DIR Return Create A Forum - Home
---------------------------------------------------------
KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT
HTML https://consolnow.createaforum.com
---------------------------------------------------------
*****************************************************
DIR Return to: Informationsquellen
*****************************************************
#Post#: 108--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: November 27, 2012, 11:43 am
---------------------------------------------------------
HTML http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Antifeatures/komplettansicht
HTML http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Antifeatures/komplettansicht
Die Technikmafia
Schutzgelderpressung war früher ein Verbrechen, heute ist es ein
florierendes Geschäftsmodell: Hersteller von Kameras, Handys und
Druckern verschlechtern ihre Modelle künstlich – um uns teure
Extras verkaufen zu können. Eine Abrechnung
Angenommen, wir wären Pizzabäcker in einem miesen Mafiafilm.
Eines Tages, wir haben gerade unser Lokal aufgesperrt, besucht
uns Don Alfonso mit seinen humorlosen Begleitern. Diese zerren
uns in die Küche, weil sich Blut von den Kacheln besser
abwischen lässt, zertrümmern uns das Nasenbein und machen uns
dann ein Angebot, das wir nicht ablehnen können: Gegen die
Zahlung einer Gebühr könne man uns künftig vor solchen Unfällen
beschützen. Nur ein schlechter Film?
Im richtigen Leben gibt es vergleichbare Mafiamethoden – zwar
weniger blutig, aber ähnlich kostspielig. Opfer sind wir alle.
Täter sind die Hersteller von technischen Geräten, von Handys,
Computern, Kameras. Ihre Druckmittel sind »Antifeatures« –
Tricks und Kniffe, mit denen sie ihre Produkte vorsätzlich
schlechter machen, als sie eigentlich sein könnten. Kleine
elektronische Schweinereien, die uns das Leben mit der Technik
zur Hölle machen und dafür sorgen, dass wir zahlen und zahlen,
um sie loszuwerden. Was uns natürlich nie gelingt. Weswegen wir
noch mehr zahlen und zahlen. Und irgendwann sogar glauben, das
sei völlig normal.
Aber das ist es nicht. Das ist Beschiss. Manche Handys zum
Beispiel kann man nur mit Sim-Karten bestimmter Netzanbieter
benutzen – das ist ein klassisches Antifeature. Denn technisch
passt jede Sim-Karte in jedes Handy. Doch Telekom, Vodafone und
all die anderen Netzbetreiber nehmen uns diese Freiheit, damit
wir weiter mit ihren teuren Tarifen telefonieren und ja nicht
mit einem anderen Anbieter fremdgehen. Loswerden können wir die
Sperre natürlich nur gegen Bares.
Benjamin Mako Hill bemerkte als einer der Ersten, dass die
Konzerne solche Schikanen systematisch einsetzen. Hill ist
Amerikaner, dreißig Jahre alt, schlaksig und unvollkommen
rasiert. Als Programmierer und Aktivist der Free-Software-Szene
versteht er sich als eine Art Mafiajäger: Hill findet es gar
nicht gut, dass die Konzernbosse ein Geheimnis darum machen, wie
die Dinge funktionieren, die sie uns verkaufen. Er erfand das
Wort »Antifeature« , um Aufmerksamkeit dafür zu erregen, dass
Alltagsprodukte künstlich verschlechtert werden – und begann
öffentlich gegen die absurdesten Auswüchse zu protestieren.
Aufgefallen ist ihm zuletzt Intel. Seit dem Herbst
experimentiert der weltweit größte Chiphersteller in den
Vereinigten Staaten mit einem »Upgrade-Service« für Prozessoren.
Man kauft also zunächst einen Computer, in dem solch ein
Prozessor steckt. Ist man mit dessen Leistung unzufrieden, darf
man für etwa 50 Dollar eine »Intel Upgrade Card« erwerben, mit
der sich via Internet eine schnellere Prozessorleistung
herunterladen lässt. Aber Moment mal: Wie ist es möglich, ein
Stück Hardware per Datendownload zu verbessern? Doch wohl nur,
weil die Prozessorleistung ab Werk gedrosselt wurde und nun
durch eine Art digitalen Schlüssel wieder entsperrt wird.
Kein Drama? Von wegen. Beim Neuwagenkauf würden wir uns so etwas
nie bieten lassen: Wir investieren 20.000 Euro und wollen
unseren Spaß haben. Dann merken wir, dass die Handbremse klemmt
oder uns irgendetwas daran hindert, in den vierten Gang zu
schalten. Und dann sagt der Autoverkäufer: Handbremse lösen?
Kostet extra. Hochschalten? Kostet auch extra. Ist das nun
Service? Oder unverschämt?
Antifeatures erfüllen verschiedene Zwecke. Sie verleiten uns
dazu, mehr Geld auszugeben. Oder sie gaukeln uns eine besondere
Markenqualität vor. Oft sogar beides zugleich, wie bei Apples
Musikladen iTunes Store . Da sollten einzelne Lieder (»in
höherer Qualität«) vor Jahren plötzlich 30 Cent mehr kosten –
damit der digitale Kopierschutz entfernt wird, der zuvor
verhindert hat, dass man sie auf einigen Musikspielern überhaupt
abspielen konnte.
Gemein ist allen Antifeatures, dass sie kaum als solche zu
erkennen sind. Sie werden uns sogar oft als tolle Innovation
verkauft. Als Zusatznutzen. Oder als Schutz unserer Geräte vor
den Gefahren der Welt.
Wie sagte doch Don Alfonso: Wäre es nicht wunderschön, wenn
mächtige Freunde für schmales Geld ihre schützende Hand über uns
hielten? Im Batterie-Business gibt es viele solcher Freunde.
