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       #Post#: 271--------------------------------------------------
       Zum Thema "Bio". 
       By: SilkeGiesinger Date: June 17, 2013, 11:35 am
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       Hab grad den letzten Düringer-Eintrag gesehen und fand ihn
       wieder sehr informativ, vor allem die Ausführungen von Clemens
       G. Arvay zum neueste Clou von Rewe (Ja Natürlich):
  HTML http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=hYRdIpvXkPg
  HTML http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=hYRdIpvXkPg<br
       />
       Der Konsument wird - wo's geht - betrogen und belogen.
       #Post#: 272--------------------------------------------------
       Re: Zum Thema &quot;Bio&quot;. 
       By: SilkeGiesinger Date: June 17, 2013, 11:41 am
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       Mehr zum Thema unter:
  HTML http://cgarvay.wordpress.com/2013/03/29/807/
  HTML http://cgarvay.wordpress.com/2013/03/29/807/
       REWE erfindet Hühnerrasse, die es nicht gibt
       (von Clemens G. Arvay)
       Rechtzeitig vor Ostern veröffentlichte die Bio-Marke
       Ja!Natürlich (REWE-Österreich) eine PR-Aussendung: “Bio-Eier,
       mit Liebe gemacht”, heißt es jetzt auf Verpackungen. Es steht zu
       befürchten, dass Konsumenten durch die Werbetexte und
       Produktaufschriften in die Irre geführt werden. Besonders
       problematisch sind der von Ja!Natürlich frei erfundene
       Marketing-Name “Moosdorfer Haushuhn” sowie die Behauptung, es
       handle sich um eine “wiederentdeckte Rasse”.
       “Aufzucht von Haushuhn und Gockelhahn”, steht auf den Packungen
       der betreffenden Eier. Mit den “Bio-Eiern, mit Liebe gemacht”
       hat der REWE-Konzern unter seiner Eigenmarke Ja!Natürlich die
       Problematik der industriellen Vernichtung von männlichen Küken
       aufgegriffen, die keine Eier legen können und daher auch in der
       Bio-Produktion als wertlos betrachtet werden. Diese auch bei
       Ja!Natürlich vorherrschende Praxis prangere ich seit Jahren
       öffentlich an, weshalb ich den Einsatz von alten Rassen und lang
       erprobten Zweinutzungshühnern fordere, die sowohl Eier legen als
       auch Fleisch ansetzen.
       Im Rahmen des Pilot-Projektes von Ja!Natürlich sind nun als
       Nischenprodukt zu geringen Anteilen auch Eier eines
       Zweinutzungshuhns erhältlich. Die Umsetzung dieser an sich
       begrüßenswerten Idee überzeugt mich aber nicht. Zu sehr wird mit
       Formulierungen und Werbedarstellungen gearbeitet, die in die
       Irre führen könnten. So spricht Ja!Natürlich (REWE) vom
       “Moosdorfer Haushuhn”. Zu bemängeln ist, dass es aber gar kein
       Moosdorfer Haushuhn gibt. Diesen Namen hat die PR-Abteilung von
       Ja!Natürlich einfach erfunden.
       Ich kontaktierte den deutschen Züchter des betreffenden Huhns
       und befragte ihn. Der Züchter distanzierte sich von dem frei
       erfundenen Begriff “Moosdorfer Haushuhn” und sagte wörtlich:
       “Damit will ich nichts zu tun haben, meine Züchtung hat gar
       keinen Namen und von einem ´Moosdorfer Haushuhn` habe ich
       überhaupt erst über die Zeitungen erfahren.” Der Mann betreibt
       seinen Zuchtbetrieb auch nicht in einem Ort namens “Moosdorf”,
       sondern in Moosburg in Deutschland.
       Laut Auskunft des deutschen Züchters selbst, handelt es sich um
       eine Dreilinienkreuzung, eine so genannte “Hybridzüchtung”, die
       er neu entwickelt hat. Das dabei entstandene Huhn lässt sich
       nach der ersten Generation nicht mehr reinerbig weiter
       vermehren, wie es für Hybriden typisch ist, so erklärte der
       Geflügelzüchter. Daher kann biologisch auch nicht von einer
       Rasse gesprochen werden.
