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       # taz.de -- Verlängerte Unterstützung für Eltern in Aussicht
       
       > In der Koalition zeichnet sich fraktionsübergreifende Zustimmung zu
       > Lohnfortzahlungen für Eltern ab
       
       In die Debatte um Lohnfortzahlungen für Eltern, die ihre Kinder während der
       Coronakrise zu Hause betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten können,
       kommt nun Bewegung. Die CDU-Spitze öffnet sich für Forderungen des
       Koalitionspartners SPD, Familien in der Coronakrise länger und umfassender
       zu unterstützen. Auch die CSU signalisiert Zustimmung.
       
       Wer in der Coronakrise wegen der Betreuung kleiner Kinder nicht arbeiten
       kann, erhält bisher für sechs Wochen 67 Prozent des Nettoeinkommens. Die
       Regelung galt seit dem 30. März und bis zu einer Grenze von 2.016 Euro im
       Monat. Für manche Eltern wären die sechswöchigen Zahlungen damit jetzt
       erschöpft.
       
       „Das war und bleibt notwendig“, erklärte CDU-Vorsitzende Annegret
       Kramp-Karrenbauer in der Saarbrücker Zeitung. „Ich will deshalb, dass wir
       diese Hilfe im Rahmen des Konjunkturpaktes bis zum Ende des Jahres
       fortsetzen und darüber hinaus auch die Bezugsdauer von sechs auf zehn
       Wochen erhöhen.“
       
       Nach Kramp-Karrenbauer bestärkte am Montag auch der CSU-Vorsitzende Markus
       Söder das von der SPD vorangetriebene Vorhaben. Er sei dafür, sagte Söder
       am Montag nach Teilnehmerangaben in einer CSU-Vorstands-Schalte.
       
       Für eine Anschlussregelung hatten sich zuvor Sozialminister Hubertus Heil
       und Familienministerin Franziska Giffey eingesetzt (beide SPD), ebenso wie
       SPD-Chefin Saskia Esken.
       
       Heil zeigte sich erfreut, dass jetzt Bewegung in die Debatte komme. Er
       setze darauf, dass Bund und Länder in den verbleibenden drei Sitzungswochen
       des Bundestages vor der Sommerpause gemeinsam eine Anschlussregelung
       finden, sagte der SPD-Politiker. Dass die Lohnersatzleistung Bund und
       Länder je zur Hälfte finanzieren, wird von einigen Ländern kritisiert.
       
       Der Sozialminister verwies darauf, dass es sich zwar um eine individuelle
       Regelung pro Elternteil handele. Rechnerisch sind demnach insgesamt bis zu
       zwölf Wochen Entschädigung für den Verdienstausfall möglich. „Aber für
       einige droht das bald auszulaufen. Deshalb ist schnelles Handeln gefragt.“
       
       Bundesfamilienministerin Giffey erklärte, wie eine Anschlussregelung für
       Entschädigungszahlungen aussehen könne, hänge auch von der weiteren Öffnung
       von Betreuungskapazitäten ab. Grundsätzlich habe man bereits mit den
       Landesregierungen vereinbart, dass Alleinerziehende ihre Kinder in die
       Notbetreuung geben können.
       
       Die Lohnfortzahlungen waren am Montag auch Thema bei einem Treffen von
       Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Gewerkschaften und Arbeitgebern
       (dpa, epd, taz).
       
       19 May 2020
       
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