Angeblich gibt es ja auch viele Gefahren. Wer hat noch nicht
davon gehört, dass preiswerte Ersatzakkus für Handys, Camcorder
oder Fotoapparate explodieren können? Sicherheit gibt es
angeblich nur beim Originalhersteller, nicht beim anonymen
Onlineversand.
Wer das glaubt, interessiert sich bestimmt dafür, was etwa
Panasonic so anbietet. Im Sommer 2009 veröffentlichte das
Unternehmen für mehrere seiner Kameras ein sogenanntes
Firmware-Update. Normalerweise verbessert man mit solchen
Updates die Software seiner Geräte und macht sie
leistungsstärker. Dieses Mal jedoch installierte man einen
elektronischen Riegel, der fortan verhinderte, dass fremde – und
meist preiswertere – Batterien überhaupt funktionierten. Diese
entsprächen nämlich nicht den strengen Sicherheitsrichtlinien,
behauptete Panasonic und warnte vor Kurzschlüssen und
Überladungen, die die Kamera beschädigen könnten.
Vor allem schmälert es die eigenen Einnahmen, wenn die Kunden
ihre Akkus woanders kaufen. Aber das erwähnte Panasonic
natürlich nicht.
Komisch: In der Werbung ist so oft von Freiheit die Rede. In der
Wirklichkeit aber werden Konsumenten, wo immer es geht, an die
Kette gelegt. Es kann ja sein, dass in China
zusammengeschusterte Billigakkus bisweilen schlechter sind, die
meisten werden aber wohl in denselben Fabriken produziert wie
die Originalware. Warum lässt man uns das nicht selbst
herausfinden? Ein Warnaufkleber auf der Verpackung würde
genügen. Wir sind doch nicht blöd!
Fairerweise hat Panasonic auf den Inhalt des Updates
ausdrücklich hingewiesen. Andere Unternehmen verschweigen, was
sie einem unterjubeln. Aus strategischen Gründen, wie Ross
Anderson weiß, Professor für Sicherheitstechnik an der
britischen Cambridge University. Der Mann hat ein ziemlich
dickes Buch mit dem Titel Security Engineering geschrieben.
Darin steht unter anderem, wie man die vermeintlich höhere
Qualität von Originalakkus vortäuschen kann: indem man das Gerät
dazu bringt, fremde Batterien schneller zu entladen. Wenn der
preiswerte Austauschakku eines Mobiltelefons also gar nicht
funktioniert oder wahnsinnig schnell schwächelt, muss das nicht
daran liegen, dass er mangelhaft ist. Vielleicht ist lediglich
ein kleines Antifeature dafür verantwortlich, dass das Handy
ständig heimlich Energie verbraucht.
Praktisch haben wir keine Chance, solche Tricks zu durchschauen.
Umso leichter glauben wir die Qualitätsmärchen der
Originalhersteller. Mit Verfolgungswahn hat das übrigens nichts
zu tun; es gibt sogar Firmen, die sich auf die Entwicklung
solcher Kontrolltechnik spezialisiert haben.
Die Atmel Corporation zum Beispiel, ein Unternehmen im
kalifornischen San Jose. Dort arbeiten rund 5.000 Leute ständig
daran, Nervzwerge wie den AT88SA 100S herzustellen. Dieser bloß
vier Quadratmillimeter kleine Chip ist so ein Batteriewächter.
Er ermöglicht Handys und Kameras, zwischen teuren Originalakkus
und preiswerten Nachbauten zu unterscheiden. 0,65 Dollar netto
kostet so ein Kontrollchip, und natürlich wird dieser Betrag auf
den Endkundenpreis aufgeschlagen. Wir bezahlen also dafür, dass
unser Telefon nicht so funktioniert, wie wir es uns eigentlich
wünschen würden.
Dem Irrsinn liegt ein völlig neues Wachstumsverständnis
zugrunde. Bekamen wir Kunden für mehr Geld früher bessere
Leistungen, bezahlen wir heute zunehmend für den Abbau von zuvor
künstlich errichteten Hindernissen. Womöglich wenden die
Konzerne einen großen Teil der Innovationskraft ihrer
Forschungsabteilungen längst nicht mehr für die Optimierung von
Produkten auf, sondern für die Verfeinerung von
Verschlechterungssystemen.
Die Sache mit dem .raw-Format ist ein weiteres gutes Beispiel
dafür. Software-Aktivist Hill hat im vergangenen Jahr auf einem
Kongress in Australien davon berichtet. Als .raw bezeichnet man
– vereinfacht – eine Art Negativ bei Digitalkameras. Jeder
Apparat verwendet dieses Format bei jedem Bild. Doch preiswerte
Geräte seien oft so programmiert, erzählte Hill, dass sie das
.raw-Bild automatisch in ein schlechteres .jpg-Format umwandeln
und die Ursprungsversion anschließend löschen. Warum? Na, um
Geld zu verdienen! Die Fähigkeit zur Speicherung von
.raw-Bildern wird nämlich als vermeintlicher Zusatznutzen
besserer Kameramodelle angepriesen und teuer verkauft. Dabei ist
sie gar nichts Besonderes.
Für seinen Vortrag bekam Hill viel Applaus von Gleichgesinnten.
Mit Anzugträgern hingegen brauche er gar nicht erst zu sprechen,
erzählt Hill, die gingen immer sofort zurück in die
Konzernzentrale, um sich neue Antifeatures auszudenken.
Hersteller von Toner und Druckertinte sind darin besonders
talentiert und stehen Batteriefabrikanten in nichts nach.
Wissenschaftler Anderson berichtet, dass auch Druckerfirmen
Identifikationschips in ihr Originalzubehör einbauen. Bei
fremder Tinte und Billigtoner halbiert der Drucker einfach seine
Auflösung – die Ausdrücke werden gröber.
