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       # taz.de -- Rodungsstopp in letzter Sekunde
       
       > Der Umweltsenator und der Wirtschaftssenator einigen sich auf ein
       > Fällmoratorium für den Vollhöfner Wald
       
       Von Yasemin Fusco
       
       Aktivist*innen um die Initiative „Rettet den Vollhöfner Wald“ haben einen
       Teilerfolg erzielt. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) und der parteilose
       Wirtschaftssenator Michael Westhagemann einigten sich auf ein
       Fällmoratorium bis zum Februar nächsten Jahres.
       
       Die Ausdehnung des Hafens in den Vollhöfner Wald steht im rot-grünen
       Koalitionsvertrag von 2015. Umweltsenator Kerstan zeigte sich trotzdem
       kämpferisch: „In Zeiten des Klimawandels passt es nicht, Wälder für
       Logistikflächen zu roden.“ Er habe sich am vergangenen Freitag mit
       Wirtschaftssenator Westhagemann auf ein Moratorium geeinigt. „Er hat mir
       zugesichert, dass bis Februar keine Fällungen im Vollhöfner Wald
       stattfinden“, sagt er.
       
       Der Laubmischwald mit rund 23.000 Bäumen an der Alten Süderelbe stand kurz
       vor dem Kahlschlag, bereits Ende September sollte er gefällt werden.
       Zwischen dem Moorburger Elbdeich und Industrieflächen sollten
       Versiegelungen für weitere Logistikflächen vorgenommen werden.
       
       Der Vollhöfner Wald wächst zwischen den Naturschutzgebieten Moorgürtel und
       Alte Süderelbe/Westerweiden, seit 2016 gehört das Areal aber zum
       Hafennutzungsgebiet Altenwerder-West, der Wald ist deshalb den Zielen des
       Hafenentwicklungsplans untergeordnet.
       
       In dem Wald haben sich über Jahrzehnte viele Pionierpflanzen und gefährdete
       Tierarten wie Brutvögel oder Fledermäuse niedergelassen. Das gesamte Biotop
       gilt unter Wissenschaftler*innen als für biologische Untersuchungen
       besonders wertvoll.
       
       Die Forderung nach einem Fällmoratoriums kam ursprünglich von den
       Aktivist*innen von „Rettet den Vollfhöfner Wald“. Jan Mewes von der
       Initiative freut es, dass diese Forderung nun umgesetzt wurde: „Wir haben
       in den vergangenen Wochen durch unsere Spaziergänge im Wald viele
       Unterstützer*innen hinzugewonnen und wollen natürlich, dass der Vollhöfner
       Wald nicht nur bis Februar bleiben kann“, sagt er. Er wünsche sich, gerade
       im kommenden Bürgerschaftswahlkampf, dass die Grünen sich für den Erhalt
       des Vollhöfner Waldes einsetzen.
       
       1 Oct 2019
       
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