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       Vortrag von Niko Paech - Befreiung vom Überfluss 
       By: SilkeGiesinger Date: November 23, 2012, 3:01 pm
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       im Focus in Radio Vorarlberg am 24.11.2012, 13.00 Uhr
  HTML http://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2560308/
  HTML http://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2560308/
       Kein Weiter-So“
       „Finanzkrisen belegen das Scheitern des auf Wachstum und
       Fremdversorgung basierenden Wohlstandsmodells. Zeit zum
       Innehalten: Anstelle eines expansiven „Weiter-so“ bietet sich
       das Konzept der Postwachstumsökonomie an, die zwar bescheiden
       dimensioniert, aber langfristig stabil ist,“ führt Professor
       Paech sein Thema ein.
       Sendehinweis
       „Focus“, 24.11.12
       Weiterhin scheine ein auf permanente ökonomische Expansion
       getrimmtes System kein Garant für Stabilität und soziale
       Sicherheit zu sein.
       Darauf deute nicht nur die derzeitige Eskalation auf den
       Finanzmärkten hin, sondern auch die Verknappung jener Ressourcen
       „Peak Everything“), auf deren unbegrenzter und kostengünstiger
       Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang
       basierte.
       Es sei an der Zeit, die Bedingungen und Möglichkeiten einer
       Postwachstumsökonomie auszuloten.
       „Was wären die Merkmale einer Ökonomie jenseits permanenten
       Wachstums? Welcher Wandel, welche Institutionen, welche Konsum-
       und Produktionsmuster gingen damit einher? Welche Wege führen in
       eine Wirtschaftsordnung, die auch ohne permanentes Wachstum für
       soziale Stabilität sorgen könnte?,“ so der kritische
       Wachstumsökonom Niko Paeck.
       „Konsum und soziales Prestige“
       Ein wichtiger Befund für Prof. Paech ist, dass eine Steigerung
       des über Geld vermittelten materiellen Reichtums ab einem
       bestimmten Niveau das subjektive Wohlbefinden nicht weiter
       erhöht.
       Viele Konsumaktivitäten sind symbolischer
       Art, zielen auf soziales Prestige oder die Zugehörigkeit zu
       einer be-stimmten
       Gruppe oder „Szene“. Innovationen schaffen neue Angebote der
       materiellen Selbstinszenierung, die von Pionieren aufgegriffen
       werden.
       Wer nicht mitzieht, verliert den Anschluss. Folglich ist ein
       immer höherer Konsumaufwand nötig, um die soziale Integration zu
       verteidigen. Insoweit die Auswahl an Konsumoptionen geradezu
       explodiert, der Tag aber nach wie vor nur 24 Stunden hat, wird
       die
       minimal erforderliche Zeit zum Ausschöpfen konsumtiver Optionen
       zum Engpassfaktor. Das Viel-Haben tritt in Widerspruch zum Gut-
       Leben.
       „Wachstum gegen Armut“
       Professor Niko Paech macht darauf aufmerksam, dass weiteres
       Wachstum auch mit der Notwendigkeit begründet werde, man könne
       nur so Armut und ungerecht empfundene Umverteilung mildern.
       „Anstelle einer konfliktreichen Umverteilung vorhandenen
       Reichtums sei es politisch akzeptabler, Zuwächse zu produzieren,
       mit denen Bedürftige besser gestellt werden könnten, ohne dabei
       den Status Quo der gut Situierten antasten zu müssen, erläutert
       Paech. Diese „Friedensstifter-Logik, nach der Verteilungs- oder
       Knappheitsprobleme in Wachstumsforderungen umgewandelt werden,
       versage jedoch immer offenkundiger,“ beklagt Professor Paech.
       Neue konsumorientierte Mittelschichten
       Es gebe einen unglaublichen Kaufkraftzuwachs einer globalen
       Mittelschicht; der sei in den letzten Jahren um ca. 1,2
       Milliarden sogenannte „neue Konsumenten“ in den
       Aufsteigernationen (China, Indien, Brasilien etc.) erweitert
       worden. Man gehe gleichzeitig neuerdings von einem Anstieg des
       Preises für einen Barrel Rohöl auf 200 Dollar bis 2030 aus.
       Postwachstumsökonomie
       Als „Postwachstumsökonomie“ bezeichnet Professor Paech " eine
       Wirtschaft, die ohne Wachstum des Bruttoinlandsprodukts über
       stabile, wenngleich mit einem vergleichsweise reduzierten
       Konsumniveau einhergehende Versorgungsstrukturen verfügt."
       Das Konzept der Postwachstumsökonomie orientiere sich an einer
       Suffizienzstrategie( Suffizienz meint hier Genügsamkeit) und dem
       partiellen Rückbau industrieller, insbesondere global
       arbeitsteiliger Wertschöpfungsprozesse zugunsten einer Stärkung
       lokaler und regionaler Selbstversorgungsmuster.
       Eine ökologisch und sozial zukunftsfähige Ökonomie bedürfe - so
       der Olderburger Ökologieprofessor der Beseitigung jeglicher
       Wachstumsabhängigkeiten und -zwänge, ergänzt Professor Paech.
       Zur Person
       Professor Dr. Niko Paech lehrt am Institut für
       Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik an der Carl
       von Ossietzky Universität Oldenburg Unternehmensführung und
       betriebliche Umweltpolitik.
       Seine Forschungsschwerpunkte:
       Nachhaltige Entwicklung, Umweltökonomik, In-novations-
       und Diffusionsforschung, Klimaschutz,
       Konsumforschung, Ökologische Ökonomie.
       postwachstumsoekonomie.org
       Literatur
       Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die
       Postwachstumsökonomie. oekom verlag
       Musik
       CD Accordian Tribe
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