Apropos Mafiamethoden: Verglichen mit einem gebrochenen
Nasenbein, ist eine geringere Druckauflösung natürlich
belanglos. Finanziell gesehen bewegen wir uns aber längst auf
neapolitanischem Schutzgeld-Niveau. Vor allem bei Druckertinte,
die sehr schön illustriert, welche Profite durch Antifeatures
gesichert werden. Gegen die gefärbten Wassertropfen vom
Originalhersteller ist eine Flasche Veuve Clicquot oder Chanel
geradezu geschenkt.
Die Schutzgeldzahlungen an Don Alfonso sind so gesehen günstig.
Und sie haben noch einen Vorteil: Während die
Elektronikhersteller uns heimlich erpressen, weiß der
Pizzabäcker beim Mafiosi immer, woran er ist.
#Post#: 129--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: December 3, 2012, 10:55 am
---------------------------------------------------------
HTML http://www.bewusstkaufen.at/ratgeber/60/mobiltelefone.html
HTML http://www.bewusstkaufen.at/ratgeber/60/mobiltelefone.html
Mobiltelefone Ratgeber
Das Leben ohne Mobiltelefone ist nicht mehr denkbar. Im Schnitt
senden die ÖsterreicherInnen 575 SM pro Jahr, telefonieren 1.760
Minuten lang und verbrauchen rund 4 MB Datenvolumen (Stand
2011).
Und das mit mehr als einem Handy pro Person: Denn in Österreich
ist der Markt derart übersättigt, dass ein Durchdringungsgrad
von 154 Prozent erreicht ist. Sprich auf 8,44 Millionen
EinwohnerInnen kommen rund 13 Millionen SIM-Karten, das heißt im
Schnitt besitzen zwei Personen drei SIM-Karten.
Damals & Heute
Was heute so selbstverständlich ist - nämlich jederzeit und
ortsunabhängig telefonisch erreichbar zu sein - war vor nicht
einmal 20 Jahren nur für wenige möglich: Zwar gab es bereits
Ende der 1950er Jahre die ersten verwendbaren Autotelefone im
deutschsprachigen Raum, doch die Gespräche mussten noch
handvermittelt werden, und der Preis vom Autotelefon lag quasi
bei der Hälfte des Preises für den Wagen. Ab 1974 existierte in
Österreich das B-Netz, in dem schon automatisch vermittelt
wurde, jedoch musste der Standort des Gesprächsteilnehmers
bekannt sein, um bei ihr/ihm anrufen zu können. 1985 war dann
der Start des analogen C-Netzes. Es ermöglichte kleinere
Endgeräte - klein bedeutete damals ein Kistchen mit Tragegriff
und einem angeschlossenen Telefonhörer. In dieser Zeit stellte
auch Motorola das erste kommerzielle Mobiltelefon vor.
Flächendeckend eingeführt wurden die heute üblichen digitalen
Mobilfunknetze schließlich Ende der 1980er bzw. Anfang der 90er
Jahre, damit wurde das Mobiltelefon ein wirklich mobiles, weil
kleines Endgerät. Im deutschsprachigen Raum setzte sich zu
dieser Zeit dafür der Begriff „Handy" durch. 1994 konnte
erstmals ein Handy eine Kurznachricht, also ein SMS,
verschicken. 1999 erschien das erste Mobiltelefon mit
integrierter Kamera. Im selben Jahr wurde in Österreich auch das
Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung beim Steuern eines
Wagens verboten. Seit dem Jahr 2000 gibt es Telefone, die
Musikdateien abspielen können.
Heute geht die Entwicklung am Mobiltelefon-Markt zunehmend in
Richtung Multifunktionsgeräte. So genannte Smartphones verfügen
nicht nur über Funktionen wie Telefonie, sondern sind auch
MP3-Player, Fotoapparat, Navigationsgerät und/oder Spielkonsole.
Jeder der in Österreich tätigen vier Mobilfunkbetreiber, hat
mittlerweile Multifunktionstelefone im Angebot.
Mobiltelefone Ratgeber
Elektrosmog
Seit Mobiltelefone und Handymasten allgegenwärtig sind, gibt es
auch die Diskussion über Gefahren durch Handystrahlung. Unter
Elektrosmog versteht man üblicherweise elektromagnetische Felder
bzw. Wellen - beim Mobilfunk gehen diese von den Antennen der
Sendemasten und Telefone aus. Aus der Kommunikationstechnik ist
bekannt, dass Übertragungsstrecken vor Störeinwirkungen von
außen geschützt werden: Zum Beispiel durch Installationskabel
für Telefone oder hochwertige Netzwerkkabel. Wenn
elektromagnetische Felder also auf Kabel und Leitungen wirken
und die Signalübertragung stören können, dann ist auch eine
Wirkung auf die Signalübertragung zwischen den Körperzellen des
Menschen möglich. Genau aus diesem Grund wurden Grenzwerte
definiert, die elektromagnetische Felder (EMF) reduzieren.
Kritiker befürchten, dass elektromagnetische Felder bereits
unter diesem Grenzwert negative biologische Auswirkungen haben.
Elektromagnetische Belastung
Die tatsächliche Belastung durch Funkquellen ist von Entfernung,
Frequenz und Abstrahlcharakteristik (Antenne) abhängig. Die
gesamte Belastung setzt sich aus Rundfunk-Quellen im UKW- und
UHF-Bereich und den Mobilfunknetzen (GSM, UMTS, LTE, WiMAX)
zusammen. Hinzu kommen lokale Funksysteme wie WLAN und
Bluetooth.
