sondern langsam wachsende Rassen verwendet.
Deutlich höhere Anforderungen im Bereich des Tierschutzes:
> Die erlaubte Bestandsdichte ist nur halb so groß wie bei
konventioneller Produktion (maximal 40kg Pute/m2 konventionell,
21kg Pute/m2 bio)
> Ein Auslauf ist - im Gegensatz zu konventioneller Produktion -
verpflichtend.
Forderungen!
Es war für das Team von marktcheck.at eine große
Herausforderung, an weitere - nicht auf der Verpackung
angegebenen - Informationen zu kommen, um überhaupt eine
entsprechende Bewertung vornehmen zu können. Denn die Hinweise
und Texte auf der Verpackung lassen vieles im Dunkeln und bieten
den KonsumentInnen keine Chance zu erkennen, was tatsächlich in
der Packung steckt.
Die Transparenz bei diesen Produkten muss unbedingt verbessert
werden: „Wie der Greenpeace Puten-Check zeigt, sind auch
gentechnikfrei Produkte im Handel; dieser Vorteil war aber zu
unserer großen Überraschung am Produkt gar nicht angegeben!“, so
Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin bei Greenpeace.
Greenpeace fordert, dass die gesamte österreichische
Lebensmittelproduktion Schritt für Schritt komplett auf
gentechnikfreie Produktion umgestellt und auch bei Importware in
Zukunft vermehrt auf gentechnikfreie Ware gesetzt wird.
Weiterlesen auf marktcheck.at:
Liste der Puten-Produkte
Greenpeace-Tipp: Leckeres Weihnachtsmenü - rein pflanzlich!
AMA-Siegel: Verwechslungsgefahr!
Quelle: Greenpeace
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