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       Sportbekleidung/Sportschuhe
   DIR By: SilkeGiesinger
       Date: November 8, 2012, 11:43 pm
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  HTML http://blog.rankabrand.de/2012/11/08/sportmarken-unter-der-lupe-puma-top-im-ranking/
  HTML http://blog.rankabrand.de/2012/11/08/sportmarken-unter-der-lupe-puma-top-im-ranking/
       Wenn wir uns Sportschuhe kaufen sind meist zwei Sachen wichtig:
       sie müssen schick und funktional sein. Was dabei nicht so
       eindeutig sichtbar ist: die schicken Sportschuhe aus dem
       Geschäft erzählen ihre ganz eigene Geschichte. Und die beginnt
       oft bei einem Rind.
       Denn viele Sportschuhe sind aus Leder gemacht. Zumeist wird die
       Nachfrage nach diesem Leder durch Rinderfarmen in Brasilien
       gedeckt. Dafür wird oft Platz gemacht und müssen, mal wieder,
       Wälder des Amazonas weichen. Zudem leben die Mitarbeiter auf den
       Farmen zumeist in Baracken und erleiden mitunter, ebenso wie die
       Rinder, Misshandlung und Folter.
       Die Rinderhäute werden daraufhin zumeist nach Indien oder
       Bangladesch verschifft um gegerbt zu werden. Die dabei
       gebrauchten Chemikalien verschmutzen oft das Grundwasser wodurch
       der regionale Landbau Schaden nimmt. Auch hier sind die
       Konsequenzen für Arbeiter nicht selten drastisch: Verschmutzung
       der Atemwege, Asthma und Hautkrankheiten oder auch Krebs und
       Erblindung.
       Um eines vorweg zu nehmen: keine der durch uns untersuchten
       Sportmarken liefert klare Informationen dazu, ob der Bezug von
       Leder aus Amazonasgebieten eindeutig vermieden wird. Das ist
       sehr ernüchternd und wir fordern insbesondere zu diesem Thema
       mehr Transparenz.
       Die Ergebnisse der Untersuchungen
       Wir haben 16 Sportmarken, speziell, aber nicht nur in Bezug auf
       Schuhe, untersucht. Die folgende Scorecard zeigt das
       Gesamtranking. Puma hat die Topposition inne.
       Klimaschutz
       Bei Fragen zum Klimaschutz interessiert uns, ob die Hersteller
       eine grundsätzliche Strategie zum Klimaschutz verfolgen, ihre
       Klimabilanz veröffentlichen und über eventuelle
       Emissionsreduktionen berichten. Zudem wollen wir klare
       Äußerungen über weitere Reduktionsziele in den nächsten Jahren
       (mind. 20% innerhalb von 5 Jahren).
       Puma tut sich im Bereich Klimaschutz besonderes erwähnenswert
       hervor und erhält als einzige Marke die volle Punktzahl. Unter
       anderem hat Puma die CO2-Emissionen der eigenen
       Geschäftsbereiche zwischen 2011 und 2010 um rund 12,6% gesenkt.
       Keine andere Marke konnte vergleichbar gute Werte aufweisen,
       beziehungsweise veröffentlichen die meisten anderen Hersteller
       ihre Klimabilanz gar nicht erst. Die gute Bewertung beim
       Klimaschutz ist auch der hauptsächliche Grund dafür, dass sich
       Puma gegenüber allen anderen Sportmarken im Gesamtranking
       absetzen konnte.
       Die Marken New Balance, Helly Hansen, Lotto Sport, Uhlsport und
       Asics sowie die Markeneigner Adidas-Gruppe (Adidas und Reebok),
       Nike Inc. (Nike und Umbro) sowie Hanesbrands (Champion) haben
       ebenso erste Punkte beim Klimaschutz erreicht. Diese
       Marken(eigner) berichten zumindestens über ihre Strategien zum
       Klimaschutz. Keine dieser Marken kann jedoch vergleichbar gute
       Emissionsreduktionen und weiterführende Klimaschutzziele wie
       Puma aufweisen. Aus diesem Grund liegen all diese Marken beim
       Klimaschutz mit einem klaren Abstand hinter Puma zurück.
       Ganz abgeschlagen sind zudem die Marken Kappa, Fila, hummel,
       Diadora und Lonsdale. Diese Marken veröffentlichen gar keine
       Informationen  zum Klimaschutz und erhalten daher in diesem
       Bereich keinen Rankingpunkt.