Grundsätzlich wird versucht, die Funktechnik effizient zu
halten. Also etwa nur mit der maximal nötigen Sendeleistung zu
senden und die Energie der elektromagnetischen Wellen mit
intelligenten Antennen effizient zu nutzen. Weniger
störanfällige Übertragungsverfahren brauchen weniger
Sendeleistung. So setzt man auch bei Sendemasten auf möglichst
kleine, engmaschige Zellen mit geringer Sendeleistung. Die sind
jedoch teurer, was dazu führt, dass mehr Sendemasten notwendig
werden. Hinzu kommt, dass Rundfunk und Mobilfunk mit der
zehnfachen Leistung senden müssen, um die Dämpfung von
Gebäudewänden zu überwinden. Das heißt, dass in der Nähe von
Rundfunksendeanlagen die Sendeleistungen bis an die
Strahlenschutz-Grenzwerte heranreichen können.
SAR (Spezifische Absorbationsrate)
Der SAR-Wert ist das Maß für die Aufnahme elektromagnetischer
Energie, die in Körperwärme umgewandelt wird. Der SAR-Wert wird
in Watt pro Kilogramm (W/kg) Körpermasse angegeben. Er wird bei
Mobiltelefonen und Basisstationen erhoben. Das international
festgelegte Messverfahren bestimmt den SAR-Wert unter Volllast.
Sprich, das Handy muss mit maximal möglicher Leistung in einem
geschlossenen Raum senden. Eine Sonde misst an einer
Menschenkopf-Nachbildung die Absorbationsrate. Das NOVA-Institut
hat eine Liste zur Beurteilung der SAR-Werte von Handys
erstellt:
Grenzwerte
Belastung
Klasse
SAR-Wert (W/kg)
NOVA-Vorsorge-Wert
A+
Unter 0,20
Sehr gering
A
0,20 bis 0,40
Blauer Engel
Gering
B
0,40 bis 0,60
TCO
Mittel
C
0,60 bis 1,00
Hoch
D
Über 1,00
Energiebedarf
Elektronische Geräte, darunter fast eine Milliarde Handys und
zwei Milliarden Fernseher, stünden derzeit weltweit für 15
Prozent des Stromverbrauchs in Privathaushalten, erklärt die
Internationale Energie Agentur IEA. Bis zum Jahr 2022 werde sich
ihr Energiekonsum verdoppeln, bis 2030 verdreifachen: Die dann
erreichten 1.700 Terawattstunden sind so viel wie derzeit die
Haushalte in den USA und in Japan gemeinsam an Strom
verbrauchen. Die IEA-Experten sind davon überzeugt, dass bei den
elektronischen Geräten noch viel Einsparpotenzial besteht: Ihr
Stromverbrauch könnte schon mit der heute verfügbaren Technik
mehr als halbiert werden. Davon würde auch die Stromrechnung der
Haushalte profitieren.
Mobiltelefone Ratgeber
Produktion
Ein wachsender Anteil der Unterhaltungselektronik wird in
Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellt. Jedes zweite
Handy zum Beispiel wird in China produziert. Nicht nur die
Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechte werfen Probleme auf, auch
der Abbau der Metallrohstoffe, die für die Produktion gebraucht
werden sowie Elektronikschrottexporte, die in
Entwicklungsländern gesundheitliche und ökologische Probleme
verursachen.
Ausbeuterische Arbeitsbedingungen
Niedrige Löhne, exzessive Überstunden, Verletzung des
Vereinigungsrechts (Gewerkschaft), Probleme mit Sicherheit und
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sowie die wachsende
Arbeitsplatzunsicherheit aufgrund von Zeitverträgen und
Zeitarbeitsfirmen sind die bekanntesten Probleme im Bereich der
Handyproduktion. Belegt wird dies unter anderem durch Studien
von makelTfair, die Arbeitsbedingungen in China und auf den
Philippinen untersucht haben. Erschreckende Details:
Beschäftigte mussten 100 bis 180 Stunden pro Monat zusätzlich
arbeiten ohne einen Zuschlag auf den Mindestlohn von 75 bis 85
Euro im Monat zu erhalten.
Rohstoffabbau unter gefährlichen Bedingungen
Ein Mobiltelefon enthält ungefähr 30 verschiedene Metalle. Diese
Rohstoffe kommen häufig aus Minen in Afrika oder Asien und
werden nicht selten unter Verletzung internationaler
Konventionen abgebaut. Die Arbeitsbedingungen vieler Bergleute
ist gesundheitsschädigend und gefährlich. Die Umwelt wird oft
nachhaltig geschädigt.
Rohstoffabbau Umweltprobleme
17 Metalle umfasst die Gruppe der Seltenen Erden, darunter
Lanthan oder Neodym. Zur Herstellung von Akkus oder Bildschirmen
(auch von Smartphones) sind sie unverzichtbar. China
kontrolliert 97 Prozent der Weltproduktion. Dort wurden oft
Auflagen missachtet, etwa beim Abbau mit Säuren, die Metalle aus
Bohrlöchern waschen: Hier entstehen radioaktive Abfälle und
giftige Abwässer (z. B. Schwefelsäure), die das Grundwasser
verunreinigen können. Seit dem Jahr 2010 hat China den Abbau
gedrosselt, um Umweltschäden zu verringern und eine exzessive
Förderung zu verhindern. Die Folge: Die Preise der Seltenen
Erden schnellte nach oben.
Mobiltelefone Ratgeber
Umweltprobleme durch Elektronikschrott
In Österreich fallen jährlich ca. 100.000 bis 120.000 Tonnen
Elektroschrott an, EU-weit sind es laut Schätzungen bis zu 10
Millionen Tonnen pro Jahr. Wiederverwendung und Recycling von
einzelnen Bestandteilen sind Möglichkeiten zur Reduktion von
Elektronikschrott. Bei der Ablagerung alter Geräte auf Deponien
oder Verbrennung des Schrotts werden giftige Chemikalien frei
und gelangen in die Luft und in den Boden. Aus diesem Grund ist
die Entsorgung von Elektroschrott auf Mülldeponien bereits in
vielen europäischen Ländern verboten.
