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       # taz.de -- Luft sorgt für Turbulenzen
       
       > INTEGRATION Asta empört sich über Abschiebe-Forderung von Privatdozent
       > Stefan Luft und verlangt von Uni-Leitung ein Bekenntnis zur „Diversität“
       
       Der Asta der Uni Bremen kritisiert den Politikwissenschaftler Stefan Luft
       für seine Forderung nach einer schärferen Abschiebepolitik. Luft publiziert
       zu Integrations- und Migrationsthemen und war unter anderem Sprecher des
       Bremer Innenressorts unter Ralf Bortscheller (CDU).
       
       In einem Interview zur Integrationswoche hatte er am 13. Oktober bei „buten
       und binnen“ gesagt: „Aus meiner Sicht rühmt sich der Bremer Senat zu
       Unrecht, den restriktiven Teil des Ausländerrechts nicht zu vollziehen.“
       Asylverfahren machten nur Sinn, „wenn diejenigen, denen kein
       Aufenthaltsrecht zugesprochen wird, am Ende auch abgeschoben werden“.
       Ansonsten würde man „an Akzeptanz in der Bevölkerung verlieren“, so Luft.
       Ein Fernsehbeitrag hatte zuvor eine zunehmende Fremdenfeindlichkeit
       thematisiert.
       
       Lufts Äußerungen seien „ein Hohn in Anbetracht dessen, was eine Abschiebung
       für die Betroffenen bedeutet“, erklärte nun der Asta und forderte: Das
       Rektorat solle sich zu „der eigenen vielfach gepriesenen Diversität“
       bekennen und die „verhöhnenden Aussagen Lufts“ ablehnen.
       
       Erst am Dienstag hatte die Uni-Pressestelle einen neuen Sammelband über „20
       Jahre Asylkompromiss“ beworben, den Luft mit Peter Schimany, Soziologe und
       Forscher beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, herausgegeben hat.
       Das Buch fasse Ergebnisse einer Ringvorlesung an der Uni zusammen. Im
       Wintersemester 2012/2013 hatte Luft Wissenschaftler, Journalisten und
       Politiker geladen, um über die Entscheidung von 1993 zu einer Einschränkung
       des Grundrechts auf Asyl zu debattierten. Eine Podiumsdiskussion im
       Dezember 2013 war dabei von Studierenden und AktivistInnen verhindert
       worden, weil unter anderem der ehemalige bayerische Innenminister Günther
       Beckstein (CSU) geladen war (taz berichtete). Der Asta rechtfertigte den
       Protest in seiner aktuellen Erklärung: Die Veranstaltung sei „wegen ihrer
       erwartbaren Einseitigkeit“ verhindert worden.
       
       Eine Sprecherin der Uni sagte, aktuell werde die Uni-Leitung zu Lufts
       Aussagen nicht Stellung nehmen: Eine entsprechende Anfrage des Asta habe
       das Rektorat bislang nicht erreicht. JPB
       
       22 Oct 2014
       
       ## AUTOREN
       
   DIR JPB
       
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