       Umweltschutz
       In Bezug auf Umweltschutz interessierte uns im Kern die
       Verarbeitung von biologischen oder rezyklierten Rohstoffen,
       sowie der Umgang mit Wasser und Chemikalien. Speziell wollten
       wir wissen, ob die Marken den Einsatz von Chromium III und
       Chromium IV bei der Gerbung von Leder ebenso wie den Einsatz von
       PVC ausschließen. Zudem, ob sie sich klar dagegen aussprechen,
       Leder von Rinderfarmen aus Amazonasgebieten zu beziehen. Auch
       interessierte es uns, ob der Gerbrauch von Lösungsmitteln für
       Schuhe reduziert wird und die durchschnittlichen Werte der
       flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), unter deren Anwendung
       Menschen dauerhaft erkranken können, der einzelnen Hersteller
       nicht höher als max. 40Gramm pro produzierten Paar Schuhe sind.
       Nike, Puma und Adidas berichten am transparentesten über ihren
       Einsatz zum Umweltschutz und haben daher auch in diesem Bereich
       des Rankings die Nase vorn. Nike ist, ebenso wie Adidas Mitglied
       in der Better Cotton Initiative und bezieht daher bereits einen
       nicht geringfügigen Anteil an biologischer Baumwolle. Bis zum
       Jahr 2020 hat sich Nike zudem das Ziel gesetzt zu 100%
       nachhaltig produzierte Baumwolle zu beziehen. Ob diese Ziele
       allerdings auch für die Nike Inc. Marke Umbro zutreffen wird aus
       der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Nike Inc. nicht
       deutlich. Die Adidas-Gruppe (Adidas & Reebok) hat sich das
       gleiche Ziel wie Nike gesteckt, jedoch bereits zum Jahr 2018.
       Puma berichtet hingegen, dass bereits im Jahr 2011 16% der
       Apparel Kleidung aus nachhaltigen Rohstoffen (Cotton made in
       Africa) produziert wurden. Über den Gebrauch von biologischen
       oder rezyklierten Rohstoffen, berichten zudem ebenso die Marken
       Helly Hansen, Champion, New Balance, Asics und hummel.
       Unklarheit herrscht hingegen bei Lotto Sport, Kappa, Fila,
       Uhlsport, Diadora und Lonsdale.
       Die geringsten VOC Werte pro Paar Schuhe kann aktuell Nike mit
       ca. 14gr. pro Paar Schuhe aufweisen. Es folgen: Adidas mit 23
       gr. und Puma mit 37gr. Nike, Puma, Umbro und Asics berichten
       zudem, dass ihre Produkte PVC-frei sind. Die Adidas-Gruppe
       berichtet, dass dies beinahe der Fall ist. Die anderen Marken
       berichten keine oder unzureichende Informationen zur Verwendung
       von PVC.
       Bezüglich der Beseitigung gefährlicher Chemikalien und eines
       umweltfreundlichen (Ab)Wassermanagements haben Puma, Nike Inc.
       (Nike & Umbro) und die Adidas-Gruppe (Adidas & Reebok) das
       Zero-Discharge Commitment von Greenpeace unterzeichnet. Produkte
       von Helly Hansen sind hingegen zu Teilen bluesign zertifiziert.
       Die restlichen Marken berichten nichts oder unzureichendes zum
       (Ab)Wassermanagement und Chemikaliengebrauch im
       Produktionsprozess.
       Faire Arbeitsbedingungen
       In Bezug auf Arbeitsbedingungen wollten wir wissen, ob die
       Marken einen Verhaltenskodex haben der z.B. Kinderarbeit
       verbietet oder einen fairen Lohn fordert. Die Forderung nach
       Mindestlöhnen ist dabei für uns nicht ausreichend. Es muss ein
       lebbarer Lohn gefordert werden, der die Existenz der Arbeiter in
       den Fabriken realistisch sicherstellt. Zudem wollen wir wissen,
       ob die Marken Mitglied einer Multi-Stakeholder-Initiative (MSI)
       sind die sich gemeinsam mit den Herstellern für faire
       Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben einsetzt.