Recycling spielt jedoch nicht nur bei den wachsenden Müllbergen
eine wichtige Rolle. In elektronischen Geräten werden seltene
Metalle verarbeitet, deren Vorkommen durch den industriellen
Abbau schon stark reduziert wurden. Der Marktpreis für Indium
(in Flachbildfernsehern) ist beispielsweise in den letzten 5
Jahren um das Sechsfache gestiegen. Der Preis für Ruthenium (in
Festplattenlaufwerken) hat sich in nur einem Jahr versieben
facht. Durch gut entwickelte Recyclingverfahren könnte ein
Großteil dieser Rohstoffe wiederverwendet, und die Versorgung
somit sichergestellt werden.
Problem Entwicklungsländer: Da es in vielen Entwicklungsländern
Asiens und Afrikas keine angemessenen Recycling- oder
Abfallsysteme gibt, stellt Elektronikschrott dort ein
zunehmendes Problem dar. Nicht nur wegen der dort steigenden
Menge von Elektronikgeräten, sondern durch illegale
Endlagerungsstätten von Industrieländern.
Mobiltelefone Ratgeber
Recycling - nachhaltiger Mehrwert
Heutzutage gibt es weltweit mehr als 4 Milliarden
Mobiltelefonnutzer, die in den vergangenen drei Jahren jeweils
über eine Milliarde Handys gekauft haben. Würden drei von vier
Verbrauchern ein ungenutztes Handy abgeben, könnten 240.000
Tonnen Rohstoffe eingespart und die gleiche Menge an
Treibhausgasen reduziert werden (das entspricht einer
Verringerung von 4 Millionen Autos auf den Straßen). Fakt ist -
laut einer Studie von Nokia - dass weltweit nur 3 Prozent aller
VerbraucherInnen ihre gebrauchten Mobiltelefone recyceln lassen.
Seitens der Hersteller wäre es möglich, umweltfreundlichere
Geräte produzieren zu lassen, etwa Bio-Kunststoffe im Gehäuse zu
verwenden. Eine Studie von Greenpeace untersuchte 50 Produkte
der Unterhaltungselektronik, darunter auch Handys. Den Titel
„grünstes Handy" erzielte das F268 von Samsung, das aber nur in
Asien verkauft wurde. Testsieger bei Smartphones wurde das Nokia
6210 Navigator.
Mobiltelefone Ratgeber
Einkausftipps
Elektrosmog: Die Seite www.senderkataster.at bietet
Informationen über Standorte von Handymasten in Österreich und
deren verwendete Übertragungstechnik
Modell- & Herstellerwahl: Der Neukauf eines Mobiltelefons
bedeutet zwar immer eine starke Umweltbelastung, aber als KundIn
kann man zumindest ein umweltfreundlicheres Modell wählen.
Leitfäden sind: Der jährlich erscheinende „Green Electronics
Survey" von Greenpeace, das Handy-Ranking von NABU und E-Plus
sowie der Eco Index von O2.
Gebraucht kaufen: Auch bei Mobiltelefonen gilt, wer gebraucht
kauft, schont Ressourcen. Umgekehrt: Wenn Ihr Gerät nicht mehr
Ihren Ansprüchen genügt, aber funktionstüchtig ist, ist es unter
Umweltaspekten sinnvoll, es zu verkaufen. Entweder über
Gebrauchthandy-geschäften oder auf Internetplattformen wie
rebuy, Zonzoo oder Wirkaufens
Nutzungsdauer: Es muss nicht immer das neueste Modell sein!
Nutzen Sie Ihr Handy, solange es funktionsfähig ist. Denn für
die Herstellung von Neugeräten werden Metalle benötigt, darunter
Seltene Erden, deren Abbau oft mit Umweltproblemen
zusammenhängt.
Recyceln: Elektroschrott ist kostbar! In alten Handys stecken
Edelmetalle, Seltene Erden und mehr. Das alte Handy gehört daher
nicht in den Hausmüll, sondern wird fachgerecht recycelt: Auf
den Mistplätzen und Recyclinghöfen von Entsorgungsbetrieben oder
über Handysammelaktionen, die in Österreich regelmäßig
durchgeführt werden (oft verbunden mit karitativen Aktionen).
Mehr unter Carla Wien Handysammlung, www.econet-austria.at,
www.rotenasen.at, www.diehandysammler.com
Reparaturdienste: Lassen Sie alte Mobiltelefone reparieren und
nutzen Sie es weiter. Spezialisierte Reparaturdienste (oft
Handy-Shops) machen sogar Smartphones wieder flott.
Label Blauer Engel und Europäisches Umweltzeichen: Sie
kennzeichnen energiesparende Geräte, die umweltfreundlich und
recyclinggerecht konstruiert sind.
Umwelt- und Sozialstandards: Fragen Sie gezielt nach Umwelt- und
Sozialstandards bei der Herstellung der Geräte, dadurch werden
Hersteller und Händler auf die Problematik und den Kundenwunsch
aufmerksam gemacht.
Info-Plattform: Die Website www.topprodukte.at versteht sich als
Info-Plattform für qualitativ hochwertige und energieeffiziente
Produkte aus dem Bereich der Haushaltselektronik. Für Handys
sind auf dieser Seite die SAR-Werte der einzelnen Typen
angeführt.