       Die Bezeichnung “Moosdorfer Haushuhn” weckt aber völlig falsche
       Erwartungen. Sie klingt nach reinerbiger Hühnerrasse, wie es
       etwa das Sulmtaler oder das Altsteirer Huhn wäre. Ja!Natürlich
       legt sogar noch nach und beweist, dass der irreführende Eindruck
       von der “alten Rasse” gewollt ist. Auf Facebook schreibt das
       Unternehmen von einer ”wiederentdeckten Hühnerrasse”.
       Die Bezeichnung “Moosdorfer Haushuhn” ist frei erfunden. Der
       deutsche Züchter selbst hat von diesem Namen erst aus der
       Zeitung erfahren und spricht von einer “neuen Hybridkreuzung”.
       Auf der Facebook-Seite von Ja!Natürlich ist von einer
       “wiederentdeckten Hühnerrasse” die Rede (siehe Screenshot vom
       29.03.2013)
       Die betreffenden Bio-Eier werden über die Geflügel GmbH in
       Schlierbach (Oberösterreich) an Ja!Natürlich geliefert, die
       unter verschiedenen Handelsnamen auftritt und 50% des
       österreichischen Eiermarktes in der Hand hat. Jedes zweite Ei,
       egal ob bio oder konventionell, kommt von dort. Es ist auch
       nicht weiter verwunderlich, dass die Masthähnchen des
       “Moosdorfer Haushuhns” in einem Industrieschlachthof am
       Fließband getötet werden.
       Einen ähnlichen Fall gibt es aus dem Bereich Geflügelfleisch zu
       kritisieren. Die braungefiederten Abkömmlinge der
       Hybridhuhn-Linie “JA-757&#8243; eines internationalen Agrar- und
       Pharmakonzerns werden im Marketing in Österreich als
       “Schlierbacher Bio-Wildhendl” angepriesen.
       Betreffend den aktuellen Fall befürchte ich, dass Konsumenten
       unter Umständen jetzt den falschen Schluss ziehen könnten, für
       Bio-Eier von Ja!Natürlich würden Küken nicht mehr am Fließband
       getötet. Der allergrößte Teil der Produktion für Ja!Natürlich
       bleibt aber genauso industriell, wie er immer war. Ich habe
       Stichproben in mehreren MERKUR-Filialen in Österreich gemacht.
       Die Eier der angeblichen “wiederentdeckten Rasse” mit der
       erfundenen Bezeichnung “Moosdorfer Haushuhn” machten insgesamt
       nur 2,2 Prozent der in den Regalen vorgefundenen Eier aus. Bei
       BILLA fand ich die Eier hingegen überhaupt nicht [Stand:
       29.03.2013]. In der Gesamtproduktion von Bio-Eiern für
       Ja!Natürlich nimmt das Produkt mit der Bezeichnung “Eier, mit
       Liebe gemacht” also einen sehr geringen Anteil ein.
       Industrie und Handel wittern inzwischen, dass Konsumenten die
       Fließbandproduktion von Küken bald nicht mehr dulden werden. Da
       kommt noch einiges an Greenwash auf uns zu. Selbst der
       weltumspannende Agrar- und Pharma-Gigant Lohmann züchtet derzeit
       an einem Hybridhuhn für die Zweinutzung als Lege- sowie
       Masthuhn, das den Namen “Lohmann Dual” tragen wird. Mit dem
       Erhalt der Rassenvielfalt oder gar mit einer Absage an die
       industrielle (Bio-)Landwirtschaft hat das alles aber nichts zu
       tun.
       Besonders problematisch ist, dass NGOs und
       Tierschutzorganisationen ihre Namen für derlei Image-Projekte
       der Industrie und des Handels gegen Geld hergeben. So ist das
       REWE-Projekt des “Moosdorfer Haushuhns” etwa von Vier Pfoten
       begleitet und durch das Zeichen der NGO ausgewiesen. Das
       Pestizid-Reduktions-Projekt von Global 2000 ist zum größten Teil
       von REWE finanziert und wird auch exklusiv für REWE
       durchgeführt. Die Beispiele sind zahlreich und wären einen
       eigenen Beitrag wert.
       Die Konsumenten sind gefordert, den NGOs einen Schritt voraus zu
       sein und das System “Supermarkt” als solches in Frage zu
       stellen. Ich werde zu Ostern gewiss kein Ei im Supermarkt kaufen
       – auch kein Bio-Ei.
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