       Sämtliche Marken – Puma, Nike, Adidas, Reebok, Umbro, Champion,
       New Balance und Asics sind Mitglied in der Fair Labor
       Association (FLA). Damit hat die NGO in der Sportmodeindustrie
       eine sehr starke Position eingenommen und ist somit die
       gewichtigste MSI. Die FLA weist jedoch nicht unbedingt die
       bestmöglichen Standards und Arbeitsweisen auf. Der eigene
       Verhaltenskodex der FLA, welchen die Hersteller oft übernehmen
       und sich darauf beziehen, entspricht beispielsweise nicht
       zumindestens den Kernarbeitsnormen der International Labour
       Organization (ILO). Der Verhaltenskodex hat Schwächen zu
       Arbeitszeiten, Lohn und Vereinigungsfreiheit /
       Gewerkschaftsbildung. Das sind jedoch sehr sensible Punkte
       welche oft anderen Problemen wie Kinderarbeit strukturell
       vorgelagert sind. Alle genannten FLA-Mitglieder haben daher
       keinen besonders vorbildlichen Verhaltenskodex. Zudem kündigt
       die FLA Besuche bei Zulieferbetrieben für Auditierungen an. Auch
       das ist keine optimale Arbeitsweise. Insgesamt jedoch bewerten
       wir das gemeinsame Engagement der Marken mit der FLA
       nichtsdestotrotz als einen positiven und wichtigen
       Entwicklungsschritt.
       Den besten Verhaltenskodex weist Helly Hansen auf. Klare
       Bestimmungen zu Arbeitszeiten fehlen jedoch auch bei Helly
       Hansen. Helly Hansen engagiert sich ebenfalls in einer MSI für
       die Durchsetzung fairer Arbeitsbedingungen – der Ethical Trading
       Initiative Norway (ETI-Norway). Somit ist Helly Hansen auch die
       einzige Marke, die Mitglied einer anderen MSI statt der FLA ist.
       Alle Marken die im Schlussfeld des Rankings liegen – Lotto
       Sport, Kappa, Fila, hummel, Uhlsport, Diadora und Lonsdale,
       berichten hingegen nichts über eine Mitgliedschaft in einer MSI.
       Im Gegenteil dazu haben wir bei Uhlsport vor einigen Monaten gar
       irrenführende Angaben zur Mitgliedschaft in der Business Social
       Compliance Inititative (BSCI) aufgedeckt. Die Verhaltenskodizes
       der Marken im Schlussfeld des Rankings sind zudem sehr
       unzureichend, beziehungsweise wird ein solcher Kodex gar nicht
       erst veröffentlicht.
       Keine aller untersuchten Sportmarken macht zudem explizit
       deutlich, ob deren Verhaltenskodex für Zulieferer, sofern
       existent, auch für Betriebe in der Lederproduktion Anwendung
       findet.
       Lobenswert hervorzuheben ist hingegen, dass Nike Inc. (Nike und
       Umbro) und die Adidas-Gruppe (Adidas und Reebok) die Namen und
       Adressen ihrer Zulieferer veröffentlichen. Das ist insgesamt
       eher selten und wird oft mit Wettbewerbsargumenten verteidigt.
       Nike Inc. und Adidas-Gruppe setzen an dieser Stelle ein klares
       Zeichen hinsichtlich Transparenz.
       Kurzes Résumé zum Schluss
       Es bleibt festzuhalten, dass insbesondere die großen
       Markenhersteller mit einer sehr ausführlichen Berichterstattung
       zur Nachhaltigkeit aufwarten und am konkretesten über Maßnahmen
       und erreichte Ziele im Nachhaltigkeitsmanagement berichten. Ein
       Grund dafür ist sicher auch das große öffentliche Interesse zu
       ethischen und umweltfreundlichen Verhaltensweisen bei großen
       Modekonzernen.
       Der Schuh hinsichtlich Transparenz zur Nachhaltigkeit drückt
       hingegen sehr bei den mittelgroßen Marken. Ein gesteigertes
       öffentliches Interesse zur Unternehmensverantwortung bei diesen
       Herstellern wäre daher ebenso sehr wünschenswert und im Grunde
       nur konsequent. Themen für ein gesteigertes öffentliches
       Interesse gegenüber allen Herstellern gibt es in jedem Fall
       viele. Die Lederproduktion, wie eingangs exemplarisch
       hervorgehoben, wäre ein möglicher Schwerpunkt.
       This entry was written by Mario, posted on 08/11/2012 at 1:45
       pm,
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