Ladegerät: Achten Sie beim Kauf eines neuen Handys auf die
Kompatibilität Ihres alten Ladegeräts. Außerdem können
inzwischen 14 Smartphones verschiedener Hersteller mit einem
Ladegerät verwendet werden: Statt speziell auf ein Handy
zugeschnittene Ladegeräte zu verwenden, haben sich Amtel, Apple,
Emblaze Mobile, Huawei Technologies, LGE, Motorola Mobility,
NEC, Nokia, Qualcomm, Research in Motion, Samsung, Sony
Ericsson, TCT Mobile (Alcatel) und Texas Instruments darauf
geeinigt, ihren Smartphones in Europa einen einheitlichen
Anschluss für ein Ladegerät einbauen zu lassen. In der EU wird
erwartet, dass bereits 2013 die meisten Geräte über diesen
standardisierten Anschluss verfügen.
#Post#: 132--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: Markus Bösch Date: December 6, 2012, 2:16 pm
---------------------------------------------------------
[quote]Deutsche Fair-Trade-Maus mit ökologischer IT-Technik
vorgestellt
Nachhaltiges Wirtschaften unter dem Fair-Trade-Motto ist bei
Nahrungsmitteln wie Tee oder Schokolade mittlerweile ein
gängiges Phänomen und sorgt für ein Mindestmaß menschenwürdiger
Arbeitsbedingungen und umweltfreundlichem Anbau. Auf das gleiche
Prinzip setzt nun das Unternehmen Nager IT mit einer
Office-Maus.
Mit der Fertigung eines IT-Produktes unter entsprechend
nachhaltigen Bedingungen will der Anbieter vor allem ein Zeichen
setzen, Grundlagen schaffen und andere Hersteller zur Nachahmung
ermuntern – vielen Nutzern dürfte vor allem Foxconn aufgrund
miserabler Arbeitsbedingungen im Gedächtnis sein. Dies soll bei
dem nun vorgestellten Produkt anders werden, weshalb Nager IT
die Endmontage nicht nur in die Hände einer Werkstatt für
behinderte Menschen in Regensburg legt sondern auch über die
verwendeten Bauteile und ihre Herkunft vollständig Auskunft
gibt. Allerdings können laut dem Anbieter derzeit nur etwa zwei
Drittel aller Bauteile fair bezogen werden, was dennoch im
derzeit „nachhaltigste[n] IT Produkt“ resultiere. In Zukunft
möchte der Hersteller die Maus schließlich Schritt für Schritt
komplett verträglich herstellen, wobei auch über den derzeitigen
Anteil an nachhaltigen Bauteilen und (recycelten) Rohstoffen
informiert wird. (...)
HTML http://www.computerbase.de/news/2012-12/deutsche-fair-trade-maus-mit-oekologischer-it-technik-vorgestellt/
[center]
HTML http://pics.computerbase.de/4/5/9/2/6/1_m.jpg
[/center][/quote]
Quelle: computerbase.de
HTML http://www.computerbase.de/news/2012-12/deutsche-fair-trade-maus-mit-oekologischer-it-technik-vorgestellt/
#Post#: 174--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: January 6, 2013, 11:04 am
---------------------------------------------------------
HTML http://www.youtube.com/watch?v=SSzhizCy5XU
HTML http://www.youtube.com/watch?v=SSzhizCy5XU
"Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder", so der
ghanaische Öko-Aktivist Mike Anane. Toxic City wird
Agbogbloshie, ein Stadtteil der Hauptstadt Ghanas, deshalb
mittlerweile auch genannt. Es ist ein schmutziges Geschäft - in
jeder Hinsicht. Europäische Reeder verschiffen Abfälle nach
Afrika, wo die Fracht illegal entsorgt wird. Giftige
Schwermetalle verseuchen die Menschen, die Böden, die Flüsse und
die Fische - und die Händler verdienen dabei ein Vermögen. Ein
Großteil des Elektroschrotts kommt aus Deutschland.
#Post#: 189--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: January 19, 2013, 2:33 pm
---------------------------------------------------------
HTML http://www.prosieben.at/videokatalog/Wirtschaft/video-Der-geplante-Defekt-Galileo-wissen-Magazin-Elektroger%C3%A4te-Garantie-Kondensator-548848.html?rplay
HTML http://www.prosieben.at/videokatalog/Wirtschaft/video-Der-geplante-Defekt-Galileo-wissen-Magazin-Elektroger%C3%A4te-Garantie-Kondensator-548848.html?rplay
Ein Galileo-Beitrag zur geplanten Obdoleszenz:
Beschreibung: Manche Elektrogeräte gehen ja wirklich schnell
kaputt. Doch ist es vielleicht sogar eine Masche des
Herstellers, einen Defekt kurz nach Ablauf der Garantie zu
programmieren?
Dieses Video behandelt Themen wie Der geplante Defekt, Galileo
und wissen. Darüber hinaus sind die Schwerpunkte Magazin,
Elektrogeräte, Garantie und Defekt. Alternative Themen sind
Kondensator, Elektroschrott und Kaufland.
#Post#: 193--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: January 26, 2013, 1:21 pm
---------------------------------------------------------
HTML http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument%2FMagazinArtikel%2FDetail&cid=318883933401&pn=1
HTML http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument%2FMagazinArtikel%2FDetail&cid=318883933401&pn=1
Zufall oder Absicht? Viele Geräte geben nach Ablauf der
Gewährleistung ihren Geist auf. Vieles deutet darauf hin, dass
es sich um geplanten (künstlichen) Verschleiß handelt.
Das hat wohl jeder schon erlebt: Kaum ist die
Gewährleistungsfrist eines Gerätes abgelaufen, ist es auch schon
defekt. Zufall? Ein Montagsgerät erwischt? Mitnichten. Der
Wahnsinn hat nach Meinung von Kritikern vielmehr Methode und
auch einen Namen: geplante Obsoleszenz. Der aus dem Lateinischen
kommende Begriff bedeutet soviel wie „veralten“. Es handelt sich
also, wenn man so will, um ein internes Ablaufdatum, welches die
Lebenszeit von Geräten bewusst beschränkt – am besten (aus der
Sicht von Herstellern und Handel) auf den Zeitraum kurz nach
Ablauf der zweijährigen Gewährleistungsfrist. Geplanter oder
künstlicher Verschleiß?
