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       # taz.de -- Neuer Streit an der Hochschule
       
       > Der Asta der Hochschule Bremen sollte ein Transparent abnehmen, mit dem
       > er zur Verhinderung des AfD-Parteitags in Hannover aufrief. Jetzt
       > beschuldigt er das Rektorat der „Komplizenschaft“ mit der AfD
       
       Von Karolina Meyer-Schilf
       
       Die Auseinandersetzung zwischen dem Allgemeinen Studierendenausschuss
       (Asta) der Hochschule Bremen und deren Rektorat geht in eine neue Runde.
       Der Asta hatte im November im Hinblick auf den in Hannover stattfindenden
       AfD-Bundesparteitag ein mehrere Meter breites Transparent an der Hochschule
       aufgehängt und dazu aufgerufen, den Parteitag zu „verhindern“. Die
       Hochschulleitung forderte den Asta daraufhin auf, das Transparent zu
       entfernen.
       
       Streit um Transparente gibt es an der Hochschule schon länger, zuletzt ging
       es in der Diskussion vor allem um die Einhaltung der Zivilklausel und die
       Kooperation mit der Bundeswehr im Studiengang Informatik. „Wie Ihnen aus
       der vor kurzer Zeit geführten Auseinandersetzung um Ihr Transparent „Wir
       bilden zum Töten aus“ bekannt ist“, heißt es denn auch im Schreiben des
       Hochschul-Justiziars an den Asta, sei das Anbringen von Transparenten an
       der Außenfassade der Hochschule nur nach vorheriger Zustimmung durch die
       Rektorin zulässig. Die sei in diesem Fall „nicht erteilt worden und wird
       auch nicht erteilt“.
       
       Die Studierendenvertretung verschickte am Mittwochabend eine Stellungnahme,
       in der sie der Hochschulleitung „Komplizenschaft“ mit der AfD vorwirft. Das
       Argument: Das Transparent scheine das Rektorat erst zu stören, seit sich
       VertreterInnen der AfD direkt darüber beschwert hätten. Gegen andere
       Transparente, die in den letzten Wochen und Monaten an der Fassade vor dem
       Asta-Büro gehangen hätten, sei die Hochschulleitung jedenfalls nicht
       vorgegangen, schreibt der Asta. Das Rektorat beteilige sich somit „an der
       Kriminalisierung studentischen Protests“ und treibe diese gar voran.
       
       Das sieht die Hochschulleitung anders: „Die Aufforderung, das Transparent
       abzunehmen, hat einen rein formalen Grund“, sagt der Pressesprecher der
       Hochschule Ulrich Berlin. In der Hausordnung sei geregelt, dass das
       Anbringen von Transparenten an Außenwänden der Hochschule ohne Genehmigung
       des Rektorats nicht erlaubt sei.
       
       Die Vorwürfe des Asta hingegen, „diese ganzen Beschuldigungen“, wie er
       sagt, die müsse man eigentlich überhaupt nicht kommentieren. „Es gibt die
       Hausordnung, und alles andere, was hier konstruiert wird, ist völlig neben
       der Spur und entbehrt jeder Grundlage.“
       
       15 Dec 2017
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Karolina Meyer-Schilf
       
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