Geplanter Verschleiß?
Danach wird entweder eine (teure) Reparatur fällig oder eine
Neuanschaffung. Und genau das sei das Ziel, behaupten Kritiker.
Ingenieure und Designer würden von den Herstellern dazu
angehalten, die von ihnen entworfenen Produkte so zu
konstruieren, dass sie bei durchschnittlicher Nutzung innerhalb
eines vorhersehbaren Zeitraums den Geist aufgeben.
Fakt oder Verschwörungstheorie?
„Reine Verschwörungstheorie“, halten Hersteller und Handel dem
entgegen, sie produzierten einfach (auch) Geräte, die der
verbreiteten „Geiz-ist-geil“-Mentalität entsprächen, also in
erster Linie billig sein müssten, da Qualität und Langlebigkeit
für viele Konsumenten keine Kaufargumente seien. Und Billigware
habe nun einmal eine kürzere Lebenserwartung als qualitativ
hochwertige und somit teurere Produkte.
Kaum echte Beweise
Im Einzelfall lässt sich tatsächlich schwer ein vorsätzlicher
Fehlereinbau nachweisen, da sich noch kein Konstrukteur oder
Designer fand, der dies öffentlich eingestanden hätte. Dieser
Art von Beweis bedürfe es aber auch gar nicht, sagen die
Kritiker, denn die täglichen Erfahrungen zahlloser Verbraucher
und die Kenntnis der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge seien
Indiz genug.
Umfrage: Was haben Sie erlebt?
Gibt es die Obsoleszenz (künstlicher Verschleiß) oder ist das
nur ein Mythos? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie könnte
man die Müllproblematik in den Griff bekommen? Machen Sie an der
Umfrage mit, wir werden die Ergebnisse veröffentlichen.
#Post#: 199--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: February 2, 2013, 11:55 am
---------------------------------------------------------
HTML http://www.youtube.com/watch?v=EiH4Dh2jSWc&feature=youtu.be
HTML http://www.youtube.com/watch?v=EiH4Dh2jSWc&feature=youtu.be
Veröffentlicht am 15.10.2012
Die Garantie ist abgelaufen und schon geht das Elektrogerät
kaputt! Immer mehr Hersteller pflanzen Produkten einen
Selbstmord-Code ein, der deren Lebensdauer verringert und zum
vorzeitigen Neukauf zwingt. Wir erklären, wie man diese Tricks
erfolgreich umgehen kann.
#Post#: 204--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: February 11, 2013, 1:39 pm
---------------------------------------------------------
HTML http://www.bewusstkaufen.at/news/493/geplanter-schrott.html
HTML http://www.bewusstkaufen.at/news/493/geplanter-schrott.html
11.02.2013
Geplanter Schrott?
Zufall oder Absicht? Viele Geräte geben nach Ablauf der
Gewährleistung ihren Geist auf. Vieles deutet darauf hin, dass
es sich um geplanten (künstlichen) Verschleiß handelt. Der
Verein für Konsumenteninformation befragt KonsumentInnen zu
ihren Erfahrungen.
Das hat wohl jeder schon erlebt: Kaum ist die
Gewährleistungsfrist eines Gerätes abgelaufen, ist es auch schon
defekt. Zufall? Ein Montagsgerät erwischt? Mitnichten. Der
Wahnsinn hat nach Meinung von Kritikern vielmehr Methode und
auch einen Namen: geplante Obsoleszenz. Der aus dem Lateinischen
kommende Begriff bedeutet soviel wie „veralten". Es handelt sich
also, wenn man so will, um ein internes Ablaufdatum, welches die
Lebenszeit von Geräten bewusst beschränkt - am besten (aus der
Sicht von Herstellern und Handel) auf den Zeitraum kurz nach
Ablauf der zweijährigen Gewährleistungsfrist. Geplanter oder
künstlicher Verschleiß?
Geplanter Verschleiß?
Danach wird entweder eine (teure) Reparatur fällig oder eine
Neuanschaffung. Und genau das sei das Ziel, behaupten Kritiker.
Ingenieure und Designer würden von den Herstellern dazu
angehalten, die von ihnen entworfenen Produkte so zu
konstruieren, dass sie bei durchschnittlicher Nutzung innerhalb
eines vorhersehbaren Zeitraums den Geist aufgeben.
Fakt oder Verschwörungstheorie?
„Reine Verschwörungstheorie", halten Hersteller und Handel dem
entgegen, sie produzierten einfach (auch) Geräte, die der
verbreiteten „Geiz-ist-geil"-Mentalität entsprächen, also in
erster Linie billig sein müssten, da Qualität und Langlebigkeit
für viele Konsumenten keine Kaufargumente seien. Und Billigware
habe nun einmal eine kürzere Lebenserwartung als qualitativ
hochwertige
und somit teurere Produkte.
Kaum echte Beweise
Im Einzelfall lässt sich tatsächlich schwer ein vorsätzlicher
Fehlereinbau nachweisen, da sich noch kein Konstrukteur oder
Designer fand, der dies öffentlich eingestanden hätte. Dieser
Art von Beweis bedürfe es aber auch gar nicht, sagen die
Kritiker, denn die täglichen Erfahrungen zahlloser Verbraucher
und die Kenntnis der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge seien
Indiz genug.
Umfrage: Was haben Sie erlebt?
Gibt es die Obsoleszenz (künstlicher Verschleiß) oder ist das
nur ein Mythos? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie könnte
man die Müllproblematik in den Griff bekommen? Machen Sie an der
Umfrage mit, wir werden die Ergebnisse veröffentlichen.
Online-Fragebogens: "Geräte mit Ablaufdatum - Mythos oder
Realität?"
#Post#: 205--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: February 11, 2013, 2:08 pm
---------------------------------------------------------
Zum Fragebogen geht's hier:
HTML https://response.questback.com/vereinfrkonsumenteninformat/obsoleszenz/
#Post#: 236--------------------------------------------------
Re: Stichwort "Elektronik"
By: SilkeGiesinger Date: March 20, 2013, 11:44 am
---------------------------------------------------------
Müssten wir Verbraucher nicht ständig neue Produkte kaufen, weil
die alten zu früh kaputtgehen, blieben uns im Jahr 100
Milliarden Euro übrig. Das ist verdammt viel ... aber dazu
müssen wir auch daran arbeiten, nicht immer das Neueste besitzen
zu wollen ....
Hier der Artikel dazu: "Geplanter Verschleiß ist kein
Massenphänomen" vom 20.3.2013:
HTML http://www.sueddeutsche.de/geld/studie-zu-elektrogeraeten-geplanter-verschleiss-ist-ein-massenphaenomen-1.1628942
HTML http://www.sueddeutsche.de/geld/studie-zu-elektrogeraeten-geplanter-verschleiss-ist-ein-massenphaenomen-1.1628942
Weiche Gummisohlen, nicht austauschbare Akkus, billiges Plastik:
Zahlreiche Geräte sind so gebaut, dass sie just dann kaputt
gehen, wenn die Garantie abläuft. Zufall? Eine Studie sagt:
Nein. Und spricht von "geplanter Obsoleszenz" zur
Renditemaximierung.
Von Andreas Jalsovec
Darüber hat sich fast jeder Verbraucher schon einmal geärgert:
Kaum ist das elektrische Gerät zwei, drei Jahre alt, gibt es den
Geist auf. Die Zahnbürste, deren Akku man nicht tauschen kann.
Der Rührmixer, dessen Kunststoffrädchen im Innern so abgenutzt
sind, dass sich die Besen nicht mehr bewegen.
Das alles passiert oft ausgerechnet dann, wenn die Garantiezeit
gerade abgelaufen ist. Kann das Zufall sein? Mitnichten, heißt
es in einer Studie, welche die Bundestagsfraktion der Grünen in
Auftrag gegeben hatte und die an diesem Mittwoch vorgestellt
wird. Schuld sei die "geplante Obsoleszenz".
Eingebautes Verfallsdatum
Gemeint ist damit der beabsichtigte oder bewusst in Kauf
genommene vorzeitige Verschleiß von Produkten, die eigentlich
viel länger halten könnten. Weil die Hersteller Schwachstellen
einbauen oder minderwertige Materialien verwenden, verkürzt sich
die Lebenszeit. Leidtragende sind die Konsumenten.
"Geplanter Verschleiß ist ein Massenphänomen", sagt Stefan
Schridde, der die Studie zusammen mit dem Aalener
Ökonomieprofessor Christian Kreiß erstellt hat. Die Autoren
belegen das an gut 20 beispielhaft ausgewählten Massenprodukten.
So gibt es bei Tintenstrahldruckern interne Zähler, die nach
einigen Tausend Seiten Wartungsbedarf melden, obwohl das Gerät
weiterdrucken könnte.
Für Schuhsohlen werden Gummisorten verwendet, die schnell
abreiben und verklebt sind, sodass man die Sohle nicht tauschen
kann. In Jacken gibt es Reißverschlüsse, deren Zähne
spiralförmig angeordnet sind, weshalb sie frühzeitig den Dienst
versagen. Und sie fanden Waschmaschinen, deren Heizstäbe
verdächtig schnell rosteten: Ihre Reparatur ist meist sündhaft
teuer.
Kosten von 100 Milliarden Euro pro Jahr
Warum aber sollten die Hersteller solche Produkte schneller
kaputtgehen lassen? "Es geht um Renditemaximierung", sagt Stefan
Schridde. Der Einbau minderwertiger Teile spare Kosten. Weil die
Geräte schnell kaputtgehen, machen die Firmen andererseits mehr
Umsatz. "Die Strategie allmählicher Qualitätsverschlechterung",
so heißt es in der Studie, "wird in Form steigender Gewinne
belohnt."
Eine Argumentation, die Werner Scholz nicht nachvollziehen kann.
Der Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Verband der
Elektroindustrie (ZVEI) sagt: "Die Hersteller wären schlecht
beraten, wenn sie so handeln würden." Ein Verbraucher, dessen
Waschmaschine nach vier Jahren kaputtgehe, werde das nächste
Gerät anderswo kaufen.
"Wir brauchen klare Vorgaben für die Reparierbarkeit"
Er habe keine Anhaltspunkte, dass die Haltbarkeit zurückgehe:
Laut einer vom Verband in Auftrag gegebenen Studie sind von den
fast 180 Millionen in deutschen Haushalten eingesetzten Geräten
mehr als 75 Millionen älter als zehn Jahre.
Für die Grünen ist die Studie dennoch Anlass, schärfere
gesetzliche Regelungen zu fordern. "Wir brauchen klare Vorgaben
für die Reparierbarkeit und Austauschbarkeit von Einzelteilen",
sagt die verbraucherpolitische Sprecherin Nicole Maisch.
Schließlich seien mit geplantem Verschleiß Müllberge und Kosten
verbunden.
Wie hoch diese sind, dazu liefert die Studie eine Schätzung:
Müssten die Verbraucher nicht ständig neue Produkte kaufen, weil
die alten zu früh kaputtgehen, blieben ihnen im Jahr 100
Milliarden Euro übrig.
*****************************************************
DIR Next Page